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Ausstellungen 370 Jahre Zeitungsdruck in Leipzig: Wie alles begann!
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370 Jahre Zeitungsdruck in Leipzig Ausstellung zeigt wie alles begann

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12:36 22.09.2020
Dampfbetriebene Schnellpresse mit Bogenmagazin. Die Kraftübertragung erfolgt über Transmission. Kolorierte Lithografie um 1865. Quelle: Deutsche Nationalbibliothek
Leipzig

Als der Leipziger Drucker Timotheus Ritzsch am 1. Juli 1650 die erste gedruckte Tageszeitung der Welt, Einkommende Zeitungen, publizierte, war der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt.

Die vier zentralen Merkmale der Tageszeitung – Aktualität, leichte Zugänglichkeit, regelmäßiges Erscheinen und inhaltliche Vielfalt – machen dieses Medium auch 370 Jahre nach seiner Erfindung zu einem einmaligen kulturellen Format, das die Demokratisierung von Wissen mit Aufmerksamkeitsökonomie paart.

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Pro Erscheinungstag werden in Deutschland heute fast 15 Millionen Tageszeitungen – print oder digital – verkauft. Die Vertrauenswürdigkeit der Tageszeitung liegt auch bei Jugendlichen weit vor Fernsehen, Radio und Internet.

Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum nimmt das Jahr der Industriekultur zum Anlass, in einer kleinen Ausstellung einen Blick auf die stolze Geschichte des Zeitungsdrucks in Leipzig zu werfen

Wenn Thomas Jefferson (1743–1826) mit dem Satz zitiert wird: „Wenn ich zu wählen hätte zwischen einem Land mit einer Regierung, aber ohne Zeitung, und einem Land mit Zeitung, aber ohne Regierung, dann würde ich mich für das Land ohne Regierung entscheiden“, so zeigt das auch die gesellschaftliche und politische Relevanz der Zeitung, deren Geschichte in Leipzig wurzelt.

Der Weg zum Massenmedium

Zu einem Massenmedium wurde die Zeitung im 19. Jahrhundert. Schnellpressen und Rotationsmaschinen sorgten für eine zuvor nie gekannte Geschwindigkeit in der Druckerei. Auch in der Messestadt, in der in den vergangenen 370 Jahren mehr als 100 Zeitungstitel verlegt wurden, entfaltete der Zeitungsdruck im Kontext der Industrialisierung eine enorme Anziehungskraft: Papierherstellung, Verlage und Druckmaschinenindustrie siedelten sich in Leipzig an.

Zeitung und Diktaturen

Bis zum Jahr 1933 sollte sich in Leipzig eine große Vielfalt von Zeitungen mit ihren Regionalausgaben entwickeln. Mit dem Verbot zahlreicher Presseorgane durch die Nationalsozialisten wurde auch die Leipziger Volkszeitung (LVZ), eine der ältesten laufenden Zeitungen, in Leipzig verboten.

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In der DDR waren auch die in Leipzig gedruckten Zeitungen nicht unabhängig, sondern erschienen als Organe der Blockparteien. Die friedliche Revolution vor 30 Jahren brachte zunächst für eine kurze Zeit eine überbordende Vielfalt von Neuerscheinungen. Durch die Möglichkeiten der Onlinepublikation, deren Überlegenheit durch Schnelligkeit gerade auf dem Zeitungsmarkt einschneidende Folgen für das Printgeschäft hatte, sanken Anzahl und Auflage der gedruckten Zeitungen drastisch.

Abschied und Aufbruch – Zeitung heute

Heute steht die Frage nach der Konkurrenzfähigkeit der online-Tageszeitungen gegenüber anderen Informationsformaten im Raum – mediengeschichtlich eine hochspannende, von Abschied und Aufbruch geprägte Phase in der Geschichte der Zeitung

Die in der Ausstellung „370 Jahre Zeitungsdruck in Leipzig. Eine Jahrhunderttradition“ gezeigten Exponate stammen aus aus der Zeitungshistorischen Sammlung Hans-Ulrich Nieter des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig. Zu sehen bis 30. Mai 2021.

Von PM/red.