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Silvester 2019 am Connewitzer Kreuz 30-Jähriger nach Silvester-Ausschreitungen aus U-Haft entlassen
Thema Specials Silvester 2019 am Connewitzer Kreuz 30-Jähriger nach Silvester-Ausschreitungen aus U-Haft entlassen
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16:15 22.01.2020
Ansicht der Justizvollzugsanstalt JVA Leinestraße in Leipzig. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Ein 30 Jahre alter Mann, der nach den Silvester-Ausschreitungen im Leipziger Stadtteil Connewitz in Untersuchungshaft saß, ist am Mittwoch aus der Haft entlassen worden. Gegen Auflagen sei der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt worden, sagte Ricardo Schulz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig, der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage.

„Sollte der Beschuldigte gegen die erteilten Auflagen verstoßen, wird die Staatsanwaltschaft beantragen, den Haftbefehl gegen den Beschuldigten wieder in Vollzug zu setzen“, so Schulz. Mit der Entscheidung kam ein Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Leipzig einem für Donnerstag angesetzten Haftprüfungstermin zuvor.

Ermittlungen dauern an

Die Ermittlungen gegen den 30-Jährigen dauerten dennoch an, so Schulz. Der Mann soll Polizisten in der Silvesternacht tätlich angegriffen und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte geleistet haben. Zudem wird wegen Gefangenenbefreiung und vorsätzlicher Körperverletzung ermittelt.

Rund 100 Menschen kamen am Montag zu einer Solidaritätsdemo für die drei Häftlinge an den Münzplatz. Einer der Inhaftierten ist seit Freitag in den Hungerstreik getreten. Quelle: Matthias Puppe

Zwei Männer im Alter von 29 und 32 Jahren sitzen nach den Ausschreitungen weiterhin in Untersuchungshaft. Ein Mann wurde in einem beschleunigten Verfahren bereits zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Der 27 Jahre alte Straßenkünstler hatte zugegeben, einem Polizisten ein Bein gestellt zu haben.

Insgesamt führt die Staatsanwaltschaft 15 Ermittlungsverfahren: eines gegen Unbekannt wegen versuchten Mordes an einem Polizisten sowie ein weiteres gegen Unbekannt wegen Landfriedensbruchs. Ein Polizist wurde in der Silvesternacht nach Polizeiangaben schwer verletzt.

Hungerstreik in der JVA

Am Montag war bekanntgeworden, dass einer der drei Inhaftierten in einen Hungerstreik getreten sein soll. Die JVA hatte dem widersprochen. Dennoch waren rund 100 Menschen zu einer Kundgebung zusammengekommen, um ihre Solidarität mit den Inhaftierten zu symbolisieren.

Laut Solidaritätskomitee werde der Hungerstreik gegenüber den Gefängniswärtern geheim gehalten, um eine anstehende Haftprüfung nicht zu gefährden. Unklar war zunächst, ob es sich bei dem am Mittwoch aus der Untersuchungshaft entlassenen 30-Jährigen um den angesprochenen Mann handelt.

Von LVZ/jhz/dpa

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