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Ausstellungen Zwischentöne: Udo Lindenberg stellt im Museum der bildenden Künste aus
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11:48 08.11.2019
Ausschnitt aus Udo Lindenbergs Arbeit "Deutschland, wat nu?", 2007, Mischtechnik auf Papier, 36x48cm. Quelle: MdbK / Udo Lindenberg

Udo Lindenberg (Jahrgang 1946) gehört bis zum heutigen Tag zu jenen Künstlern, die in der Musik, der Malerei und der Grafik oder im Film den Freiheits- und Friedenswillen und die Kritik an verkrusteten Gesellschaftsstrukturen einer ganzen Generation formulieren. 

Viele von Lindenbergs Liedtexten und ein großer Teil seiner bildenden Kunst transportieren Botschaften, die in unmissverständlich deutlicher Sprache an die Rezipienten gerichtet sind. Auf dem von den Initiatoren des "Krefelder Appells" ausgerichteten Konzertes "Künstler für den Frieden" am 11. September 1982 lernte er Joseph Beuys kennen. Die beiden freundeten sich an und Beuys überzeugte Lindenberg, fortan auch die bildende Kunst als Ausdrucksmittel für seine Botschaften zu verwenden.

Der überzeugte Friedens- und Umweltaktivist Udo Lindenberg engagierte sich bereits seit Ende der 1970er Jahre gegen rechte Gewalt. Im Jahr 2001 initiierte er mit Freunden die Konzertreihe „Rock gegen rechte Gewalt“, die ihn 2002 nach Leipzig führte, wo er großen Zuspruch erhielt. Lindenberg hatte für dieses Projekt einen neuen Song geschrieben, „Pimmelkopp“, und unter demselben Titel eine Serie von Gemälden geschaffen, die in der Ausstellung zu sehen sind. Mit seiner 2006 ins Leben gerufenen Stiftung unterstützt Udo Lindenberg humanitäre und soziale Projekte in Deutschland sowie in Afrika und folgt so auf unverfälschte Art und auf mehreren Ebenen seiner Vorstellung von einer gerechteren Welt.

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Der Titel „Zwischentöne“ zielt zum einen auf Lindenbergs gemalte Artikulierungen dieses Engagements, die in mehreren Kapiteln thematisiert werden: Für den Frieden, gegen rechte Gewalt, Schutz der Umwelt, Bunte Republik Deutschland und vieles mehr. Der zweite Themenkomplex der Ausstellung ist dokumentarisch orientiert und zeigt Udo Lindenbergs ganz besonderes Verhältnis zu Ostdeutschland. Schon in jungen Jahren hat sich der Künstler für ein vereintes Deutschland stark gemacht. Von seiner deutsch-deutschen Liebesballade „Wir wollen doch einfach nur zusammen sein“ (1973) ausgehend, werden sowohl seine Beschäftigung mit dem „zweiten Deutschland“ als auch sein Wunsch, mit seinen Liedern dort aufzutreten immer stärker. Nach mehreren Anläufen innerhalb von 8 Jahren erhält er 1983 die Möglichkeit im Rahmen einer Veranstaltung der FDJ unter dem Motto „Für den Frieden der Welt“ im Palast der Republik aufzutreten. Anlässlich der Pressekonferenz in der Akademie der Künste der DDR weist er auf die Gefahren eines Atomkriegs hin und forderte Abrüstung in Ost und West. Eine für 1984 geplante Tournee durch die DDR wird ihm später untersagt.

Erst im Januar 1990 geht sein Traum nach einer Tournee in Ostdeutschland in Erfüllung, die ihn auch nach Leipzig führt. Die Liebe für dieses Land und seine Menschen ist ab diesem Zeitpunkt eine nicht mehr enden wollende. Für die Präsentation dieser persönlichen Beziehung wurden Dokumentationskorridore errichtet, die mit Fotografien und anderen Zeitdokumenten die unterschiedlichen Etappen wiedergeben.   

Die Ausstellung „Udo Lindenberg. Zwischentöne“ entstand auf Anregung von Udo Lindenberg aus Anlass des 30jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolution. Die von Alfred Weidinger in enger Abstimmung mit dem Künstler kuratierte Ausstellung zeigt unter anderem 50 teils großformatige Gemälde und Aquarelle, ca. 200 historische Fotografien aus dem Archiv Udo Lindenberg, seinen „Trabi“ (einer der letzten Trabanten, der das Zwickauer Werk verließ), die Erich Honecker geschenkte Lederjacke, Honeckers Gegengeschenk, die Schalmei, sowie historische Filme, darunter die Dokumentation des Konzertes von 1983 im Palast der Republik und ein bislang nicht ausgestrahltes Interview mit Markus Lüpertz über Udo Lindenberg.

Ausstellungsdauer

6. September bis 1. Dezember 2019 (verlängert bis 5. Januar 2020)

PM/red.

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