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Legida 9. November in Leipzig: Breites Bündnis gegen Legida-Aufmarsch
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Legida und Proteste
23:40 05.11.2015
Der Legida-Aufmarsch sollte am 9. November nicht stattfindet, fordert ein breites Bündnis um Pfarrer Christian Wolff. (Archivfotos)
Der Legida-Aufmarsch sollte am 9. November nicht stattfindet, fordert ein breites Bündnis um Pfarrer Christian Wolff. (Archivfotos) Quelle: LVZ
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Leipzig

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 entlud sich in Nazi-Deutschland der Hass auf  jüdische Mitbürger in Gewalt. Am kommenden Montag gedenkt Leipzig der Opfer der Pogromnacht mit zahlreichen Veranstaltungen. Gleichzeitig hat die rechtspopulistische Initiative Legida eine Demonstration angekündigt. Ein breites, bürgerliches Bündnis fordert, dass es am 9. November keine fremdenfeindliche Veranstaltung geben dürfe.

Vertreter von Kirchen, Parteien, Bildungseinrichtungen und Gewerkschaften sowie viele andere Akteure quer durch die Stadtgesellschaft haben einen entsprechenden Aufruf von Pfarrer Christian Wolff unterschrieben. „Wir erwarten, dass am Montag, 9. November, in unserer Stadt keine Aufmärsche fremdenfeindlicher und rassistischer Organisationen und Gruppen stattfinden können“, so Wolff in seinem öffentlichen Blog. Ob sich diese Erwartung explizit an die Stadt richtet, lässt er offen. Auch wird Legida als Organisation nicht ausdrücklich genannt.

Deutlicher äußert sich die Ratsfraktion der Grünen in einem Offenen Brief an Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Polizeichef Bernd Merbitz und Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke). Sie fordert, „eine Kundgebung der Legida an diesem Tag auf jeden Fall zu untersagen.“ Norman Volger, Vorsitzender der Grünen im Stadtrat, sagte gegenüber LVZ.de: „Die Menschen, die der Opfer der Pogromnacht gedenken wollen, sollten das angstfrei tun können.“

Legida hat auf seiner Facebookseite für Montag, 19 Uhr, eine Veranstaltung auf dem Richard-Wagner-Platz unter dem Titel „26. Jahrestag des Mauerfalls“ angekündigt. Wie die Stadt Leipzig auf Anfrage mitteilte, standen am Donnerstagnachmittag Auflagen und Route für die Legida-Demonstration noch nicht fest.

In den vergangenen Wochen führte die Route über den westlichen Ring, und damit in unmittelbarer Nähe zur Gedenkstätte der 1938 niedergebrannten Synagoge in der Gottschedstraße. Dort findet um 18.30 Uhr die zentrale Gedenkveranstaltung der Stadt Leipzig statt. Zuvor führt nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche ab 18 Uhr ein Kerzenweg in die Gottschedstraße. Um 19 Uhr findet ein weiterer Gedenkgottesdienst in der Thomaskirche statt.

Legida blockt Termine 2016

Auch im kommenden Jahr will das Legida immer montags in Leipzig demonstrieren. Wie das Ordnungsamt jetzt bestätigte, hat das rechtspopulistische Bündnis für alle Montage im Jahr 2016 Veranstaltungen angemeldet. Geplant seien Kundgebungen und Aufzüge, die jeweils vom Richard-Wagner-Platz ausgehen sollen.

LVZ

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