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News „Umbruch-Stücke“ und „Wende-Momente“- Museum plant Bürgerausstellung
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12:01 06.07.2019
„Wende-Bank“ von Kurt Findeisen, der diese Bank eigenhändig hergestellt und während der Montagsdemonstrationen 1989 in Leipzig hinter sich hergezogen hat. Die Unterschriften auf der Holzbank sammelte er während der Demonstration. Seine Botschaft: die Erneuerung von Staat und Gesellschaft soll nicht auf die lange Bank geschoben werden. Er war der letzte Handwagenbauer Leipzigs. Solche Stücke sucht das Stadtgeschichtliche Museum für eine Bürgerausstellung 2019. Quelle: Stadtgeschichtliches Museum
Leipzig

Viele Leipziger haben die Friedliche Revolution vor 30 Jahren erlebt – sicherlich auf verschiedene Weise. Was haben die Bürgerinnen und Bürger wirklich in Erinnerung, wenn sie daran denken? Und vor allem: Welche Dinge haben sie in diesen turbulenten Wochen begleitet, welche ganz individuellen Momente ihr Bild von Umbruch und Neubeginn geprägt? Das möchte das Stadtgeschichtliche Museum wissen, das ab 17. September im Alten Rathaus eine Bürgerausstellung plant. „Umbruch-Stücke“ und „Wende-Momente“ will diese zeigen.

Alltägliche Dinge erzählen Geschichte(n)

„Natürlich sind in unserer Dauerausstellung zur Geschichte Leipzigs die Ereignisse vom Herbst 1989 präsent. Bei Großveranstaltungen und beim öffentlichen Gedenken wird dazu zum 30. Jahrestag auch viel vorbereitet“, sagt Anselm Hartinger, der Direktor des Museums. „Wir möchten aber auch die persönlichen Geschichten von Leipzigern – hinter den historischen Deutungen – aufnehmen.“ Welche persönlichen Dinge und Momente verbinden sie damit und haben sie durch diese bewegte Zeit begleitet? „Vielleicht hatte für jemanden ja auch ein Buch, vielleicht in der DDR verboten, eine besondere Bedeutung“, nennt Hartinger ein Beispiel. Oder eine Schallplatte, die es nicht zu kaufen gab. Gewünscht sind vor allem alltägliche Dinge.

Vom Lohnzettel bis zum Halstuch

Vom selbstgemalten Plakat bis zum wärmenden Kleidungsstück bei Demonstrationen und Sitzblockaden, das in den Schrank verbannte Pionierhalstuch, vom ersten Westmitbringsel bis zum letzten Lohnzettel des Volkseigenen Betriebes: Das Stadtgeschichtliche Museum hat bereits private Stücke gesammelt, die in der Ausstellung zu sehen sein werden.

Schallplatte vom Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel. Wenzels Musik begleitete den Leipziger Ulf Richter seit der Wendezeit bis heute. Wenzels erste Schallplatte erschien 1987 noch bei Amiga; im Plattenladen konnte Ulf Richter sie aber nie erstehen. Erst 1991 fiel sie ihm in der Jenaer Ernst-Abbe-Bibliothek zu, die sich günstig von Altlasten trennte: 50 Pfennig West für den Liedermacher Ost. Quelle: Stadtgeschichtliches Museum

„Wir möchten aber gerne mehr erzählen – und vor allem die Bürger beteiligen.“ Dem Museum geht es sowohl um Objekte als auch Geschichte(n). Anselm Hartinger selbst war damals Schüler, hatte praktischen Unterricht in „Produktiver Arbeit“ (PA). „Damals kam der Meister rein und hängte kommentarlos das Honecker-Bild ab“, erinnert er sich. „Das Politbüro ist weg“, sagte dieser dann auf Nachfrage.

Erinnerungsbörse geplant

Am 24. August, 11 bis 15 Uhr, will das Museum zudem zur Erinnerungsbörse in die Alte Börse einladen. „Ich hoffe, die Menschen haben darauf Lust. die Friedliche Revolution war schließlich eine Zeit, in der Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nahmen.“ Alles sei bedeutend, nichts zu alltäglich, wenn es eine persönliche Geschichte erzählt.

Wer Teil der Bürgerausstellung werden möchte, kann sich ans Stadtgeschichtliche Museum wenden: stadtmuseum@leipzig.de, Stichwort „Friedliche Revolution“.

Von Mathias Orbeck

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