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Ausstellungen Persönlich ausgewählt: Andreas-Gursky-Werkschau in Leipzig
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Andreas Gursky Werkschau im MdbK Leipzig

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09:27 30.03.2021
Andreas Gursky, Politik II, 2020
Andreas Gursky, Politik II, 2020 Quelle: © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Courtesy: Sprüth Magers
Leipzig

Seit den 1980er Jahren ist Andreas Gursky (*1955) wesentlich an der Erschließung neuer Ausdrucksformen in der künstlerischen Fotografie beteiligt. Durch den Einsatz von Farbe, die extremen Großformate, die Erschließung neuer ästhetischer Möglichkeiten der Digitalfotografie und die beständige kritische Reflexion über die Bedingungen der Produktion und Rezeption fotografischer Bilder prägt er den Diskurs der zeitgenössischen Fotografie bis heute nachhaltig.

Im MdbK kann Andreas Gurskys Schaffen nun in einer persönlichen Auswahl des Künstlers anhand von rund 60 Fotografien nachvollzogen werden. Neben bekannten Hauptwerken wie „Ruhrtal“ (1989), „Paris, Montparnasse“ (1993) oder „99 Cent“ (1999) sind auch neue Arbeiten aus dem Jahr 2020 zu sehen, die noch nie in einem musealen Zusammenhang ausgestellt waren, darunter „Bauhaus“ und „Kreuzfahrt“.

Andreas Gurskys Bilder werden oft durch spontane visuelle Eindrücke ausgelöst, bevor der Künstler sie in einem langen, kreativen Prozess ausarbeitet. Seine Motive sind vertraut: Massenveranstaltungen, Arbeitswelt, Freizeit, Massentierhaltung, die internationalen Schauplätze des Konsums und der Finanzwirtschaft sowie ganz allgemein das komplexe Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt.

Gurskys Werke wirken auf den ersten Blick dokumentarisch. Doch bei näherer Betrachtung vereint der Künstler in ein und demselben Werk verschiedene Zeitebenen sowie Nah- und Fernsicht mit außergewöhnlicher Tiefenschärfe. Er stellt unsere Sehgewohnheiten auf die Probe und irritiert. Seine Arbeiten sind komplexe Re-Konstruktionen der Wirklichkeit, getragen von einem umfassenden Blick auf unsere Welt mit zeitgeschichtlicher Relevanz.

Bereits während seines Studiums in den 1980er Jahren entdeckte der Fotograf sein Interesse an komplexen, groß dimensionierten Strukturen, anfangs in der Landschaft, später vor allem in der zeitgenössischen Architektur. In den Analogfotografien „Klausenpass“ (1984) und „Salerno“ (1990) werden die Wanderer im Hochgebirge zu kleinen, beinahe abstrakten Formen und die zu verladenden Autos und Container in der süditalienischen Hafenstadt zu faszinierenden Mustern. Die Individualität des Ortes und der Menschen tritt zu Gunsten grafischer Strukturen in den Hintergrund.

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Mit den Mitteln der Digitalfotografie verstärkte Andreas Gursky diese Effekte und begann zunehmend, seine eigene Bilderwelt zu konstruieren. Für „Paris, Montparnasse“ (1993), eines seiner frühen digitalen Werke, kombinierte er zwei Aufnahmen ein und desselben Gebäudes zu einem einzigen monumentalen Bild. Mit dem aus zahllosen Fotografien einzelner Waren zusammengesetzten „Amazon“ (2016) trieb er dieses Prinzip auf die Spitze.

Die umfangreiche Werkpräsentation von Andreas Gursky im MdbK umfasst mehr als 35 Jahre seines künstlerischen Schaffens, Zeugnisse einer konsequenten Weiterentwicklung der künstlerischen Fotografie.

Andreas Gursky, Sonderausstellung vom 25. März bis 22. August 2021 im MdbK Leipzig

Von PM/LMG