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Terror in Sachsen Syrische Helfer von Polizei in "sichere Unterkunft" gebracht
Thema Specials Terror in Sachsen Syrische Helfer von Polizei in "sichere Unterkunft" gebracht
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15:06 15.10.2016
Die Syrer, die Al-Bakr an die Polizei übergeben hatten, sind nun laut Beamten in eine "sichere Unterkunft" gebracht worden. (Archivbild) Quelle: dpa
Leipzig

Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen hat zwei der Syrer, die Dschaber al-Bakr an die Polizei übermittelt haben, eine sichere Unterkunft bereitgestellt. Das teilte das LKA am Freitagabend mit. „Der Schutz der syrischen Hinweisgeber ist der Polizei in Sachsen und dem Bundeskriminalamt von Anfang an ein wichtiges Anliegen“, erklärt das LKA in einer Pressemitteilung. Demnach ginge es um vier Syrer, die alle grundsätzlich das gleiche Schutzprogramm erhalten sollten. Zunächst war stets von drei Personen die Rede, in der aktuellen Mitteilung sprach die Polizei jedoch von vier Syrern.

Mit den zwei Syrern, die sich aktuell in einer sicheren Unterkunft aufhalten, habe das LKA Gespräche geführt und eine Gefährdungsanalyse vorgenommen. Bei einem dauerhaften Ortswechsel sollen sie Unterstützung erhalten. Über die Aufnahme in ein Zeugenschutzprogramm entscheide letztendlich die Polizei in Abstimmung mit der verfahrensführenden Generalbundesanwaltschaft, so das LKA.

Die anderen beiden anderen Landsleute halten sich momentan nicht in Sachsen auf. Mit einer der beiden Personen habe das LKA bereits ein Telefongespräch geführt, „dieser Gesprächspartner wollte auf ein entsprechendes Schutzangebot hin nicht nach Sachsen zurückkehren, auch nicht in Begleitung der Polizei“, heißt es in der Mitteilung des LKA. Die andere Person gab an, sich telefonisch mit dem LKA in Verbindung setzen zu wollen. Das sei bislang jedoch nicht geschehen. Nun versucht das Bundeskriminalamt, den Kontakt mit diesen beiden Syrern aufzunehmen – das Ziel: ein Ortswechsel zur Sicherheit der beiden. Auch hier wird eine Aufnahme in ein Zeugenschutzprogramm geprüft, das setze allerdings „das Mitwirken der Betroffenen voraus“.

Nach der Festnahme des Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr in Leipzig haben Syrer Racheakte der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefürchtet. Deshalb müsse von den Behörden für die Sicherheit der syrischen Flüchtlinge gesorgt werden, die den Terrorverdächtigen überwältigt und der Polizei übergeben hatten. Bereits am Dienstag hatte Hassan Zeinel Abidine, Leiter der Leipziger Syrienhilfe, gewarnt: „Eine solche Tat wird sicherlich vom IS nicht vergessen.“

the / dpa

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