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Highfield News Politische Töne am Samstag auf dem Highfield 2019
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15:58 18.08.2019
Manche Besucher des Highfield Festivals 2019 haben ein Faible für ausgefallene Kostüme. Quelle: André Kempner
Großpösna

Der zweite Tag des diesjährigen Highfields beginnt ganz ohne harte Beats und Bässe. Stattdessen fliegen Metaphern und Wortspiele über die Bühne am Strand des Störmthaler Sees. Der erste Poetry Slam in der Geschichte des Festivals wird dort abgehalten und immerhin einige hundert Besucher sind zur für solcherart Festspiele frühmorgendlichen Zeit von 11.30 Uhr erschienen.

Sie dürften es nicht bereut haben, denn André Herrmann, Bonny Lycen, Kaleb Erdmann und Marsha Richarz gehören zum besten, was die hiesige Slammer-Szene zu bieten hat – lustig, aber auch politisch. Lycen etwa slammt über Sexismus, dem auch Männer zum Opfer fallen können. Am Ende gewinnt auch keiner der vier Opponenten die per Applausometer durchgeführte Abstimmung, sondern Herrmann und Richarz teilen sich salomonisch den ersten Platz.

Rap gegen Homophobie und Sexismus

Aber auch auf den Bühnen wird es danach politisch, die Berlinerin Sookee etwa rappt ab halb zwei auf der Blue Stage gegen Homophobie und Sexismus.

30 Seconds to Mars, Annenmaykantereit und Lokalmatador Trettmann: Der zweite Tag Highfield-Festival 2019 bei Leipzig in Bildern.

Und Talco, die danach die Grüne Bühne bespielen, sind quasi der Archetyp einer politischen Band – nur, dass ihre revolutionären Texte auf Italienisch ein ganzes Stück schöner klingen. „E se muoio da partigiano/Tu mi devi seppellir“, heißt es zum Beispiel in der bekannten Partisanen-Hymne „Bella ciao“, die als Techno-Remix zum Sommerhit 2018 wurde – und die auch Talco im Programm haben als treibendes Skapunk-Stück. In der Übersetzung als „Und wenn ich als Partisan sterbe/Musst du mich begraben“ klingt das Ganze dann schon viel trauriger.

Direkt hinter der Green Stage werben nicht nur während des Auftritts des Sextetts aus Venedig dreieckige Aufsteller dafür, dass die Besucher auch ganz konkret politisch etwas verändern können. „Nicht nur an der Bar habt ihr die Wahl“ steht dort, mit dem Zusatz: „Am 1. September wählen gehen.“ Dann sind bekanntlich Landtagswahlen in Sachsen, die in diesem Jahr so spannend werden können wie schon lange nicht mehr.

Spaß am Abend

Und auch OK Kid geben bei ihrem Gig ab 16 Uhr auf der Blauen Bühne klare Ansagen. „Dieses Lied schrieben wir, als das erste Mal Menschen für die falsche Sache auf die Straße gingen“, ruft Frontmann Jonas Schubert vor „Gute Menschen“ und reckt dazu einen orangefarbenen Bengalo in die Luft. „Das fing mit Pegida an und jetzt geht es mit der AfD so weiter. Einen Mittelfinger gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie.“

Aber natürlich soll ein Festival wie das Highfield auch Spaß machen. Dafür stehen am Nachmittag Bands wie die Reggae-Rocker von Skindred oder die Monsters of Liedermaching, die auf der Nasenflöte „Maria (I like it loud)“ von Scooter covern.

Auch Die Orsons und SDP, die später die Blue Stage beehren, sind eher für Spaß-Rap bekannt, während auf der Green Stage mit Thees Uhlmann & Band sowie Annenmaykantereit ab 19.30 Uhr eine Indiephase anbricht. Den Highfield-Samstag beschließen ab Mitternacht Thirty Seconds to Mars um die Brüder Jared und Shannon Leto mit ihrem Stadion-tauglichen Alternative-Rock.

Weitere Beiträge zum Highfield 2019 finden Sie im LVZ-Special.

Von Christian Dittmar

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