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Ausstellungen Christian Schellenberger zeichnet im Zug und stellt nun im MdbK aus
Thema Specials Leipziger Museen Ausstellungen Christian Schellenberger zeichnet im Zug und stellt nun im MdbK aus
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10:30 19.07.2018
Zugzeichnung Christian Schellenberger
Christian Schellenberger zeichnet im Zug von Berlin nach Beijing mit Tusche. Die Werke sind bis 16. September 2018 im Museum der bildenden Künste zu sehen. Quelle: Privat © Christian Schellenberger

Christian Schellenbergers bevorzugte Ateliersituationen sind beengte Zugabteile und hohe Fahrtgeschwindigkeiten – erschwerte Bedingungen für die zeitgenössische Kunst.

Die erste Museumsausstellung des Künstlers konzentriert sich auf 45 Tuschezeichnungen, die zwischen 2014 und 2017 auf mehreren Zugfahrten zwischen Berlin und Peking entstanden sind. Den statischen Gegenpol der Schau "Central Station" im Museum der bildenden Künste, zu sehen bis zum 16. September 2018, bildet eine raumbezogene Wandzeichnung, die Schellenberger eigens für die Ausstellung realisiert hat.

Öffnungszeiten und Eintritt

Besuchen Sie das Museum dienstags, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 10 bis 18 Uhr und mittwochs von 12 bis 20 Uhr. Das Tagesticket kostet 10 Euro (ermäßigt 7 Euro). Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 19. Lebensjahr haben freien Eintritt. Und alle Besucher gehen am ersten Mittwoch im Monat kostenfrei ins Museum.

Zeichnen im Zug

Die Reisedauer vom Berliner Bahnhof Lichtenberg nach Peking beträgt neun Tage, mit Stationen in Krakau, Lviv, Kiew, Moskau, Irkutsk und Ulaanbaatar. Während der Fahrt zeichnet Schellenberger mit Tusche und Feder auf DIN-A2-Papier.

Tagsüber ist der Sitzplatz mit kleiner Tischkonsole im Sechserabteil sein Atelier, nachts der zur Liege ausgeklappte Sitz. Ständige Begleiter sind der Ausblick auf endlose Landschaften und gelegentlich vorbeiziehende Stadt- und Dorfsilhouetten.

Blick ins Zugabteil, 2017. Quelle: Christian Schellenberger

Alle Sinne gefordert

Christian Schellenbergers Zeichnungen sind keine zeitgenössischen Interpretationen von Landschaftskunst. Nicht allein der Blick aus dem Abteilfenster, auch die Geräusche und Bewegungen des Zuges und der Mitreisenden sind maßgeblich für die Werkgenese.

Voraussetzung für den Zeichner ist eine totale Beanspruchung der Sinne. Dazu gehören optische und akustische Eindrücke, aber auch unfreiwillige körperliche Bewegungen, die durch das Rütteln des Zuges ausgelöst werden.

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Kontrast: statisches Wandbild

In der Ausstellung treffen die Zugzeichnungen auf eine Wandzeichnung, die Christian Schellenberger unter gänzlich konträren Voraussetzungen angefertigt hat. Das fahrende Zugabteil verwandelt sich in einen still stehenden musealen Ausstellungsraum, der sich durch Größe und Ruhe auszeichnet.

Hier kann sich der Künstler frei und ungehindert vor der entstehenden Wandzeichnung bewegen. Für die Vollendung benötigt Schellenberger in etwa dieselbe Dauer wie ein Schnellzug von Berlin nach Peking.

Der Künstler

Christian Schellenberger ist Jahrgang 1980 und hat an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Peter Piller und Katrin von Maltzahn studiert. Heute lebt und arbeitet der Künstler (www.christian-schellenberger.com) in Berlin.

"Central Station"

bis zum 16. September 2018 (verlängert bis 4. November 2018)
im Museum der bildenden Künste