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Ausstellungen Held oder Hassfigur? Der Leipziger Liebknecht
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"Held oder Hassfigur? Der Leipziger Liebknecht" ist die neue Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig

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09:11 12.08.2021
Blick auf die Studioausstellung "Held oder Hassfigur? Der Leipziger Liebknecht ".
Blick auf die Studioausstellung "Held oder Hassfigur? Der Leipziger Liebknecht ". Quelle: SMG / Katja Etzold
Leipzig

Mit seinem Eintreten gegen den Krieg und für eine sozialistische Revolution 1918 war er seinerzeit eine der umstrittensten Persönlichkeiten in Deutschland. „Der ambivalente Ausstellungstitel will zeigen, dass Achtung oder Ablehnung der Person Liebknecht immer noch von politischen Ansichten abhängen. Was war er wirklich? Revolutionär oder Zerstörer der bürgerlichen Ordnung und Spalter der Arbeiterbewegung/SPD (im 1. Weltkrieg), Gegner des Militärs oder Anstifter zu einem gewalttätigen kommunistischen Umsturz, nationaler Held in der DDR oder Ikone der SED-Diktatur?

Die gespaltene Wahrnehmung verläuft nicht zwischen Ost und West in Deutschland, sondern zwischen politischen Lagern. Unsere Ausstellung setzt sich das Ziel, Karl Liebknecht in seiner Bedeutung und Ambivalenz wiederzuentdecken. Indem wir auch Kritik von Zeitgenossen zeigen, fordern wir die Besucherinnen und Besucher zu einem eigenen Urteil und Dialog auf: Braucht Leipzig mehr Erinnerung an die Arbeiterbewegung?“, fragt Dr. Johanna Sänger, Kuratorin für Stadtgeschichte ab 1800 im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig.

Im Zentrum der Studioausstellung stehen biografische Ereignisse und wichtige Lebensetappen von Liebknecht. Er verbrachte mit seiner Familie die ersten 20 Lebensjahre in Leipzig. Karl Liebknechts Elternhaus bildete vor und in der Zeit der Sozialistengesetze 1878-1890 eines der Zentren der deutschen Arbeiterbewegung und der lebendigen Leipziger Arbeiter- und Gegenkultur.

„Die Geschichte gerade auch der Leipziger Arbeiterbewegung war pluraler, widersprüchlicher und relevanter, als es uns allzu parteiliche Geschichtsschreibungen lange glauben machen wollten. Nicht nur Karl Liebknecht hat es verdient, dass wir uns ihrer Leistungen und Errungenschaften ebenso wie ihrer Irrtümer und Vereinnahmungen heute wieder neugierig und vorurteilsfrei annehmen. Die Ausstellung erinnert an die Familiengeschichte und beleuchtet zugleich die bedeutende Rolle Leipzigs bei der Formierung der modernen politischen Landschaft in Deutschland. Mit einem umfangreichen Aktions- und Beteiligungsprogramm laden wir als Museum zudem auch direkt im Stadtraum auf der KarLi zum Dialog mit Leipzigerinnen und Leipzigern ein.“,ergänzt Museumsdirektor Dr. Anselm Hartinger.

Held oder Hassfigur? Der Leipziger Liebknecht; vom 11. August 2021 bis 30. Januar 2022 im Rahmen des Themenjahres »Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen« und anlässlich des 150. Geburtstages von Karl Liebknecht am 13. August; Stadtgeschichtliche Museum Leipzig, Haus Böttchergäßchen sowie ein Begleitprogramm im Stadtraum mit der Möglichkeit des Dialogs mit Leipzigerinnen und Leipzigern.

Von PM/LMG