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Ausstellungen Beatles, Brexit, Buckingham Palace: Was ist alles „Very British“?
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Beatles, Brexit, Buckingham Palace Ausstellung Very British in Leipzig

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18:09 09.10.2020
Wer war zuerst am Pool? Ewiger Streit zwischen Briten und Deutschen zur Freude der Boulevardpresse. Quelle: Stiftung Haus der Geschichte/Axel Thünker
Leipzig

Die deutsch-britischen Beziehungen sind traditionsreich, vielfältig und freundschaftlich, doch bisweilen auch unterkühlt und von Konkurrenz geprägt –das zeigt die Ausstellung. „Very British. Ein deutscher Blick“.

Rund 600 Exponate beschäftigen sich mit der Rolle Großbritanniens in Europa nach 1945 und veranschaulichen politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenhänge. Zu sehen sind etwa das Original-Tigerfell aus dem Silvestersketch „Dinner for One“, der Fußballschuh von Bobby Moore, Kapitän der englischen Nationalmannschaft beim legendären WM-Finale 1966 im Londoner Wembley-Stadion, oder das aufwändig gestaltete Messgewand des Bischofs von Coventry, das Abbildungen der kriegszerstörten Städte Dresden und Coventry zeigt.

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Ein eigenes Objektensemble widmet sich der seit 1992 bestehenden Städtepartnerschaft zwischen Leipzig und der englischen Metropole Birmingham.

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Die Weltkriege

Bis heute prägt besonders die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg das nationale Selbstbild der Briten, das Bild von den Deutschen und das britisch-deutsche Verhältnis. Antideutsche, vergangenheitsbezogene Stereotypen werden vor allem in den Medien gern aufgegriffen, gemeinsame britisch-deutsche Gedenken in Coventry und Dresden belegen aber auch den Wandel: Die Städte werden von Symbolen des Kriegsterrors zu Orten der Versöhnung.

“With Europe, but not of it“

Die Aussage von Winston Churchill von 1930 spiegelt das ambivalente Verhältnis der Briten gegenüber einer vertieften europäischen Integration. Das Vereinigte Königreich versteht sich auch nach 1945 als Großmacht mit globaler Perspektive. Die enge Partnerschaft mit den USA und das tiefe Misstrauen gegenüber der Abgabe nationaler Souveränitätsrechte an europäische Institutionen gehören dabei zu den Konstanten britischer Politik. Trotzdem überrascht der Ausgang des EU-Referendums 2016 Politik und Öffentlichkeit in Deutschland.

God save the Queen

Die britische Krone verleiht dem demokratisch-parlamentarischen System einen besonderen Glanz und löst im Ausland Bewunderung aus. Der erste Deutschlandbesuch der Queen im Jahr 1965 gleicht einem Triumphzug. Das Interesse der deutschen Öffentlichkeit an den „Royals“ und ihren Geschicken ist bis heute groß.

Nicht nur als Merchandising-Figur beliebt in Deutschland: Her Majesty Queen Elizabeth II. Quelle: Stiftung Haus der Geschichte/Axel Thünker

Fußball und Popkultur

Die deutsch-englische Fußballkonkurrenz gehört – beginnend mit der WM 1966 – zu den längsten und intensivsten in der Geschichte des Sports. Trotz aller Rivalität bestimmen auch Fairness und Respekt den Wettkampf zwischen den Fußballnationen. Spieler wie Bert Trautmann, Kevin Keegan und Jürgen Klinsmann tragen durch ihre Leistungen und ihr Auftreten im jeweils anderen Land zum besseren Verständnis zwischen Briten und Deutschen bei. Bis heute erhält die deutsche Populärkultur wichtige Impulse von den britischen Inseln. Literatur, Mode und Musik finden seit Jahrzehnten in Deutschland ein begeistertes Publikum. Der sprichwörtliche britische Humor ist dem deutschen Publikum aus TV und Kino wohlvertraut.

Wirtschaft

Deutschland und Großbritannien sind wirtschaftlich eng verflochten. Das jeweilige Image des Herkunftslandes – „Vorsprung durch Technik“ bzw. „feine englische Art“ – wird erfolgreich für die Produktvermarktung eingesetzt. Die Entwicklung Londons zum wichtigen Weltfinanzplatz beeinflusst auch in Deutschland Diskussionen um die deutsche Wirtschaftspolitik.

Die Wechselausstellung „Very British. Ein deutscher Blick“ ist vom 7. Oktober 2020 bis 11. April 2021 im Zeitgeschichtlichen Forum zu sehen. Der Eintritt ist frei. Es gelten die pandemiebedingten Sicherheitsregeln.

Von PM/red.