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Ratgeber Bleichen der Zähne kann Nebenwirkungen haben
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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
00:41 29.02.2020
Bleaching für daheim: Mit Schienen wie dieser können Patienten ihre Zähne zu Hause aufhellen. Foto: Christin Klose/dpa
Bleaching für daheim: Mit Schienen wie dieser können Patienten ihre Zähne zu Hause aufhellen. Foto: Christin Klose/dpa Quelle: dpa-tmn
Leipzig

Schneeweiße Zähne gehören zum heutigen Schönheitsideal. Das wird indes zum Problem, hat der Träger oder die Trägerin schon ein paar Jahrzehnte Lebensalter auf dem Buckel: Die strahlend schönen Beißerchen vergilben mit der Zeit. Deshalb heißt das Gegenmittel „Bleaching“: Man kann die Zähne bleichen und damit heller machen.

Mit frei erhältlichen Bleaching-Streifen oder entsprechendem Gel, Pen (Stift), Pulver oder Zahnpasta kann der Interessierte selbst Hand an sich legen für eine beeindruckende Zahnfarbe. Allerdings könne es auch Risiken und Nebenwirkungen geben, wie Dr. Kyung-Jin Park von der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie am Universitätsklinikum Leipzig sagt. „Schleimhautirritationen, eine vorübergehende Überempfindlichkeit der Zähne, wie auch eine kurzzeitige Verringerung der Haftung von Füllungen – allerdings nur im Mikrometerbereich messbar – und Nervenreizungen gehören zu den möglichen unangenehmen Nebenwirkungen. Auch die vorübergehende Oberflächen-Rauigkeit der Zähne stört manchen Patienten.“

Ungeschicktes Auftragen kann Schäden verursachen

Echte Probleme aber können entstehen, wenn das Bleichen daheim vorgenommen wird und dann nicht die geübte Hand eines Zahnarztes im Mund arbeitet. Zwar ist das Bleichmittel für den Hausgebrauch im Vergleich zum Bleaching in der Klinik weniger stark konzentriert, dennoch kann es beim ungeschickten Auftragen an das Zahnfleisch und die Lippen gelangen und dort Schaden anrichten.

„Vor dem Bleichen zu Hause sollte unbedingt ein Zahnarzt aufgesucht werden, und das aus zwei Gründen“, erläutert Dr. Park. „Einerseits ist es wichtig, dass vor dem Einsatz des Bleichmittels die Zähne auf Karies, insuffiziente Füllungen, freiliegende Zahnhälse und vorhandene Zahnfleischprobleme überprüft werden. Andererseits macht das Bleichen nur Sinn, wenn vorher eine professionelle Zahnreinigung stattgefunden hat.“

Einwirkzeit an der Klinik beträgt nur 1,5 Stunden

An ihrer Klinik nimmt sie regelmäßig solche Gebiss-Verschönerungen vor. „Wir verwenden Bleichmittel in höheren Konzentrationen, so dass nur eine Einwirkzeit von anderthalb Stunden nötig ist. Wenn das Bleaching zu Hause vorgenommen wird, braucht es deutlich mehr Zeit. Denn diese Mittel haben eine geringere Wasserstoffperoxid-Konzentration, um ungewollte Verätzungen zu vermeiden.“ Übrigens ist nach jedem Bleichen eine Fluorierung der Zähne wichtig.

Von Uwe Niemann