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Ausstellungen Sonderausstellung „Clara und Felix. Stationen der Künstlerfreundschaft“ im Gartenhaus
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11:03 05.06.2019
Sonderausstellung „Clara & Felix“ im Mendelssohn-Haus). Quelle: Christian Modla
Leipzig

Durch den idyllischen Garten des Leipziger Mendelssohn-Hauses gelangt man ins Gartenhaus, die einstige Remise, worin den Besucher eine Zeitreise erwartet. Prägende Momente aus dem Leben Clara Schumanns und Felix Mendelssohn Bartholdys sind hier aufbereitet. Die Pianistin und der Komponist zeichnete eine besondere Freundschaft aus, die über mehrere Städte hinweg, sowie über den frühen Tod Mendelssohns hinausging.

Leipzig feiert derzeit ausführlich Clara Schumanns 200. Geburtstag am 18. September. Das Mendelssohn-Haus feiert mit der Sonderausstellung, die die Beziehung zwischen Clara und Felix thematisiert. Als Teil ihres Berufsalltags waren beide zeitlebens zwischen den europäischen Musikmetropolen unterwegs. So baute sich auch die Beziehung der beiden an verschiedenen Orten auf. Dies bilden Direktor Jürgen Ernst, Museumsleiterin Cornelia Thierbach und Kuratorin Juliane Baumgart-Streibert in der Ausstellung sinnlich ab.

Im Zentrum steht die Kutsche

Gestaltet von der Designfirma Sterntaler, sind fünf Städte zu sehen, die für Clara und Felix musikalisch wichtig waren – und die auch für ihre Freundschaft prägend wurden. Im Mittelpunkt steht eine Kutsche als Symbol für die Lebens- und Reisestationen der beiden.

Ausgangsort ist Paris. Hier lernten sich die damals erst Zwölfjährige und der bereits erfolgreiche Komponist kennen. Daneben steht Berlin, wo Clara nach dem Bruch mit ihrem Vater Friedrich Wieck bis zu ihrer Hochzeit mit Robert Schumann zu ihrer Mutter gezogen war und wo sie später eine innige Beziehung zu Felix’ Schwester Fanny aufbaute.

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Eine ganze Ausstellungswand ist Leipzig gewidmet, der Geburtsstadt Clara Schumanns, in der Felix Mendelssohn als Gewandhauskapellmeister wirkte. Hier erst konnte ihre Freundschaft wachsen. Hier waren beide Teil des glanzvollen musikalischen Lebens in der Hauptstadt der Romantik.

Allgegenwärtig in London

London und Interlaken waren ebenfalls für wichtige Orte für die beiden – allerdings hielten sie sich hier nie gleichzeitig auf. Erst Jahre nach Mendelssohns letztem Aufenthalt in London reiste Clara Schumann erstmals in die britische Hauptstadt. Dennoch war ihr alter Freund noch allgegenwärtig. Sie traf immerzu auf seine Musik, die beispielsweise Jenny Lind, die Sängerin und enge Freundin Mendelssohns, fest in ihrem Repertoire hatte.

Die letzte Station ist die Schweiz. In Interlaken spürte die Pianistin eine ganz besondere Nähe zu ihrem mittlerweile gestorbenen Freund. Sie wanderte auf seinen Pfaden, konnte seine Eindrücke hautnah nacherleben. Diese hatte er in Reisebriefen festgehalten, so dass sie ihr als Reisebegleiter dienen und sie sich ihm nahe fühlen konnte.

Verbindende Musik

Die Ausstellung ist in Schwarz-Weiß gehalten: Auf weißem Hintergrund ist jeweils ein Baudenkmal den fünf Städten skizzenhaft zugeordnet. Der Berliner Teil wird etwa durch eine Zeichnung des Brandeburger Tors veranschaulicht. Die Kutsche im Herzen der Ausstellung ist weiß, ihre Räder sind schwarz. Dadurch fallen die Bilder um so mehr ins Auge, die als einziges Farbelement im Raum stehen. Ausstellungstexte erklären, welche Bedeutung die Städte für die beiden Freunde hatten. Die Bilder zeigen zeitlich passende Porträts oder Abbildungen von signifikanten Gebäuden und Landschaften. So kann man etwa ein Porträt der zwölfjährigen Clara im Pariser Teil sehen oder eine Kirche in Interlaken, die ein Lieblingsort der Pianistin war und wo Mendelssohn auf seiner letzten Reise in der Schweiz ebenfalls gespielt hatte.

Wem die Erläuterungstexte nicht genügen, der erfährt in der Kutsche nähere Details aus einem kleinen Informationsheft. Zudem besteht die Möglichkeit, besondere Musikstücke, die beide Künstler verbinden, auf der Kutsche zu hören. Auch Sonderführungen mit Juliane Baumgart-Streibert oder Cornelia Thierbach finden zweimal im Monat statt. Sie schließen eine Führung durch die übrigen Räume des Mendelssohn-Hauses mit ein.

Bis Ende Oktober ist die Sonderausstellung im Mendelssohn-Haus zu sehen. Wer sie doch verpasst, kann sie im November während der Mendelssohn-Woche in Aarau besuchen.

SonderausstellungClara und Felix. Stationen der Künstlerfreundschaft“ bis zum 27. Oktober 2019 im Mendelssohn-Haus Leipzig.

Von Yasmin Rau

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