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Ausstellungen Zeitgeschichtliches Forum geht der „Faszination Selfie“ auf den Grund
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Faszination Selfie Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig

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15:32 02.06.2021
Das Foto des Selfies von Shaker Kedida mit Bundeskanzlerin Merkel sorgte 2015 für Schlagzeilen.
Das Foto des Selfies von Shaker Kedida mit Bundeskanzlerin Merkel sorgte 2015 für Schlagzeilen. Quelle: PUNCTUM / Alexander Schmidt
Leipzig

„Lasst uns ein Selfie machen.“ Diesen Satz hat jede(r) bestimmt schon häufig gehört – oder selbst gesagt. Es ist normal, mit dem Smartphone ein schnelles Erinnerungsfoto von uns selbst, mit Freunden, der Familie oder Kolleginnen und Kollegen zu schießen.

Die Besucherinnen und Besucher betreten die Ausstellung durch einen verspiegelten Tunnel, der das eigene Bild vielfach wiedergibt.

Er führt zu einer großen Leinwand, auf der unzählige Selfies zu sehen sind. Einige davon sind „viral gegangen“, das heißt, sie werden vielfach geteilt – online wie auch in den klassischen Medien und befeuern manchmal sogar Debatten. Dazu zählen das Bild von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem syrischen Asylsuchenden mitten in der Flüchtlingsdiskussion 2015/2016 (Foto oben) oder das des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, der 2009 ein Selfie bei seiner Verhaftung macht. Das später über Twitter verbreitete Bild erreicht weltweit Menschen, die sich mit dem Regimekritiker solidarisieren.

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Was vor knapp 20 Jahren mit dem Siegeszug des Smartphones beginnt – der Begriff „Selfie“ taucht erstmals 2002 auf – wird inzwischen in Politik, Medien, Wissenschaft und auch in Kunst und Kultur kontrovers diskutiert.

Dazu zählen Fragen wie: Sind Selfies noch in oder schon wieder out? Fördern sie den Narzissmus in uns oder dienen sie der Identitätsfindung? Nerven Selfies oder machen sie einfach Spaß?

Die Ausstellung geht unter anderem der Frage nach, was überhaupt ein Selfie ist und wo seine historischen Vorbilder liegen. Wer bin ich? Wer möchte ich sein?

"Unerwünschtes Selfie" nennt der Australier Mark Lynch seine Karikatur aus dem Jahr 2017. Quelle: HDG

Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich seit jeher in Gemälden, Plastiken, Grafiken und Fotografien mit diesen Fragen. Würde Rembrandt van Rijn, der berühmteste niederländische Maler des 17. Jahrhunderts und Meister des Selbstportraits, heute möglicherweise zum Smartphone greifen?!

„Immer ich. Faszination Selfie“ illustriert außerdem, welche neuen Gesten sich bei uns allen eingeprägt haben oder wie witzig, ungewöhnlich oder perfekt Selfies aussehen müssen, um in der digitalen Bilderflut wahrgenommen zu werden. An zwei interaktiven Selfie-Points sind Besucherinnen und Besucher herzlich eingeladen, Selfies von sich zu machen, sie unter dem Hashtag #faszinationselfie hochzuladen und so selbst Teil der Ausstellung zu werden.

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„Immer ich. Faszination Selfie“: Sonderausstellung bis Januar 2022 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig

Von PM/LMG