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15:57 20.03.2019
Gedenkstättenleiter Tobias Hollitzer im ehemaligen Kinosaal Quelle: Andre Kempner
Leipzig

In diesem Jahr lädt die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ vom 21. bis 24. März 2019 zu insgesamt 22 Veranstaltungen an zwei Orten – im ehemaligen STASI-Kinosaal und im Ausstellungsraum des Museums.

Sowohl namhafte Historiker und Vorsitzende von Aufarbeitungseinrichtungen als auch DDR-Oppositionelle und Opfer der kommunistischen Diktatur in der DDR präsentieren ihre neuen Werke.

Eintritt frei!

Allein am Donnerstag, den 21. März 2019 finden insgesamt sieben Buchpremieren, Lesungen und Gesprächsrunden statt. Diese befassen sich u. a. mit Kindesentzug und Adoptionen, Heimerziehung als Umerziehungsmaßnahme, Vertreibungen im Kommunismus, Hafterfahrungen im einzigen Militärgefängnis der DDR sowie den Todesurteilen in den DDR-Geheimdiensten und dem Moderator der DDR-Propagandasendung „Der Schwarze Kanal“, Karl-Eduard von Schnitzler.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Gesprächsrunde mit Anna Kaminsky und Roland Jahn

Zu den Höhepunkten des breiten Themenspektrums gehört auch am Samstag, den 23. März 2019 die Vorstellung von Heiko Holstes Werk „Warum Weimar? Wie Deutschlands erste Republik zu ihrem Geburtsort kam“ mit einem anschließenden Podiumsgespräch mit Stephan Zänker vom Weimarer Republik e. V. und Tobias Hollitzer, dem Leiter der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“.

An die Buchvorstellung am Freitag, 22. März 2019, von Anna Kaminsky, der Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, zum neuen Band über die weltweiten Gedenkstätten und Museen für die Opfer der kommunistischen Diktatur schließt sich ebenfalls eine Gesprächsrunde an, an der sich u. a. Roland Jahn, der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen beteiligt.

In dem Gespräch geht es insbesondere um die Erinnerungsorte für die Opfer der SED-Diktatur in der DDR und ihre Bedeutung für die Vermittlungs- und Bildungsarbeit im Kontext internationaler Erfahrungen.

Blick auf den DDR-Militärstrafvollzug

Höhepunkt am Donnerstag ist eine Doppel-Lesung um 20.00 Uhr zum einzigen Militärgefängnis der DDR. Ein Opfer der SED-Diktatur sowie ein Wissenschaftler berichten im ehemaligen Stasi-Kinosaal über den DDR-Militärstrafvollzug aus dem Blick der Stasi und eines Häftlings.

Das einzige Militärgefängnis der DDR befand sich in der nordostbrandenburgischen Stadt Schwedt an der Oder und war ab 1968 das zentrale Militärgefängnis der DDR. Es wurde zur Disziplinierung von Angehörigen der Nationalen Volksarmee genutzt.

Für nahezu jeden männlichen DDR-Bürger war Schwedt deshalb ein negativ besetzter Begriff. Die dort praktizierte Kombination von Freiheitsentzug mit Schichtarbeit, militärischer Ausbildung und politischer Schulung bedeutete gegenüber anderen Gefängnissen eine verschärfte Situation, auch wenn die in Schwedt maximal zu verbüßende Strafhöhe „nur“ zwei Jahre betrug. Diese Zeit musste allerdings in der NVA „nachgedient“ werden.

Der Historiker Arno Polzin wertete für sein Buch „Mythos Schwedt. DDR-Militärstrafvollzug und NVA-Disziplinareinheit aus dem Blick der Staatssicherheit“ über 900 Akten aus den Beständen des Ministeriums für Staatssicherheit aus, sodass nun viel zum Innenleben des Militärstrafvollzugs bekannt wurde, inklusive der Einbindung der Staatssicherheit.

Polzin wird als erstes sein Buch vorstellen. Nach ihm liest Klaus Auerswald aus seiner Autobiografie „Sonst kommst du nach Schwedt! Der Bericht eines Militärstrafgefangenen“. Darin skizziert der ehemalige Soldat seine Erlebnisse, die er als inhaftierter Militärangehöriger sammeln musste.

Wegen angeblich „mehrfach begangener staatsfeindlicher Hetze“ wurde er zu einem Jahr und acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Seine staatsfeindliche Hetze habe darin bestanden, dass er sich kritisch mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in der damaligen CSSR auseinandersetzte.

Das gesamte Leipzig-liest-Programm der Gedenkstätte „Museum in der Runden Ecke“ steht auf der Museumswebsite. Dort kann das Programm auch als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Von PM/red.

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