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13:10 12.08.2019
Zum Ausstellungsabschluss wurde auch eine Zeitreisekapsel bestückt und vergraben. Quelle: Sylvio Hoffmann

Live-Speaker führten die Besucher durch die Ausstellung „The German Dream“ und noch einmal lud das Museum zur Doppelkopfrunde in der Installation "Weißes Ross" ein. Künstlerin Mathilde ter Heijne persönlich begleitete die Gäste durch ihre Präsentation „Woman to Go“. Zum Finale am späten Nachmittag wurde die Zeitkapsel aus der Ausstellung "The German Dream" im Innenhof des Museums vergraben. DJane Menerva Umay untermalte die Finissage musikalisch.

Impressionen von der Finissage "The German Dream" und "Woman to Go" am 11. August 2019 im Grassi Museum für Völkerkunde Leipzig.

Das Ausstellungsprojekt "Woman to Go – Das Persönliche und Unpersönliche in Präsentation und Repräsentation" von Mathilde ter Heijne konnten und wollte auf die Leerstellen in den Archiven und damit auch auf eine einseitige oder auch subjektive Geschichtsschreibung in Kulturinstitutionen aufmerksam machen. Die Installation ermöglichte durch die willkürliche Zuordnung und Loslösung von Portraitfotos und Biografie einen alternativen Zugang sowie Umgang mit historischem Archivmaterial. Neben der Sichtbarmachung der Benachteiligung von Frauen und Menschen, die als Frauen geboren wurden, konnten auch  Videoarbeiten von Besucher*innen deutlich machen, dass immer noch eine strukturelle Benachteiligung und Kategorisierung auf unterschiedlichsten Ebenen innerhalb der Gesellschaft vorherrschen und dies nicht nur ein Problem von vor 100 Jahren war.

"Woman to Go"-Kuratorin Stefanie Bach erklärte anlässlich der Finissage: "Es war wunderbar zu sehen, dass die Besucher*innen die Postkarten zahlreich mitgenommen haben und Sie dadurch natürlich auch wieder ihr eigenes Archiv erstellt haben und somit auch die Geschichten der heute überwiegend unbekannten Menschen ins Bewusstsein der Besucher*innen gelangten."

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"The German Dream – Ütopien aus den Reihenhäusern" wendete den Blick auf ein in den Völkerkundemuseen oft vergessenes Thema: die Deutschen. Zusammen mit Künstler*innenkollektiven wie Para International oder durch Einzelarbeiten von Heidi Baudrich, Wilhelm Frederking, Paul Altmann, Christian Werner oder Philipp Meuser zeichnete die Ausstellung einen Blick aus der Zukunft zurück in die Vergangenheit. Wo gehen „wir“ hin und wo kommen „wir“ her? Ein Thema welches auch in der Installation „Die Höhle“, einer Art Gruselkabinett „der Deutschen“, durch das Rammstein-Video „Deutschland“ prägnant zusammengefasst wurde.

Dabei versuchte die Ausstellung neben ironischen Herangehensweisen auch ernste Themen aufzugreifen: beispielsweise das Verschwinden der Kneipenkultur. Im Museum konnte dann die verschwundene Leipziger Traditionskneipe „Weißes Roß“ widereröffnet werden. Diese erhielt durch viele Besucher*innen und die darin weitergeführten Doppelkopfrunden große Resonanz und zeigte auch einen neuen Umgang mit Musealisierung. Die Kneipe zwischen Objekt, musealem Ausstellungsstück und Weiternutzung.

Während der gesamten Laufzeit konnten Besucher*innen ihre Grüße, Wünsche oder ihre gegenwärtigen Beobachtungen aufschreiben. Diese „Grüße an die Menschen der Zukunft“ wurden zur Finissage in eine Zeitkapsel verpackt und im Hof des Grassi vergraben. In 100 Jahren, zum 250 Jährigen Jubiläum des Grassi Museums für Völkerkunde, soll diese ausgegraben werden. Die Zeitkapsel wurde randvoll gefüllt und der Zuspruch an diesem Zeitexperiment teilzuhaben war enorm: das zeigten die teils langen Briefe oder mühevollen Zeichnungen, welche Besucher*innen für die Zeitkapsel hinterlassen haben.

Beide Ausstellungen, deren Themen und Herangehensweisen nicht unterschiedlicher sein konnten, nutzten neue Wege und zeitgemäße Ansätze, um die vielfältigen Aktionsfelder eines ethnologischen Museums des 21. Jahrhunderts aufzeigen.

PM/red.

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