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Ausstellungen Ans Licht geholt: Napoleons Nachttopf und Ulbrichts Küchenstuhl
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Napoleons Nachttopf und Ulbrichts Küchenstuhl im Stadtmuseum Leipzig

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11:21 07.10.2020
Blick in die Ausstellung "...oder kann das weg" des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig Quelle: SGM
Leipzig

Die Depots der Geschichtsmuseen sind meist voll von Dingen, die ungewöhnlich, ästhetisch ausgesprochen anspruchsvoll und oft mit einer faszinierenden Geschichte verbunden sind. Dennoch haben viele von ihnen das Tageslicht seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen.

Warum? Weil sie irgendwie nie in das gerade anstehende Ausstellungsprojekt gepasst haben – eigentlich schade.

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Vor diesem Hintergrund entwickelte das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig ein Ausstellungsformat, das mit „… oder kann das weg? Napoleons Nachttopf, Ulbrichts Küchenstuhl und das Taufkleid von Tante Marta“ im Haus Böttchergäßchen seinen Auftakt hat.

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„Die Ausstellung und die entsprechende Publikation sind Auftakt zu einer Reihe, denn die Auseinandersetzung mit den eigenen Beständen ist eine dauernde Kernbeschäftigung kulturgeschichtlicher Museen. In kundiger wie vergnüglicher Weise stellt sie sich dabei mutig der Frage, warum Museen sammeln und worin die einzigartige Aura und Relevanz auch scheinbar alltäglichster Objekte liegen kann.“, so Dr. Anselm Hartinger, Direktor der Stadtgeschichtlichen Museen Leipzig.

Etliche herausragende Objekte aus den Sammlungen des Hauses werden der Ausstellung vereint, obgleich sie auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Ein Nashorn, mehrere Türklinken und der Jagdrock Kaiser Wilhelms II. fügen sich dabei ebenso zueinander wie die im Titel genannten Exponate.

Blick auf die Hinterlassenschaften unserer Altvordern

Der Zusammenhang stellt sich erst durch die Erzählungen her, für die jedes einzelne Objekt steht. Wie wandelbar der Blick auf die materiellen Hinterlassenschaften unserer Altvordern sein kann, wird deutlich, wenn der Besucher in der Ausstellung unterschiedliche Erzählstränge wählen und so etwas über sozialgeschichtliche, stadthistorische oder sanitäre Aspekte von Nachttopf, Küchenstuhl oder Taufkleid erfahren kann.

Nachtgeschirr, Porzellan Manufaktur Meißen, um 1780; Exponat der Ausstellung "...oder kann das weg" im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig Quelle: SGM

„Ein Reiz der Ausstellung liegt zudem darin, dass sich die Relevanz der Dinge für die jeweilige Erzählung von unserer Vergangenheit oft erst auf den zweiten Blick ergibt. Dabei soll auch die Frage nach dem Selbstverständnis unserer Arbeit mit den Sammlungsobjekten gestellt werden. Wie objektiv ist unser Umgang mit den Dingen? Wie arbeiten wir mit ihnen? Wird an ihnen geforscht? Spielen allein jene Aspekte eine Rolle, die das Objekt selbst mitteilen kann?“ …oder kann das gegebenenfalls einfach weg?“, so Steffen Poser, Kurator der Ausstellung.

„…oder kann das weg?“ Napoleons Nachttopf, Ulbrichts Küchenstuhl und das Taufkleid von Tante Marta“, Studioausstellung vom 7. Oktober 2020 bis 28. Februar 2021

Von PM/red.