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DDR-Vergangenheit im Stasi-Bunker Machern

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11:14 23.07.2020
Der Messplatz entstand in Eigenbau des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und gibt den Grundriss des Bunkers wieder. Quelle: Bürgerkomitee Leipzig e.V.

Zu besichtigen sind das 5,2 Hektar große, denkmalgeschützte Gesamtgelände mit allen erhaltenen Bauten und Anlagen sowie das komplette Bunkerinnere. Seit Anfang 2020 hat auch das ehemalige Kommandantenwohnhaus für Besucher geöffnet

Getarnt als Ferienanlage - Geheimer Bunkerbau bis 1971

Kurz nach Erlass der Direktive 1/67 durch Erich Mielke wurde heimlich in einem Waldstück am Rand des Naherholungsgebietes Lübschützer Teiche bei Machern die Ausweichführungsstelle der BVfS Leipzig gebaut. Getarnt war das Objekt als Ferienanlage des VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Leipzig.

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Im Naherholungsgebiet Lübschützer Teiche bei Machern werden die militärische Tätigkeit des Ministeriums für Staatssicherheit und dessen Aufgaben im sogenannten Spannungs- und Mobilmachungsfall dokumentiert.

Das insgesamt 5,2 Hektar umfassende Areal, das am 7. Dezember 1974 einsatzbereit an den Leiter der Leipziger Bezirksverwaltung Generalmajor Manfred Hummitzsch übergeben wurde, gliederte sich in zwei Zonen. In der äußeren Zone befanden sich drei komplett eingerichtete Bungalows und das Einfamilienhaus des Bunkerkommandanten, der auf dem Gelände wohnte.

In der durch Zäune, mehrere Wachhunde, eine Alarmanlage und Sichtschutzblenden gesicherten inneren Zone befand sich neben den Versorgungsbauten (Werkstatt, Tischlerei, Sozial- und Unterkunftsgebäude für den Wach- und Instandsetzungsdienst) das Kernstück des Areals – der von 1968 bis 1971 gebaute Bunker.

Schutzbunker Machern auf 1500 Quadratmetern

Fünf Meter tief unter der Erde stand in dem etwa 1.500 Quadratmetern großen ABC-Schutzbunker alles bereit, was der Führungsstab der Leipziger Staatssicherheit für eine Fortsetzung der geheimdienstlichen Tätigkeit im Ernstfall benötigte. Die Versorgungssysteme für Strom, Wasser und Luft waren für verschiedene Betriebsweisen ausgelegt und sollten einen autarken Betrieb von sechs Tagen gewährleisten.

Eine der zentralen Aufgaben war die Aufrechterhaltung der Kommunikation und somit der operativen Handlungsfähigkeit im Kriegsfall, deshalb kam der Nachrichtentechnik eine besondere Stellung zu. Die Nachrichtenzentrale des Bunkers sollte sämtliche Kontakte zur Staatssicherheit in den anderen Bezirken, zu den Kreisdienststellen, zu den einzelnen Abteilungen der Bezirksverwaltung Leipzig, zum Leiter der Bezirkseinsatzleitung (BEL), aber auch zu den bewaffneten Organen, der Volkspolizei und der Armee bis hin zu den Ministerien der Staatssicherheit und des Nationalen Verteidigungsrates (NVR) ermöglichen.

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In vier, teilweise durch Gittertüren abgesicherten Räumen befanden sich Übertragungstechnik, Fernsprech- und Fernschreibgeräte sowie Chiffriertechnik. Um einer Enttarnung durch den Funkverkehr zu entgehen, wurde etwa 3 Kilometer entfernt eine abgesetzte Sendestelle in einem Kleinbunker (Typ FB-3) errichtet. Die dort installierte Funktechnik konnte von der AFüSt indirekt fernbedient werden, so dass die Funksprüche in einer sichern Entfernung abgesendet werden konnten.

Die Anlage öffnet immer am letzten Wochenenende im Monat, Samstag und Sonntag jeweils von 13 bis 16 Uhr, außerdem zur Museumsnacht

Die nächsten Termine 2020 sind:

25./26.07.2020
29./30.08.2020
13.09.2020 (Tag des offenen Denkmals, 10 bis 16 Uhr)
26./27.09.2020
24./25.10.2020
28./29.11.2020

Präsentiert wird auch die Plakatausstellung „Wir wollen freie Menschen sein! Der DDR-Volksaufstand vom 17. Juni 1953“ anlässlich des 65. Jahrestages des Aufstandes. Die Ausstellung erfolgt in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und zeigt, wie sich der Protest Berliner Bauarbeiter rasch zum Auslöser republikweiter Massenproteste entwickelte. In mehr als 700 Städten und Gemeinden, darunter auch in Leipzig, Bitterfeld und Umgebung, demonstrierten Menschen, wogegen sich die SED-Diktatur allein durch den Einsatz sowjetischer Truppen und Panzer zu helfen wusste. Für die Ausstellung wurden Bilder, unbekannte Fotos und Dokumente aus 25 Archiven ausgewählt.

PM/red