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Ausstellungen Meisterwerke aus der Sammlung Maximilian Speck von Sternburg
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Meisterwerke der Sammlung Maximilian Speck von Sternburg im MdbK Leipzig

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14:46 18.11.2021
Claude Joseph Vernet, Italienischer Seehafen, um 1750/60, 1996 Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig
Claude Joseph Vernet, Italienischer Seehafen, um 1750/60, 1996 Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig Quelle: InGestalt/Michael Ehritt
Leipzig

Der weltoffene Kaufmann Maximilian Freiherr Speck von Sternburg (1776 – 1856), einer der Gründungsväter des Museums, war ein passionierter Sammler von Gemälden, Zeichnungen, Druckgrafiken und Büchern. Dank des Verhandlungsgeschicks und der Beharrlichkeit seiner Nachfahren, vertreten durch Wolf-Dietrich Speck von Sternburg und Ilse Speck von Sternburg (1910 – 2012), konnte am 12. November 1996 die Sammlung, bestehend aus 202 Gemälden, 127 Zeichnungen, 192 Druckgrafiken, als „Maximilian Speck von Sternburg Stiftung“ der Stadt Leipzig als Dauerleihgabe übergeben werden.

Einen besonderen Schwerpunkt in der Jubiläumsausstellung bilden dabei die lichtempfindlichen Werke auf Papier – Zeichnungen und Grafiken. Für zwei Monate treten sie ins Licht der Öffentlichkeit.

Maximilian Speck von Sternburg

Maximilian Speck von Sternburg – 1825 zum Ritter von Speck und 1828 zum Freiherrn von Sternburg ernannt – war ein Kunstliebhaber. Auf seinen zahlreichen Geschäftsreisen, die ihn seit 1801 quer durch Europa führten, besuchte er regelmäßig auch Galerien, Museen und Kunstakademien und begann ab 1807 Gemälde zu sammeln.

Aus dem Kaufmann wurde ein passionierter Kunstsammler, der neben dem repräsentativen Charakter auch die Befriedigung seiner ästhetischen Vorlieben suchte, in dem er gezielt Werke aus wichtigen adeligen Sammlungen wie der von Heinrich XLIII. Fürst Reuß zu Köstritz, Moritz Christian Johann Reichsgraf von Fries und bedeutenden bürgerlichen Sammlungen, wie der des Leipziger Rats- und Bankherrn Gottfried Winckler, kaufte. Zur selben Zeit erwarb Speck von Sternburg Werke von zeitgenössischen Künstlern wie Friedrich von Amerling, Johan Christian Clausen Dahl und Caspar David Friedrich, die an der Dresdner Akademie tätig waren.

Gerard de Lairesse, Perseus rüstet sich zur Tötung der Medusa, um 1665, 1996 Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig Quelle: InGestalt/Michael Ehritt

Er verfolgte mit dem Aufbau seiner Privatsammlung das anspruchsvolle Ziel, einen repräsentativen Überblick zu den wichtigsten Kunstströmungen seit der Renaissance zu schaffen. Bei den italienischen, französischen und niederländischen Werken konzentrierte er sich vornehmlich auf Künstler*innen des 16. und 17. Jahrhunderts. Seine Sammelleidenschaft für Kunst auf Papier fokussierte sich besonders auf die Jahre 1812 bis 1827.

Die Kunstwerke der Jubiläumsausstellung reichen mit einer Zeitspanne vom frühen 15. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert und geben dabei einen Einblick in die umfangreiche Sammelleidenschaft Maximilian Speck von Sternburgs.

Die Sammlung war anfangs in seinem Stadthaus „Specks Hof“ und seit 1834 in Lützschena zu besichtigen. Dort hatte er 1822 ein Rittergut erworben, das er aus- und umbaute.

Am 22. Dezember 1856 starb Maximilian im Alter von 80 Jahren. Testamentarisch bestimmte er, dass durch Fideikommiss die Kunstsammlung als unveräußerliches und unteilbares Eigentum immer an den erstgeborenen, männlichen Nachfahren vererbt wird. Beim Verschwinden der männlichen Linie sollte die Kunstsammlung als Sternburg’sches Legat in den Besitz des Städtischen Museums in Leipzig (heute: MdbK) übergehen.

Dank des Familienfideikommisses blieb die Kunstsammlung, trotz politischer Umbrüche, Kriege und Schenkungen als eine der wenigen sächsischen Privatsammlungen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs weitgehend intakt.

Im November 1945 wurde die wertvolle und europäisch geprägte Kunstsammlung aus Lützschena nach Leipzig ins Museum überführt. Die Sammlung wurde 1994 einschließlich der Kunstbibliothek an die rechtmäßigen Erben, Ilse Speck von Sternburg und Wolf- Dietrich Speck von Sternburg, restituiert, die ihrerseits wiederum den Kunstbesitz in das Eigentum der am 12. November 1996 gegründeten „Maximilian Speck von Sternburg Stiftung“ übergaben. Seitdem befinden sich die Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken und Kunstbücher als Dauerleihgabe der Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig.

Neben den 52 Exponaten in der Jubiläumsausstellung sind aktuell 50 Werke aus der Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im gesamten Haus zu sehen.

Meisterwerke aus der Sammlung Maximilian Speck von Sternburg; Sonderausstellung vom 11. November 2021 bis 9. Januar 2022 im MdbK Leipzig

Von PM/LMG