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Traumhochzeit1719 Das vergessene Fürstenschloss ist zurück
Thema Specials Traumhochzeit1719 Das vergessene Fürstenschloss ist zurück
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09:08 29.08.2019
Das zweimanualige Cembalo im Schloss Hubertusburg wurde von Gottfried Silbermann erbaut. Es ist eines von nur drei erhaltenen Silbermann-Cembali. Quelle: SKD

Das Herrscherpaar ist zurück auf seiner Lieblingsresidenz. Auf Schloss Hubertusburg in Wermsdorf. Eine multimediale Inszenierung macht es möglich, dass Sachsens Kurprinz Friedrich August II. und die österreichische Kaisertochter Maria Josepha nun quasi ihre Hochzeit noch einmal feiern können – in der noch bis Oktober laufenden Sonderausstellung rund um die Hochzeit, die 1719 vier Wochen lang gefeiert worden war. Es war ein Spektakel, es war tatsächlich die „Traumhochzeit des Jahrhunderts“ und die können die Besucher in einem Raum erleben, der dank modernster Technik zum Festsaal wird. An die Wände gebeamte Scans von Gemälden und Kupferstichen lassen die Szenerie wieder lebendig werden.

Überhaupt ist es eine begeisternde Ausstellung. Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes in Dresden, aus dem etliche der Ausstellungsstücke stammen, kam bei der Eröffnung der Schau in Hubertusburg jedenfalls hörbar ins Schwärmen: „Was wir hier machen, ist in Sachsen verborgene Schätze zu heben – ja Europas verborgene Schätze zu heben, denn es ist ein europäischer Kulturort, den wir hier haben.“ In der Tat war die Hochzeit 1719 ein europäisches Projekt. „Dabei ging es nicht nur darum, den Machtanspruch zu demonstrieren, sondern das hatte vor allem eine kulturelle Dimension“, ist Dirk Syndram überzeugt. „Sachsen öffnete sich und lud die damalige Welt ein.“ Wobei die Hochzeit sozusagen der Start war, denn das künftige Herrscherpaar hielt dieses Projekt zeitlebens hoch. Und das nicht nur in der Residenz in Dresden, sondern eben auch in ihrem Lieblingsschloss, in Hubertusburg. „Hier nach Hubertusburg kamen angesehene europäische Musiker und Künstler – heute würde man sagen, das Paar hat die Kunst aufs Land gebracht“, so Syndram augenzwinkernd. Seit 1736 gab es hier gar ein Opernhaus. Meist im Herbst wurde Hubertusburg zur sächsischen Residenz, „mit Festen und musikalischen Aufführungen; ein Zentrum von Kunst und Kultur“.

Einen ersten Schritt diesen europäischen Kulturort Hubertusburg nun wieder zurückzuerobern geht Sachsen mit der derzeit laufenden Sonderausstellung. Modern und spannend. Lehrreich, ohne erhobenen Zeigefinger. Große Historie, modern inszeniert.

Von Jens Fritzsche

Weitere Informationen

Schloss Hubertusburg
04779 Wermsdorf

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr
Eintritt: 7 Euro (ermäßigt 5 Euro), Kinder bis 16 Jahre frei

Die Ausstellung auf Schloss Hubertusburg läuft noch bis zum 6 Oktober 2019.

www.schloesserland-sachsen.de