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Legida Legida wieder am Montag – Rechtspopulisten mit zwei Veranstaltungen
Thema Specials Legida und Proteste Legida Legida wieder am Montag – Rechtspopulisten mit zwei Veranstaltungen
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Legida und Proteste
09:30 17.01.2017
Legida-Teilnehmer Anfang Juli 2016 in Leipzig.
Legida-Teilnehmer Anfang Juli 2016 in Leipzig.  Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Zwei Monate war es still um Legida, am kommenden Montag wollen die Rechtspopulisten nun wieder einmal durch die Straßen der Messestadt „spazieren“. Nach Angaben aus dem Ordnungsamt haben die Legida-Organisatoren ab 19 Uhr eine Demonstration vom Naturkundemuseum zum Nordplatz angezeigt. Angeblich werden dazu 1000 Teilnehmer erwartet. Das wären deutlich mehr als sonst, denn zuletzt konnte Legida noch 140 bzw. 300 Anhänger mobilisieren.

Die Demo im nördlichen Zentrum ist allerdings am Montag nicht die einzige Veranstaltung der Rechtspopulisten. Wie die Stadtverwaltung weiter erklärt, sei um 18 Uhr auch in der Stephanstraße 8 eine weitere Kundgebung geplant – zur angeblich „inzestuöse Beziehungen zwischen sächsischer Justiz und Antifa“. Im Gebäude betreibt allerdings auch einer der bisherigen Legida-Mitorganisatoren – Rechtsanwalt Arndt Hohnstädter – seine Kanzlei. Ob das Motto ihm gelten soll, bleibt unklar. Aufklärung für diesen vermeintlichen Widerspruch gab es am Freitag aus der Versammlungsbehörde nicht.

Denkbar wäre, dass diese rechte Veranstaltung einen möglichen Protest gegen den Legida-Rechtsanwalt an selber Stelle verhindern soll. Denn wie die Initiative „A monday without you“ mitteilte, war hier eigentlich eine Kundgebung über die angeblichen Verstrickung von Hohenstädter ins rechte Milieu geplant. Die Versammlungsbehörde habe diesen Protest aber untersagt. „Wir gehen davon aus, dass eine derartige Einschränkung unserer Versammlungsfreiheit juristisch nicht haltbar ist“, teilte die Gruppe am Freitag mit. Man wolle Rechtsmittel einlegen.

Sechs Gegendemos und Kundgebungen gegen Legida geplant

Neben „A Monday without you“, die stattdessen vom Rabet gen Innenstadt ziehen wollen, gibt es am Montag auch zahlreiche andere Initiativen, die den breiten Protest gegen die Rechtspopulisten organisieren. „Leipzig nimmt Platz“ will beispielsweise über den Westring zum Richard-Wagner-Platz laufen – dort entlang, wo bisher meist die Legida-Teilnehmer marschierten. „Damit bleibt die von Legida monatelang beanspruchte Strecke sowie der gesamt Platz diesmal von rechtem Hass verschont“, hieß es vom Aktionsnetzwerk im Vorfeld.

Zwei Fahrraddemonstrationen führen parallel dazu von der Sachsenbrücke und vom Alexis-Schumann-Platz in Richtung Innenstadt. Die Initiative „Weltoffenes Gohlis“ hat am Nordplatz eine Kundgebung für Religionsfreiheit und Toleranz angemeldet. „Willkommen in Leipzig“ trifft sich um 18.30 Uhr an der Runden Ecke, die Evangelische Studierendengemeinde lädt ab 18.45 Uhr zum öffentlichen Diskurs zwischen Ranstadter Steinweg und Goerdelerring ein.

Aufgrund der umfangreichen Demonstrationslage im Stadtgebiet warnt die Stadtverwaltung ab 17 Uhr vor allem zwischen Naturkundemuseum und Nordplatz vor erheblichen Verkehrsbehinderungen. „Das Ordnungsamt empfiehlt Verkehrsteilnehmern, in den angegebenen Zeiträumen die Aufzugsrouten zu meiden“, heißt es aus dem Neuen Rathaus.

Von mpu

Alle Demonstration am 5. September im Überblick

Rechtspopulisten

Legida, 19 Uhr, Parkplatz Naturkundemuseum → Pfaffendorfer Straße → südlicher Nordplatz → Nordstraße → Uferstraße

→ Pfaffendorfer Straße → Parkplatz Naturkundemuseum.

Zudem ist zwischen 18 und 20 Uhr an der Stephanstraße 8 eine Kundgebung unter dem Motto „Demokratischer Spaziergang gegen Behördenwillkür und inzestuöse Beziehungen zwischen sächsischer Justiz und Antifa“ mit circa 20 Teilnehmern geplant.

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Gegendemonstrationen

Fahrradaufzug „Wir werden uns widersetzen - Gegen jede Form von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit“: Sachsenbrucke → Anton-Bruckner-Allee → Edvard-Grieg-Allee → Marschnerstrase → Jahnallee → Randstadter Steinweg → Richard-Wagner-Platz → Trondlinring → Gerberstrase → Eutritzscher Strase → Roscherstrase → Nordplatz, 17:30 Uhr bis 21:00 Uhr, (100 Teilnehmer)

Fahrradaufzug „Reclaim the Streets – Cycling against Racism“: Alexis-Schumann-Platz → Karl-Liebknecht-Strase → Kurt-Eisner-Strase → Semmelweisstrase → Strase des 18. Oktober → Windmuhlenstrase → Grunewaldstrase → Rosplatz → Georgiring → Willy-Brandt-Platz → Am Hallischen Tor → Bruhl → Richard-Wagner-Platz, 17:45 Uhr bis 21:45 Uhr, (150 Teilnehmer)

Aufzug „A Monday without you – Rechte Strukturen offenlegen“: Rabet → Eisenbahnstraße → Rosa-Luxemburg-Straße → Wintergartenstraße → Georgiring → Grimmaischer Steinweg → Dresdner Straße → Johannisplatz → Prager Straße → Grimmaischer Steinweg → Augustusplatz, 18:00 bis 20:00 Uhr, (80 Teilnehmer)

Aufzug „Wir werden uns widersetzen – Gegen jede Form von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit“: Augustusplatz → Roßplatz → Martin-Luther-Ring → Dittrichring → oberer Dittrichring, Höhe „Runde Ecke“ → oberer Dittrichring → Matthäikirchhof → Kleine Fleischergasse → Große Fleischergasse → Richard-Wagner-Platz, 18:00 Uhr bis 22:00 Uhr, (500 - 800 Teilnehmer)

Kundgebung „Über das Wesentliche reden – Demokratie, Vielfalt, Integration.": oberer Dittrichring, Höhe „Runde Ecke“ 18:30 Uhr bis 21:00 Uhr , (300 Teilnehmer)

Kundgebung „Öffentlicher Diskurs: Das Christentum gehört nicht zu Deutschland!“: Grünfläche zwischen Ranstädter Steinweg und Goerdelerring, 18:45 Uhr bis 20:45 Uhr , (100 Teilnehmer)