Nach den Demonstrationen mit Zehntausenden Anhängern und Gegnern von Pegida in der vergangenen Woche will die fremdenfeindliche Bewegung am Montag (18.30 Uhr) in Dresden erneut auf die Straße gehen. Sie hat zu einer Kundgebung auf dem Theaterplatz sowie einem Gang durch Stadt aufgerufen. Auch in Leipzig will Legida wieder auf dem Ring marschieren.
Zum Gegenprotest in Dresden hat eine Initiative „Gepida“ aufgerufen – was für „Genervte Einwohner protestieren gegen Intoleranz Dresdner Außenseiter“ steht. Sie ist aktuell die einzige Gruppe, die regelmäßig demonstrieren will. Das Bündnis „Herz statt Hetze“ unterstützt den Protest. Er rufe die Bürger zur Teilnahme an den Gepida-Aktionen am Montag auf, teilte der Verbund aus Parteien, Vereinen und Initiativen am Montag mit. Die Gegendemonstration soll um 18 Uhr am Landgericht Dresden beginnen und sich dann zum Postplatz bewegen.
Uneinigkeit über Protest-Strategie
Gegner der Gida-Bewegungen aus Leipzig, Dresden und Chemnitz hatten sich zuvor zu einem Bündnis Sachsen Nazifrei zusammengeschlossen. Auch Gruppen aus Bautzen und Görlitz sind eingebunden, sagte der Grünen-Landesvorsitzende Jürgen Kasek aus Leipzig, der auch einer der Köpfe von NoLegida ist.
Nach dem Erfolg der Pegida-Gegner vom vergangenen Montag sprach Kasek sich dafür aus, dem fremden- und islamfeindlichen Bündnis auch in Dresden wieder regelmäßig mit Gegendemonstrationen zu begegnen. Allerdings herrscht über den Protest in Dresden Uneinigkeit. Im Dezember soll deshalb eine Strategiekonferenz stattfinden. Vor einer Woche hatten nach Schätzungen jeweils 15.000 bis 20.000 Anhänger beider Lager beim ersten Jahrestag von Pegida demonstriert. Dabei war es trotz eines massiven Polizeieinsatzes am Rande zu Gewalttätigkeiten gekommen.
In Leipzig will Legida am Abend ab 19 Uhr erneut auf dem Richard-Wagner-Platz vor der Blechbüchse demonstrieren. Anschließend ist bis 22 Uhr ein Marsch über den westlichen Ring bis zum Stadthaus und zurück geplant. Angemeldet zum 24.“Abendspaziergang“ sind rund 1000 Teilnehmer. Vier Gegendemos mit insgesamt 700 Teilnehmern wurden angemeldet. Ab 17.30 Uhr wird unter dem Motto „Dem Rassismus den Platz nehmen“ am Willy-Brandt-Platz, der Hainspitze, dem Thomaskirchhof und dem Goerdelerdenkmal demonstriert. In der Stadt ist erneut mit erheblichen Verkehrseinschränkungen zu rechnen.
Von LVZ