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08:22 21.12.2018
Das Haus „Zum Arabischen Coffe Baum“ ist eines der ältesten kontinuierlich betriebenen Café-Restaurants Europas. Zum Jahresende ist vorerst Schluss. Quelle: André Kempner
Leipzig

Mit dem Jahreswechsel gehen die Lichter aus: Das Traditionsrestaurant „Zum Arabischen Coffe Baum“ wird dann für mindestens anderthalb bis zwei Jahre schließen. Wie berichtet, gehen die jetzigen Betreiber Bettina und Peter Steffen in den Ruhestand. Sie betreiben das Restaurant seit November 1998, vorher wurde das Haus saniert. Die Stadt, der die Immobilie in der Kleinen Fleischergasse gehört, will nun notwendige Reparaturen veranlassen. Im Etatentwurf 2019 sind dafür bereits gut 500 000 Euro vorgesehen, da bekannt war, dass die Wirtsleute ihren Vertrag nicht verlängern werden.

Erheblicher Sanierungsbedarf am Gebäude

„Die Summe wird wahrscheinlich nicht reichen“, sagt Susanne Kucharski-Huniat, die Kulturamtsleiterin. Brandschutz, Lüftung, Sanitärtechnik und Hygiene – vieles muss gemäß den aktuellen gesetzlichen Vorschriften verbessert werden. Mit einem Wechsel der Betreiber entfällt der Bestandsschutz.

„Bei einer Begehung mit dem Veterinär- und Lebensmittelamt gab es etliche Auflagen, die abzuarbeiten sind. Das ist bei laufendem Betrieb aber nicht möglich.“ Deshalb musste der ursprüngliche Plan, dass gleich ein neuer, auch schon gefundener Pächter übernimmt, zu den Akten gelegt werden.

„Das können wir niemandem zumuten, da nicht abschätzbar ist, wie lange die Sanierung dauert“, so Kucharski-Huniat. Auch die Fassade muss ertüchtigt werden, heißt es. Im ersten Halbjahr 2019 soll der Planungsbeschluss im Stadtrat erfolgen. Parallel dazu will die Stadt per Ausschreibung einen Pächter suchen, der einbezogen werden soll. Die Stadt sei schließlich interessiert, dass die Tradition des Hauses fortgesetzt wird.

Das Gebäude „Zum Arabischen Coffe Baum“ beherbergt eines der ältesten Café-Restaurants Europas. „Wir brauchen jemanden, der Lust hat, das bisherige Konzept fortzusetzen und für die Zukunft weiterzuentwickeln“, so die Kulturamtschefin. Ziel sei es, die Schließzeit so gering wie möglich zu halten.

Museum nur noch bei Führungen offen

Was wird aus dem Kaffeemuseum? „Für uns ist es eine unangenehme Situation, so ein stadtgeschichtliches Juwel nicht präsentieren zu können“, sagt Volker Rodekamp, der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums, zu dem das Kaffeemuseum gehört. Das Gebäude sei schließlich in jedem Leipzig-Reiseführer erwähnt. Bislang ist das Museum, das pro Jahr etwa 30 000 Gäste bei freiem Eintritt besuchen, an die Öffnungszeiten des Restaurants gekoppelt. Rodekamp: „Ein individueller Besuch wird nicht möglich sein. Wir bieten es unseren Besuchern aber bei Führungen an.“ Versucht werde, über die Museumspädagogen und falls nötig auch freie Mitarbeiter die Nachfrage zu bedienen. Überlegt wird auch, eine stundenweise Öffnung zu bestimmten Zeiten zu ermöglichen. Das geht freilich nur, wenn die Baufreiheit dies zulässt.

Ausstellung wurde bereits erneuert

Die Ausstellung, eine Zeitreise durch mehr als 300 Jahre sächsische Kaffeegeschichte, ist einschließlich der Technik und Ausrüstung der Räume 2016/17 komplett überarbeitet worden. Doch auch die Treppenhäuser sowie Belüftungen müssen saniert werden. „Dann müssen wir das Museum temporär schließen“, so Rodekamp.

Von Mathias Orbeck

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