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Ratgeber Kopf nach vorn, nicht nach hinten
Thema Specials Universitätsklinikum Leipzig Ratgeber Kopf nach vorn, nicht nach hinten
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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
16:18 05.02.2020
Wenn die Nase blutet, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge. Aber Vorsicht: Viele Betroffene setzen auf die falschen Maßnahmen und riskieren Übelkeit und Atemnot. Wenn die Nase blutet, sollte der Kopf nach vorne gebeugt werden.
Wenn die Nase blutet, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge. Aber Vorsicht: Viele Betroffene setzen auf die falschen Maßnahmen und riskieren Übelkeit und Atemnot. Wenn die Nase blutet, sollte der Kopf nach vorne gebeugt werden. Quelle: apomio.net
Leipzig

Nasenbluten haben die meisten Menschen schon einmal gehabt. 60 Prozent der Bevölkerung hatte das mindestens einmal im Leben. Dabei muss nicht einmal ein Ball, der die Nase traf, die Ursache gewesen sein. „Die Hauptursache von Nasenbluten ist das In-der-Nase-Bohren“, sagte Prof. Dr. Andreas Dietz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkunde am Universitätsklinikum Leipzig. „Dabei kann die Schleimhaut in der Nase, die wie alle Schleimhäute stark durchblutet wird, verletzt werden: Die feinen, zarten Gefäße in der Schleimhaut reißen leicht ein.“ Indes: Kommt es wiederholt zu Nasenbluten, sollte der Betroffene sich ärztlich untersuchen lassen. Dann kann mehr dahinterstecken als das Erkunden des Naseninneren per Finger.

Für die häufige „Bohrer-Ursache“ spricht, dass die Blutungsquelle in 90 bis 95 Prozent der Fälle im vorderen Bereich der Nase zu finden ist. Zwar könnte auch ein erhöhter Blutdruck eine Rolle spielen, doch ist er als Ursache nicht belegt. Infektionen mit Fieber, trockene Schleimhäute, allergischer Schnupfen, Nierenerkrankungen, Diabetes und eine Schwangerschaft kommen hingegen durchaus als Ursache infrage. In den meisten Fällen aber hat das Nasenbluten keine schwerwiegenden Ursachen.

Im Winter blutet die Nase eher

Im Winter blutet die Nase ganz offenbar öfter als im Sommer. So jedenfalls eine Studie in Chicago. Die dortigen Untersuchungen ergaben, dass Kälte die Nase öfter bluten lässt, während Wärme und feuchtere Luft etwaigen Blutungen vorbeugen. Übrigens: Am meisten Nasenblut fließt im Januar, der am wenigsten blutige Monat ist der September – zumindest in Chicago.

Hinsetzen und leicht nach vorn beugen

„Fängt die Nase an zu bluten, sollte der Betreffende sich setzen und den Oberkörper leicht nach vorn beugen“, rät Prof. Dietz. „Nach hinten beugen wäre falsch, denn dann läuft das Blut in den Rachen, wird geschluckt und landet im Magen. Eine böse Übelkeit wäre die Folge.“

Mit Daumen und Zeigefinger sollte man die Nasenflügel für einige Minuten fest zusammenpressen. Zusätzlich hilft es, ein nasskaltes Tuch in den Nacken zu legen. Dadurch hört die Blutung schneller auf. Wenn jedoch die Blutung nicht zu stoppen ist, sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Der ist in der Lage, die Blutungsquelle zu identifizieren und per Kauterisation, Tamponade oder mit einem operativen Eingriff die Blutung zu stoppen.

Von Uwe Niemann