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Ausstellungen Biermann und andere "Störenfriede": Ausstellung zur Kunst- und Protestbewegung in der DDR
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13:59 21.01.2020
"Störenfriede" prangt an der Glasfassade des Deutschen Buch- und Schriftmuseums in Leipzig. Anlass ist die gleichnamige Sonderausstellung zur Kunst- und Protestszene der DDR. Quelle: DNB, Julia Rinck

Nach der Ausbürgerung von Wolf Biermann 1976, den anschließenden Protesten von Intellektuellen und den harschen Gegenmaßnahmen des Staates folgte eine erste große Ausreisewelle: Über 40.000 verließen bis 1983 das Land. Zahlreiche in der DDR verbliebene Künstlerinnen und Künstler zogen sich aus Enttäuschung über die staatliche Kulturpolitik aus dem offiziellen Kunstbetrieb zurück.

Auf der Suche nach Freiräumen entwickelten Kunstschaffende, Intellektuelle, aber auch Jugendliche alternative Lebenskonzepte und Gestaltungsmöglichkeiten: Sie besetzten leerstehende Wohnungen und Fabrikgebäude, die sie als Ateliers oder Probenräume nutzten und zu selbstbestimmten Orten einer „zweiten Öffentlichkeit“ machten. So fanden zahlreiche Konzerte und Lesungen im privatem Umfeld statt, aber auch öffentliche Institutionen wie Kulturhäuser wurden „unterwandert“ und von der alternativen Szene für Ausstellungen oder Performances genutzt.

Zum Thema:

Einen Schwerpunkt der Ausstellung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig bilden Künstlerzeitschriften aus dem Bestand des Museums, die als „Samisdat“ im Selbstverlag jenseits der Zensurwege der DDR als Kleinstauflagen gestaltet und verteilt wurden. Künstlerische Mailart-Projekte –Postkartenkunst als "Fenster zur Welt" – waren ebenfalls eine Alternative zum offiziellen Kulturbetrieb mit seinen reglementierenden Vorgaben. Beispielhaft werden anhand von Ausstellungsplakaten, Originaldokumenten und Fotografien Leipziger Orte einer selbstbestimmten "Zweiten Öffentlichkeit" dargestellt, in denen Kulturakteure gemeinsam intermediale Projekte und Lesungen mit systemkritischen Autoren realisierten.

Verschiedene musikalische Strömungen wie experimentelle Kompositionen, das Freejazz-Festival in Peitz, Straßenmusik, Punkkonzerte der Jugendsubkultur und die vielfältigen Beziehungen der Akteure zueinander ergänzen den musikalischen Aspekt von Kunst und Protest im letzten Jahrzehnt der DDR.

Die Wechselausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek und in Kooperation mit dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Leipzig entstanden

Störenfriede. Kunst, Protest und das Ende der DDR
29. November 2019 bis 26. Juli 2020 im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig
Der Eintritt ist frei.

Mit der Ausstellung "Impressionismus in Leipzig 1900–1914. Liebermann Slevogt Corinth" befasst sich das Museum der bildenden Künste (MdbK) mit seiner eigenen Geschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der zweite Teil zu Max Slevogt ist bis zum 19. April 2020 zu sehen.

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