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Adventsnews Vier Frauen am Saxophon rocken die Weihnachtsbühne
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Sachsen im Advent
18:38 07.12.2019
„Die Sax'n“, so nennt sich das Frauen-Saxophon-Quartett aus Leipzig mit (v. l.) Alexandra Michaelis, Altsaxophon (21), Isabell Rose (Altsaxophon, 27), Corinna Stieler (Baritonsaxophon, 35) und Luci Lux (Tenorsaxophon, 19). „Die Sax'n“ laden am dritten Adventssonntag in die Laurentiuskirche zum Weihnachtskonzert ein. Am 25. April 2020 feiern sie mit einem Jubiläumskonzert ihr fünfjähriges Bestehen. www.die-saxn.de Quelle: Die Sax'n
Leipzig

Corinna Stieler kommt gerade aus dem Saxophonunterricht und trinkt in der Pause erst mal einen Kaffee. An der Leipziger Musikschule „tonicum“, die sie gemeinsam mit Frank-Michael Jirka leitet, unterrichtet die 35-Jährige vor allem Saxophon, aber auch Klavier, Blockflöte, Gitarre und Ukulele. Von ihren 20 Saxophonschülern ist die Hälfte weiblich. Was bringt eigentlich immer mehr Frauen und Mädchen dazu, Saxophon zu spielen?

Die erfahrene Musiktherapeutin überlegt kurz: „Ich glaube, es ist zum einen die Optik, das Instrument sieht einfach schön aus, zum anderen spielt es nicht jeder, das hat einen Reiz, und drittens ist es der spezielle Klang.“ Und sie kommt ins Schwärmen: „Man kann sehr akzentuiert spielen. Das reicht von warmen Klängen, die man richtig weich intonieren kann, bis zum harten rockigen Sound.“

Die Kleinste spielt das größte Saxophon

Im Saxophon-Quartett „Die Sax’n“ spielt ausgerechnet sie als die kleinste der vier jungen Frauen das größte Instrument. „Das Baritonsaxophon, das ich umhängen habe, wiegt um die acht Kilogramm. Da muss man schon schauen, dass es auf der Bühne auch ansprechend aussieht. Aber wenn ich einmal in Schwung bin, kann ich mich gut bewegen“, erzählt die vor Energie sprühende Musikerin. „Das Baritonsaxophon, das spielt nun wirklich nicht jeder“, lächelt sie stolz. „Ich mag das tiefe Grummelnde, das gibt Tempo und Rhythmus vor, und das bildet auch die Basis des Ensembles, auf das sich alles andere draufsetzt“, streichelt sie praktisch mit Worten ihr Musikinstrument.

Corinna Stieler, 35, Baritonsaxophon. Foto: Die Sax’n Quelle: Andreas Vorreyer

Luci und Alexandra waren Schülerinnen von Corinna Stieler

Dann erzählt sie, wie sich die vier jungen Frauen eigentlich kennengelernt haben. „Luci und Alexandra waren meine Schülerinnen und konnten richtig gut spielen.“ Beide begannen im Alter von neun Jahren mit dem Saxophonunterricht und sind derzeit Studentinnen. Alexandra Michaelis (21) studiert Erziehungswissenschaften in Halle und Luci Lux (19) Betriebswirtschaftslehre in Berlin, was zusätzlichen Organisationsaufwand für Proben und Auftritte mit sich bringt.

Isabell und ich, wir hatten mit Werner Klee einst denselben Saxophon-Lehrer.“ Anfangs spielte Werner Klee als Nummer fünf sogar noch mit. Isabell Rose (27) hat mit 15 Jahren die Liebe zum Saxophon entdeckt. Die gelernte Rettungsassistentin schult derzeit beruflich um auf Logopädin. Mit inzwischen zwei Kindern konnte sie den Schichtdienst im Rettungswesen nur schwer bewältigen.

Spielen Frauen anders Saxophon?

Nun beantworten alle vier jungen Damen die Frage aller Fragen: Klingt es anders, wenn nur Frauen zusammen Saxophon spielen? Die einzige Profimusikerin des Quartetts, Corinna Stieler, überlegt nicht lange und sagt lachend: „Eigentlich nicht. Aber es sieht besser aus.“ Isabell Rose unterstreicht diesen Faktor: „Eine musikalische Combo, speziell im Bereich der Blasmusik, die rein weiblich ist, gibt es relativ selten. Es hat aufgrund der Seltenheit einfach einen unglaublichen Wiedererkennungseffekt.“

Harmonisches Musizieren

Luci Lux, die Jüngste im Team, findet noch etwas Besonderes. „Da wir Frauen sind, können wir uns recht gut in andere hineinversetzen. Somit kommt es zu einem harmonischen gemeinsamen Musizieren“, sagt sie. Auf die Harmonie zielt auch Alexandra Michaelis, wenn sie die Musik des Quartetts so analysiert. „Jeder Saxophonist und jede Saxophonistin spielt auf eigene Art und Weise. Doch wir machen schon seit Jahren gemeinsam Musik, sind daher auf einer musikalischen Wellenlänge und harmonieren dadurch beim Spielen sehr gut“, lautet ihr Fazit. „Außerdem haben wir Spaß daran, Ideen zu sammeln, wie wir uns bei unseren Konzerten und Auftritten präsentieren wollen“, spricht sie noch den kreativen Part an.

Soloschlagzeuger darf mit auf die Bühne

Ein Mann darf doch mit auf die Bühne: Rene Scipio, der Soloschlagzeuger der Leipziger Oper, begleitet das Frauen-Quartett, wenn er es zeitlich schafft. „Das passt super, es unterstreicht den Partycharakter und rundet das Ganze ab“, sagt Corinna Stieler. Rene Scipio ist ihr Lebensgefährte. Beide haben eine dreijährige Tochter.

Corinna Stielers Lieblingssong ist übrigens „Uptown Funk“ von Bruno Mars. Ansonsten ist das Repertoire der „Sax’n“ bunt gemischt, reicht von Phil Collins über Abba bis zu Udo Jürgens, von Swing bis Jazz. „Es ist einfach schöne Musik, die den Nerv trifft, wir passen das an mit unserer eigenen Handschrift. Was wir aussparen, ist Klassik, da gibt es genügend gute Musiker, die das spielen“, sagt Corinna Stieler.

LVZ.de-Themenspecial „Sachsen im Advent“

Mehr Tipps, Termine und Anregungen rund um die Advents- und Weihnachtszeit finden Sie auf unserer Themenseite „Sachsen im Advent“. 

Auf das Weihnachtskonzert am dritten Advent, am 15. Dezember, im der Laurentiuskirche freut sie sich besonders. Denn zur Weihnachtsmusik hat sie schon von Geburt an ein besonderes Verhältnis. Sie wurde an einem 24. Dezember geboren.

Und alle vier Frauen bereiten sich schon auf ihr Jubiläumskonzert zum fünfjährigen Bestehen der „Sax’n“ am 25. April nächsten Jahres vor.

„Die Sax’n“ laden zum Weihnachtskonzert „Der Traum“ am dritten Adventssonntag, den 15. Dezember, um 15 Uhr in die in St. Laurentiuskirche, William-Zipperer-Straße 149, 04179 Leipzig, Tickets im Vorverkauf: www.die-saxn.de; ermäßigt: 9€, Vollzahler: 15€, Infos: 0341 2273036

Das Jubiläumskonzert „Die Sax´n an friends“ zum 5-jährigen Jubiläum findet am 25. April 2020 im Kupfersaal in Leipzig statt. Tickets gibt es schon jetzt.

Von Anita Kecke

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