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Ausstellungen Vom Altbau in die Platte: Fotoausstellung dokumentiert DDR-Geschichte
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15:31 17.06.2019
Leipzig Reudnitz: Auszug aus der Kuchengartenstraße, 1979 Quelle: Karla Voigt
Leipzig

 Die Leipziger Diplomfotografikerin Karla Voigt war von 1978 bis 1988 angestellte Fotografin beim Verlag für die Frau und 19 Jahre an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein als Dozentin für Fotografie tätig.

In den Jahren von 1979 bis 1981 begleitete sie im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der Hochschule für Grafik und Buchkunst den Umzug einer Hausgemeinschaft aus einem völlig desolaten Haus in der Kuchengartenstraße 8 in einen neuen Wohnblock in den damals entstehenden Stadtteil Leipzig-Grünau.

Im Mittelpunkt der sozialhistorischen Dokumentation stehen Menschen mit ihren Sehnsüchten und Wünschen, die auch in der neuen Umgebung ihre lange gewachsenen sozialen Bindungen weiter pflegten.

Ausgewählte Fotos der Ausstellung „Aus der Kuchengartenstraße nach Grünau. Eine fotografische Dokumentation von Karla Voigt“ im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig (Studioausstellung bis 10 Juni 2019)

Bei diesem Projekt wurde der gesamte Prozess von der Grundsteinlegung 1976 über die Planung des Umzuges bis zum Einzug in die neuen Wohnungen künstlerisch und in ambitionierter Weise mit den Ausdrucksmitteln der Zeit in Bild und Text festgehalten. Durch die einfühlsame Arbeit der Fotografin entstand eine Nähe, die ungestellte Aufnahmen in einem von harten Rahmenbedingungen gekennzeichnet Alltag ermöglichte.

Die meisten Leipziger wohnten bis 1989 in Vorkriegsaltbauten, deren Komfort von ehemals hochherrschaftlich bis unzumutbar reichte. Nur 35,4% der Wohnungen waren nach 1945 gebaut worden, wobei 17,8% des gesamten Wohnungsbestandes nach 1970 entstand. Zum Zeitpunkt der politischen Wende lebten ca. zwei Drittel der Leipziger in Altbauwohnungen, deren Komfort von ehemals hochherrschaftlich bis unzumutbar reichte.

Zum Thema: Mehr News und aktuelle Ausstellungen der Leipziger Museen

Die unzureichende Versorgung mit Wohnraum wurde zu einem der drängendsten Probleme in der späten DDR. Um die zur politischen Gefahr gewordene Wohnungsfrage zu lösen, beschloss die SED 1973 ein Wohnungsbauprogramm.

Der Hauptweg zur Erfüllung dieses anspruchsvollen Ziels lag im extensiven Neubau „auf der grünen Wiese" mit Hilfe des in der gesamten DDR verwendeten „WBS 70" Einheitsplattensystems. In Leipzig-Grünau wurde 1976 der erste Spatenstich für ein Wohngebiet für 100 000 Menschen gelegt. Für viele Leipziger verbesserten sich dadurch die Wohnverhältnisse. In diese Wohnungen zogen auch die ehemaligen Mieter der Kuchengartenstraße 8. Für sie waren Zentralheizung und Bad ein enormer Fortschritt.

Die Herausforderungen der Pionierzeit in Leipzig-Grünau und das Einleben in einer neuen Umgebung, die für Jahrzehnte eine neue Heimat werden sollte, werden auf 80 Fotografien gezeigt.

Aus der Kuchengartenstraße nach Grünau
Eine fotografische Dokumentation von Karla Voigt
Studioausstellung bis 10. Juni 2019 im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig (Neubau)

Von PM/red.

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