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Ausstellungen Seltener Kulturexport: Chinesischen Gelehrtenhaus von 1914
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17:12 10.03.2020
Historische Fotografie des Chinesischen Gelehrtenhauses, Innenraum. Leipzig, 1914 Quelle: Abbildung: Deutsche Nationalbibliothek, CC-BY-SA 3.0 DE
Leipzig

Die Ausstellung „Grillenkäfig und Wasserpfeife: Das chinesische GelehrtenhausKulturexport um 1900 “ des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek führt dem Besucher die kulturelle Neugier und die Lebhaftigkeit des internationalen Kulturtransfers am Anfang des 20. Jahrhunderts vor Augen.

Die Schau widmet sich einem seltenen Kulturexport aus Südostasien: dem 1914 auf der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik (Bugra) in Leipzig präsentierten Chinesischen Gelehrtenhaus. Die detailreiche Ausstattung des Holzhauses, das eine Schenkung der chinesischen Botschaft in Berlin an die Weltausstellung der Buchstadt Leipzig war, gibt beredt Auskunft über Idee und Praxis des traditionellen Gelehrtentums in China.

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Das chinesische Gelehrtenhaus bestand aus drei Räumen: einem Schreibzimmer, einem Musikzimmer und einem Wohnzimmer. Es war mit zahlreichen Objekten aus der Welt des traditionellen chinesischen Gelehrtentums bestückt. Ob Wasserpfeife, Schreibgerät oder Bildrolle, Grillenkäfig oder Zierkachel: Architektur und Ausstattung des Hauses erzählen von der Arbeitsweise des Gelehrten, von Inspiration, Kalligraphie und Drucktechnik. Das Gelehrtenhaus war ein Publikumsmagnet auf der internationalen Ausstellung. Es spiegelt die kulturelle Neugier und die Lebhaftigkeit des internationalen Kulturtransfers am Anfang 20. Jahrhunderts.

Auf der am Vorabend des Ersten Weltkrieges im Mai 1914 eröffneten Weltausstellung, deren internationaler Weitblick noch heute überrascht, stellten 22 Nationen auf mehr als 400.000 qm ihre Produkte aus. 2.3 Millionen Besucher*innen kamen auf die Leipziger Messe, um zahlreiche Nationenpavillons, Industrieausstellungen und den Vergnügungspark zu besuchen. Die von dem Universalhistoriker Karl Lamprecht konzipierte „Halle der Kultur“, das intellektuelle Zentrum der Bugra, gab einen Einblick in die Schrifttraditionen ferner Weltgegenden. Innerhalb dieser Halle nahm das Chinesische Gelehrtenhaus eine besondere Rolle ein: Als Kulturimport aus China ist das Holzhaus ein Beispiel für die Begeisterung der Europäer für die asiatische Kultur, die bereits im 19. Jahrhundert einen großen Einfluss auf die Kulturschaffenden hatte.

Für das Deutsche Buch- und Schriftmuseum als wissenschaftliche Dokumentationsstätte für die Buch- und Mediengeschichte ist die chinesische Schriftkultur auch heute noch Gegenstand von Sammlung und Erforschung. Als Pars pro toto für das Interesse des Museums an asiatischer Kultur präsentiert das Museum daher am Ende der Ausstellung die neueste Erwerbung im Bereich Sinica: die chinesische Schreibmaschine „Double Pigeon“, die nicht zuletzt durch die Anzahl von mehreren tausend Metalllettern die Komplexität der chinesischen Schriftpraxis zeigt. Die Schreibmaschine war im Wintersemester 2019/20 Gegenstand eines Kooperationsseminars mit dem Institut für Sinologie der Universität Leipzig unter Leitung von Frau Professor Elisabeth Kaske.

Die Ausstellung wurde mit Unterstützung des Ostasiatischen Instituts der Universität Leipzig und des Konfuzius-Instituts; im Rahmen des dezentralen Ausstellungsprojektes „China in Leipzig“ in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Leipzig, dem Museum für Druckkunst und dem Grassi-Museum für Völkerkunde realisiert. Einen gemeinsamen Katalog zu den vier Ausstellungen unter dem Titel „China in Leipzig“ gibt die Universitätsbibliothek Leipzig heraus.

Grillenkäfig und Wasserpfeife: Das chinesische GelehrtenhausKulturexport um 1900 “, 4. März bis 15. September 2020 im Deutschen buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek.

Von PM/red.

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