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Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe Dresden Grünes Gewölbe bleibt vorerst geschlossen
Thema Specials Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe Dresden Grünes Gewölbe bleibt vorerst geschlossen
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21:16 26.11.2019
Ein Zimmer des Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Wegen des Einbruchs und der Spurensicherungsarbeiten bleibt das Grüne Gewölbe vorerst geschlossen. Quelle: Sebastian Kahnert
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Dresden

Erstmals nach dem Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe öffnen sich am Mittwoch (10.00 Uhr) die Türen des Dresdner Residenzschlosses wieder für Besucher. Aber das Historische Grüne Gewölbe, die rekonstruierte barocke Schatzkammer der sächsischen Kurfürsten und Könige, bleibt vorerst weiter geschlossen, wie die Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) mitteilten.

Im Juwelenzimmer, dem Tatort, sowie wie im Wappenzimmer und im Pretiosensaal läuft noch die Spurensuche der Kriminalisten. Zugleich haben die Staatlichen Kunstsammlungen mit der Bestandsaufnahme der Verluste und Schäden durch den Einbruch am Montagmorgen begonnen.

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Vitrine hat drei Löcher

Die Juwelendiebe im Dresdner Grünen Gewölbe haben auch erheblichen Sachschaden verursacht. Die Vitrine „zeigt ein Kampffeld“, sagte der Direktor des berühmten Museums im Residenzschloss, Dirk Syndram, am Dienstag nach einem ersten Besuch im Juwelenzimmer. Sie habe drei Löcher. Die Einbrecher hatten am Montagmorgen mit einer Axt auf das Sicherheitsglas eingeschlagen und versucht, die Vitrine aufzubrechen. Laut Syndram haben sie weniger Beute gemacht als befürchtet.

 

Suche nach den Tätern und ihrer Beute

„Von der Brillantgarnitur sind sehr wichtige Schmuckstücke herausgenommen worden“, sagte der 64-Jährige. Dazu gehöre die Epaulette, eine Achselklappe mit dem „Sächsischen Weißen“. Aber der zahlenmäßig größere Teil der Garnitur wie Schuhschnallen und Knöpfe sei noch da. Der brillante Hofdegen sei nicht in Reichweite der Diebe gewesen und auch die beiden Perlenketten der Königin blieben verschont, darunter „die unschätzbar wertvolle mit sächsischen Süßwasserperlen“.

Spezieller Schliff macht Diamanten wertlos

Bei der Sammlung der Diamanten der Königin fehlen laut Syndram die Große Brustschleife und das Collier, „aber die kleineren Teile sind da“. Die Diamantrautengarnitur ist weitgehend weg, die Steine allein seien aber wertlos. „Die Diamantrauten markieren einen Schliff, der im 16. und 17. Jahrhundert beliebt war und dann nicht mehr“, erklärte Syndram. „Die können nicht so umgeschliffen werden, das wissen auch die Diebe.“ Diese Stücke seien kulturell höchst bedeutend, hätten ansonsten nur Materialwert.

Von den zehn wichtigen Schmuckstücken, die auf einer am Montag veröffentlichten Verlustliste standen, seien zwei doch nicht gestohlen. „Der große Ordensstern ist abgestürzt und verbeult“, sagte Syndram. „Das lässt sich alles wieder hinbekommen.“

Von RND/dpa