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Buchmesse-News Common Ground bringt Südosteuropa nach Leipzig
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LVZ Autorenarena auf der Leipziger Buchmesse
16:57 21.02.2020
Messedirektor Oliver Zille freut sich besonders auf die Schwerpunktregion Südosteuropa auf der Leipziger Buchmesse. Quelle: André Kempner
Leipzig

Südosteuropa zu Gast in Leipzig: Auf der diesjährigen Buchmesse gibt es kein Gastland, sondern eine Gastregion. Beim „Common Ground“-Projekt stellen Autoren aus zehn Ländern Südosteuropas sich und ihre literarischen Werke vor – zeitgenössisch wie historisch. Darunter sind Werke von Danilo Kiš (1935–1989) und Ivo Andrić (1892–1975). „Und nicht nur, weil Andrić der einzige Literaturnobelpreisträger aus Südosteuropa ist“, sagt Buchmessedirektor Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. Die Messe sei die Gelegenheit, um literarische Persönlichkeiten wie Kiš und Andrić wieder ins Bewusstsein zu holen. Denn sie seien Autoren, die auf die regionale und die Weltliteratur ausgestrahlt hätten.

Südosteuropäische Literatur im deutschen Sprachraum fördern

Dass gerade der Balkan als Schwerpunktregion ausgewählt wurde, sei das Ergebnis der Zusammenarbeit einer ganzen Gruppe gewesen, erklärt Zille. „Die Buchmesse ist Teil des Traduki-Netzwerks. So war es eine gemeinsame Initiative, zu überlegen, wie man die Literaturförderung aus der Region in den deutschsprachigen Raum verstärken kann.“ Seit 2008 arbeiten im Netzwerk vier deutschsprachige Länder und die Länder Südosteuropas im Bereich der Literatur – unabhängig von historischen oder gegenwärtigen Konflikten. Der deutsche Literaturmarkt sei für den gesamten Osten ein Referenzmarkt, sagt er. „Wenn man einen Autor in Deutschland verlegt hat, ist es wahrscheinlicher, dass derjenige auch in andere Sprachräume kommt.“ Die Buchmesse wolle mit „Common Ground“ den Scheinwerfer auf guter Autoren richten, die etwas zu den Ländern der Region, aber auch zu Europa zu sagen haben.

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„Authentisches Bild des Balkans zeigen“

Im ersten Jahr der Reihe geht es um „Herkunft und Zugehörigkeit“. Besonders wichtig bei diesem Themenschwerpunkt sei es, Südosteuropa „fernab der Katastrophen und Klischees“ darzustellen, betont das Traduki-Netzwerk. Politik zu thematisieren, sei ein bedeutender Aspekt in der südosteuropäischen Literatur. Sie habe aber noch viel mehr Facetten. „Common Ground“ soll diese Facetten in den Vordergrund stellen und ein authentisches Bild des Balkans zeigen: „Die Literatur bringt auch das Stille und Alltägliche ans Licht und kann dazu beitragen, dass Kulturen einander kennenlernen“, erklärt Hana Stojić, Kuratorin des „Common Ground“-Programms.

„Fragen nach Identität sind von brennendem Interesse“

Auch Oliver Zille sieht das Thema als dringlich an. „In solch konfliktreichen Regionen, wie es der Balkan ist, sind die Fragen nach der Identität und der Zugehörigkeit von brennendem Interesse. Und wir haben uns gedacht, dass das mit den Autoren diskutiert werden soll“, sagt der Buchmessedirektor. Auch die politischen Umbrüche auf dem Balkan spielen eine zentrale Rolle. Es gehe um Werte, die über Nacht wertlos werden, um Täter und Opfer. Aber auch um die Frage, was mit Menschen passiert, wenn sie den Ort, an dem sie geboren wurden, verlassen.

Buntes Programm außerhalb der Messehallen

Aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien und Slowenien sind jeweils zwei Autoren bei der Leipziger Buchmesse dabei. Beim „Common Ground“-Traduki-Forum in Halle 4 teilen sie ihre Erfahrungen und stellen ihre Werke vor. Der Stand (D.507) wird am 12. März um 12 Uhr im Beisein von zahlreichen internationalen Gästen und Regierungsvertretern eröffnet.

Bei rund 20 Lesungen und Gesprächsrunden vermitteln die Autoren ihre Erfahrungen zum Schwerpunktthema „Herkunft und Zugehörigkeit“. Das umfassende Programm enthält außerdem Veranstaltungen im „Café Europa“ in Halle 4 (Stand E 401) und in der Stadt. Drei Abendveranstaltungen geben in Leipzig mit Lesungen und Musik einen Einblick in die facettenreiche Kultur Südosteuropas. Ein Höhepunkt ist die Balkannacht am 14. März im UT Connewitz.

Von Elena Boshkovska

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