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Shunk-Kender Kunst durch die Kamera

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09:52 26.10.2020
Ausschnitt aus der Fotografie von Yayoi Kusama, Mirror Performance, New York. Quelle: Shunk-Kender Fund, Roy Lichtenstein Foundation donation. © J. Paul Getty Trust

Der Fotograf Harry Shunk (1924–2006) stammt aus Leipzig. Zusammen mit seinem ungarischen Partner János Kender (1937–2009) arbeitete er zwischen 1958 und 1973 zunächst in Paris, später in New York. Im Auftrag von Künstlerinnen und Künstlern, Galerien, Verlagen und Museen dokumentierten sie neue Kunstformen und wegweisende Ausstellungen.

Auf ihren Fotos, die illustre Persönlichkeiten der internationalen Kunstszene zeigen, darunter die Künstler Marta Minujín, Andy Warhol, Christo, die Galeristinnen Iris Clert und Illeana Sonnabend oder Kritiker wie Pierre Restany, werden verschiedene künstlerische Arbeitsphasen sichtbar: die Arbeit im Atelier, die Präsenz in Galerien, Ausstellungen und im öffentlichen Raum, darunter ikonische Momente, wie Yves Kleins „Sprung in die Leere“, Niki de Saint Phalles und Yayoi Kusamas Aktionen im öffentlichen Raum oder die von Willoughby Sharp initiierte Projektreihe „Pier 18“.

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Mit vielen der über 500 Persönlichkeiten, die sie fotografisch begleiteten, waren Shunk und Kender befreundet und bewegten sich in deren direktem Umfeld. Der großen Öffentlichkeit sind sie jedoch bis heute weitgehend unbekannt.

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Die Fotografien von Shunk-Kender stellen Werke, Prozesse, Orte, private und öffentliche Momente der Kunstwelt hierarchiefrei nebeneinander. Sie sind einzigartige Zeugnisse der Nachkriegsavantgarden und bringen zugleich ein besonderes fotografisches Genre hervor. Hatte Charles Baudelaire die Fotografie noch als „bescheidene Dienerin“ der Künste bezeichnet, so trifft hier eher die Beschreibung von Umberto Eco zu, wonach die Fotografie „als kritische Betrachterin der Künste“ zu deren „vitalem Bestandteil“ wird. In der Ausstellung wird die vielfältige Bedeutung der Bilder von Shunk-Kender erfahrbar: sie sind Dokumente, bildhafte Kunstkritik und künstlerische Werke in einem.

Blick in die Ausstellung "Shunk-Kender. Kunst durch die Kamera" Quelle: André Kempner

An eben dieser Besonderheit knüpft das kuratorische Interesse an. Im Unterschied zu sogenannten Reenactments, Wiederaufführungen von Performances, Raumkonzepten und Ausstellungen, die in den letzten Jahren eine große Popularität genossen, richtet sich der Fokus nicht auf die Rekonstruktion, sondern auf den Entstehungsprozess von künstlerischen Arbeiten. Ausgehend von der Idee der Koproduktion, hier die der beiden Fotografen mit diversen Künstlerinnen und Künstlern, geht es auch um die Frage, wie sich der Werkbegriff der westlichen Kunstgeschichte nach 1945 verändert hat.

"Shunk-Kender. Kunst durch die Kamera" wird kuratiert von Chloé Goulach`, Julie Jones und Stéphanie Rivoire und ist bis zum 14. Februar 2021 in der Galerie für Zeitgenössische Kunst zu sehen.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Centre Pompidou Paris und dem Museo d`arte della Svizzera Italiana Lugano. Sie wird finanziell unterstützt durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, durch die Sparkasse Leipzig und durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Von PM/Red