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Ausstellungen Auf dem Weg zum neuen Naturkundemuseum Leipzig
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11:11 16.05.2019
Blick in die Dauerausstellung im Naturkundemuseum in Leipzig Quelle: André Kempner
Leipzig

Insgesamt zwölf Farbflächen in knalligem Orange verdeutlichen, welche Richtung das Haus künftig einschlägt. Barrierefreiheit, Inklusion und Partizipation sind nicht nur Schlagworte, die in diesem Kontext zu nennen wären, sondern reale Konzepte, die bei einem Besuch ab sofort erfahrbar werden. 

Die erste der sogenannten Interventionen empfängt die Gäste direkt am Eingang, wo eine Anzeige über die Gesamtzahl der Besucher im Museum informiert, die noch hereindürfen. Der Hintergrund: Brandschutz- und Statikvorschriften limitieren die Personenzahl in der 1. und 2. Etage des historischen Gebäudes auf 50 Personen, das Erdgeschoss ist davon ausgenommen.

Betritt der Besucher die Ausstellungsfläche im Erdgeschoss, kann er bei einer der geplanten Schaupräparationen zusehen und miterleben, wie neue Präparate für das künftige Haus entstehen.

Vor der Treppe in die 1. Etage begegnet dem Besucher ein Pinguin, der aufgrund der mangelnden Barrierefreiheit im Museum leider nur das Erdgeschoss besichtigen kann. Auf halber Treppe ist zudem eine interaktive Station mit verrückten und faszinierenden Fragen an die Wissenschaft eingerichtet. Der Besucher ist eingeladen, seine Ideen und Antworten auf der Wand zu verewigen.

Weitere Stationen zeigen wiederum, wie moderne Präsentations- und Ausstellungsgestaltung sowie Didaktik und Technik Inhalte nicht nur schöner, sondern auch verständlicher vermitteln kann.

In einem der wichtigsten Räume des Museums – dem ter Meer-Raum – verdeutlichen (Umzugs-)Kisten zwischen den Tierpräparaten, dass viele Exponate aufgrund von Platzmangel nicht gezeigt werden können. Dasselbe gilt für die riesige Haifischflosse, die in einem anderen Raum auf die beengten Verhältnisse verweist.

Während bei den großen Objekten der Platz oft nicht ausreicht, wird bei einer Vitrine mit vielen kleinen Exponaten anhand des Fokus‘ auf ein einzelnes Objekt sichtbar gemacht, wie die Bedeutung von Objekten in der alten Ausstellung verloren geht und gleichzeitig in Zukunft hervorgehoben werden kann. Ähnliches gilt für diverse Tiere in Dioramen, die nun – eingesprochen durch eine Schulklasse – aus ihrem Leben erzählen und dadurch zu interessanten Exponaten werden.

Diese und weitere Interventionen machen den Rundgang durch Dauerausstellung für Neu- und Wiederholungsbesucher gleichermaßen spannend.

Zum Thema: Mehr News und aktuelle Ausstellungen der Leipziger Museen!

Die Dauerausstellung des Naturkundemuseums Leipzig präsentiert sich seit April in einem neuen, frischen Gewand.

Die Ausstellungsteile

Herman Ter Mer: Das Naturkundemuseum Leipzig besitzt mit 232 Präparaten die umfangreichste Sammlung von Exponaten des niederländischen Tierpräparators.

Großtrappen und andere Raritäten: Schwerpunkt der Sammlungstätigkeit des Naturkundemuseums Leipzig ist seit der Gründung das Gebiet Nordwestsachsen. In den vergangenen Jahrzehnten konnten wertvolle Belege von Arten gesammelt werden, die heute in dieser Region ausgestorben sind.

Das zweite Leben des Löwen Tamrin: Tamrin war der letzte Löwe im alten Raubtierhaus des Leipziger Zoos, bevor die neue Löwensavanne entstand. Er starb im Alter von 19 Jahren im Juli 2000. Um an diese Tierpersönlichkeit zu erinnern, überließ der Zoo dem Naturkundemuseum das Löwenfell für die Aufstellung einer Dermoplastik.

Miniaturwelten – Dioramen: Unter dem Begriff Dioramen versteht man dreidimensionale Nachbildungen von Naturausschnitten, die nahtlos in einen gemalten Hintergrund übergehen. Über dreißig sind im Naturkundemuseum zu sehen.

Ur- und Frühgeschichte: Im ersten Obergeschoss des Museums befindet sich die ständige Ausstellung zum Themenbereich Ur- und Frühgeschichte. Die gezeigten Exponate reichen von der Altsteinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit bis zu den Germanen.

Lebende Bienen im Museum: Von Mai bis September hat das Naturkundemuseum jeden Tag viele Besucher. In dieser Zeit ermöglicht ein mit Glasscheiben ausgestatteter Schaukasten den direkten Einblick in das rege Treiben eines Bienenstocks.

Münzschatz vom Naundörfchen: Bei Schachtarbeiten zum Bau eines Umspannwerkes am 9. Juli 1976 in der Leipziger Lessingstraße stießen Arbeiter auf ein mit 129 Münzen gefülltes Tongefäß. Eine erste Untersuchung ergab, dass das Gefäß samt Münzen vermutlich noch vor 1400 in der Erde versteckt wurde.

Zum Thema: Naturkundemuseum Leipzig - Öffnungszeiten, Eintrittspreise und mehr Infos!

Von PM/red.

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