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Pausenfüller Paarhufer packt seine Sachen: Der Wilde Heinz verlässt Leipzig
Thema Specials Pausenfüller Paarhufer packt seine Sachen: Der Wilde Heinz verlässt Leipzig
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20:27 22.11.2015
Jan Greifelt (links), der wilde Heinz und Stephan von Soden am Tat der Verabschiedung. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

 Die Messestadt verliert erneut eine Szene-Persönlichkeit. Nachdem Blogger André Herrmann schon vor Monaten gen Brüssel umgezogen ist, verlässt nun auch der wilde Heinz seinen Stall in Leipzig-Lindenau. Der Ziegenbock, seit zwei Jahren Namensgeber des Café-Freisitzes „Zum Wilden Heinz“ (Hähnelstraße 22), wird an die Wallwitzburg nach Dessau umziehen. Das erklärte Besitzer Stephan von Soden am Sonntag gegenüber LVZ.de.

„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Es gibt viele Menschen, die sich in den letzten Jahren aufopferungsvoll um Heinz gekümmert haben. Er sieht uns alle ja auch als seine Herde an. Aber es gibt gewisse Bedürfnisse, die wir ihm eben doch nicht erfüllen können“, so von Soden weiter. Ja, der Heinz will und soll sich reproduzieren. Dafür möge er nun Anschluss in jener Ziegen-Herde suchen, aus der er einst nach Leipzig kam.

An der Wallwitzburg, einer durch Privatinitiative in Wiederaufbau befindlichen Ruinenanlage zwischen Dessau und Roßlau, grast der Paarhufer künftig am schönen Ufer der vorbeifließenden Elbe. Stephan von Soden betont aber auch: „Der Heinz hat sich bisher in Leipzig auch sehr wohl gefühlt. Er hat sich zu einem wirklich properen Ziegenbock entwickelt“, so der Lindenauer. Sein Stall auf dem Gelände des Cafés, auf einer Freifläche mitten im Stadtteil, sei erst vor sieben Monaten noch einmal vergrößert worden. Heinz bekam dadurch noch mehr Auslauf und Klettermöglichkeiten, erklärt von Soden.

Der wilde Heinz wechselt nach Dessau. Die teaminterne Rangordnung hatte der kopfstarke Publikumsliebling schon länger in Frage gestellt, so sein Chef Stephan von Soden.

In zunehmendem Maße habe das Tier aber auch versucht, seinem (menschlichen) Leitbock den Rang abzulaufen. „Wir haben oft gerangelt. Er hat versucht, meine Position in Frage zu stellen. Dann musste ich ihn an den Hörnern packen und zeigen, wer der Stärkere ist“, erzählt sein Besitzer. In der neuen Herde soll Heinz nun die Chance bekommen, sich tatsächlich als Leitfigur zu etablieren. „Ich bin gespannt, er ist ja doch ganz pfiffig“, sagte von Soden.

Trotzdem: Wehmut bleibt, nicht nur beim Café-Personal, sondern auch bei den Besuchern. Am Sonntagnachmittag konnten sich Interessierte zumindest noch gebührend vom Ziegenbock verabschieden. Zur feierlichen „Goodbye Heinz“-Party gab es standesgemäß Kaffee, Kakao und Kuchen. Und damit soll auch in Zukunft nicht Schluss sein. Das Café samt Freisitz und selbst gebauter Blockhütte werde auch künftig an Ort und Stelle sein, sagte Betreiber Stephan von Soden. Nur eben ohne echten Ziegenbock.

Von Matthias Puppe

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Matthias Puppe 22.09.2015