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Ausstellungen Gegenseitige Fürsorge als gesellschaftliche Währung: Yin Aiwen in der GfZK
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Rollenspiel und Massage gegenseitige Fürsorge als Währung in der GfZK

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14:23 17.01.2022
Yin Aiwen, The Massage is the Medium, courtesy of the artist.
Yin Aiwen, The Massage is the Medium, courtesy of the artist. Quelle: GfZK Leipzig
Leipzig

Yin Aiwen ist eine Designerin, Theoretikerin und Projektentwicklerin. Ihre spekulativ-künstlerischen Forschungsprojekte zielen auf die Schaffung von Netzwerken ab, in denen selbstbestimmte und verlässliche Beziehungen zwischen Menschen und (digitalen) Systemen möglich sind.

Für Yin ist Gestaltung somit in erster Linie eine Möglichkeit, das Verhältnis von Technologie und Gesellschaft (fortlaufend neu) zu entwerfen. 2017 gründete sie das ReUnion Network, das Beziehungen der gegenseitigen Fürsorge als gesellschaftliche Währung erforscht. In der GfZK präsentiert Yin zwei Beispiele ihrer bisherigen Arbeit.

The Massage is the Medium (2013) ist eine Performance und Installation zugleich. Während die Besucherinnen und Besucher eine medizinische Massage bekommen, tauchen sie in eine visuelle Erzählung über die digitalisierte und weltweit vernetzte Arbeitswelt und über die Warenförmigkeit von sozialen Beziehungen in Zeiten des Massenkonsums ein.

Liquid Dependencies : what does a decentralized caring society look like? (2021) ist ein Rollenspiel (LARP), initiiert von ReUnion Network, in dem es um Beziehungen gegenseitiger Fürsorge geht. Im Verlauf des Spiels erwecken die Spielerinnen uns Spieler die ihnen auf Spielkarten zugewiesenen Charaktere mit ihren eigenen Erfahrungen zum Leben. Im vier- bis fünfstündigen Spiel „verbringen“ sie 20 bis 30 Lebensjahre zusammen und bewältigen private und gesellschaftliche Ereignisse. Das Spiel wurde in Zusammenarbeit mit Dinghaiqiao Mutual-aid Society entwickelt und erstmals im Rahmen der 13. Shanghai Biennale getestet. In der GfZK wird eine mit dem Künstler:innenkollektiv Elli Kuruş entwickelte Leipziger Version vorgestellt.

Sowohl für die Massage als auch die Teilnahme am Spiel ist eine verbindliche Anmeldung über das Buchungssystem der GfZK notwendig.

Der INFORM-Preis für konzeptuelles Gestalten wird seit 2007 jährlich vergeben und ist an der Schnittstelle von Grafikdesign und Kunst angesiedelt. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird von Dr. Arend Oetker gestiftet und ist mit einer Präsentation in der GfZK verbunden.

Yin Aiwen: The Value of Care; Preisträgerausstellung zum INFORM-Preis für konzeptuelles Gestalten, 16. Oktober 2021 bis 2. Januar 2022 in der Galerie für Zeitgenössische Kunst (GfZK) Leipzig.

Von PM/LMG