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Studioausstellung nimmt Jüdische Leipziger Verleger in den Blick

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16:57 09.06.2021
Ausstellungsbesuch "Uns eint die Liebe zum Buch. Jüdische Verleger in Leipzig" im Haus Böttchergässchen des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig.
Ausstellungsbesuch "Uns eint die Liebe zum Buch. Jüdische Verleger in Leipzig" im Haus Böttchergässchen des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig. Quelle: © SGM Leipzig, Katja Etzold
Leipzig

Seit dem 18. Jahrhundert zählt Leipzig zu den bedeutendsten Messe- und Verlagsstädten in Deutschland. Obwohl nur eine Minderheit in der Buchbranche, waren ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch jüdische Verleger, Autorinnen und Autoren sowie Künstlerinnen und Künstler an diesem Erfolg beteiligt, darunter Henri Hinrichsen (Edition Peters) oder Kurt Wolff. Viele andere sind heute fast vergessen.

Wichtige Publikationen des liberalen Judentums entstanden um 1850 dank spezialisierter Verlagshäuser und Druckereien in Leipzig. Jüdische Verleger waren vor allem Anfang des 20. Jahrhunderts sehr vielseitig aktiv: Ihre Publikationen reichten von religiösen Schriften über die berühmten Notendrucke der Edition Peters bis zu wissenschaftlichen Werken, Stadtplänen und Zeitschriften oder Künstlerbüchern der Moderne.

Das Leipziger Verlagshaus C. F. Peters in der Talstraße 10, Postkarte 1922. Quelle: © SGM Leipzig

„Buch und Ausstellung wagen trotz aller Unterschiede und weißer Flecken eine erste Zusammenschau der Lebenswerke dieser jüdischen Verleger und verweisen auf bedeutende Autorinnen und Autoren, Firmenangehörige und Kunstschaffende. Viele der Beteiligten wurden bisher noch nicht eingehend gewürdigt. Ihre Geschichte zeigt eine neue Facette des Kulturtransfers in der Buchstadt Leipzig. Sie ist ein wichtiger Baustein für die weitere Erforschung und Vermittlung jüdischen Lebens hier einst und jetzt.“, so Museumsdirektor Dr. Anselm Hartinger.

„Die Zahl der hier ansässigen Verleger jüdischen Glaubens oder jüdischer Herkunft ist bis heute nicht genau bekannt. Das Projekt kann daher auch nicht an alle Persönlichkeiten erinnern. Zu viele Zeugnisse sind verloren. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen können kaum noch befragt werden. So steht diese Auswahl stellvertretend auch für die Leistungen und Ausstrahlung auch der ungenannten Vertreter des Buchwesens der Stadt Leipzig.“, ergänzt Dr. Johanna Sänger, Kuratorin für Stadtgeschichte ab 1800 im Museum.

Belegschaft des Musikverlages Anton J. Benjamin; in der Mitte sitzend Geschäftsführer Richard Schauer, um 1935. Quelle: © SGM Leipzig, Schenkung Dr. H. Braunsberg

Begleitend zur Ausstellung ist das gleichnamige Buch im Stadtgeschichtlichen Museum, über den Verlag Hentrich & Hentrich Verlag Berlin Leipzig und im Buchhandel erhältlich. Es vereint auf 164 Seiten 62 teils farbige Abbildungen und einen Stadtplan.

Uns eint die Liebe zum Buch. Jüdische Verleger in Leipzig. 1815–1938; Studioausstellung vom 1. Juni 2021 bis 25. Juli 2021 im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig, Haus Böttchergässchen

Von PM/LMG