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Ratgeber Kriebel- und Tigermücke auf dem Vormarsch
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19:36 28.08.2019
Kriebelmücken stechen normalerweise Weidetiere. Doch durch den Rückgang dieser Tierhaltung sucht das Insekt alternative Einweißlieferanten – und attackiert Menschen, zum Beispiel bei der Gartenarbeit. Quelle: André Kempner
Leipzig

Man hört sie nicht, man sieht sie kaum, aber ihr Blutdurst kann üble Schwellungen und sogar Blutvergiftungen verursachen: Die einheimische Kriebelmücke. „Sie ist nur zwei bis vier Millimeter groß und sieht eher aus wie eine kleine Fliege“, erklärt Dr. Sebastian Wendt vom Fachbereich Infektions- und Tropenmedizin der Klinik und Poliklinik für Gastroenterologie und Rheumatologie.

„Das Besondere an der Kriebelmücke ist, dass sie nicht sticht, sondern beißt. Während die männlichen Exemplare harmlos sind und sich ausschließlich von Pflanzen ernähren, ritzen die weiblichen Kriebelmücken mit ihrem Mundwerkzeug die Haut ihrer Opfer an. Das austretende Sekret wird dann als Eiweißversorgung der Insekteneier aufgesaugt. Beim Biss gibt die Kriebelmücke gerinnungshemmende Substanzen in die Wunde, worauf unser Körper aber allergisch reagiert: Es wird Histamin ausgeschüttet, das eine Entzündungsreaktion verursacht. Die Folge: Die Haut um den Stich schwillt an.“

Kriebelmücken suchen weiche Hautstellen

Das Fiese an der Kriebelmücke ist, dass sie beim Flug nicht wie eine normale Mücke surrt, sondern nahezu lautlos fliegt. Zudem merkt das Opfer die Landung auf der Haut nicht. Und: Die Kriebelmücke schlägt nicht sofort zu, sondern krabbelt dorthin, wo die Haut schön weich ist – also auch gerne unter das T-Shirt oder in die Hosenbeine. „Normalerweise bevorzugen Kriebelmücken Herden mit Weidetieren in der Nähe von Gewässern“, so Dr. Wendt. Da die Weidetierhaltung zurückgegangen ist, sucht die Mücke alternative Eiweißlieferanten – und attackiert nun häufiger den Menschen.

Biss hinterlässt Blutfleck

So ist zu erkennen, ob eine Kriebelmücke zugeschlagen hat: Der zunächst schmerzlose Biss hinterlässt oft einen kleinen, etwa fünf Millimeter Blutfleck. Später jucken die Bissstellen und es entstehen durch den giftigen Speichel Schwellungen. Diese können sich sekundär durch das Kratzen mit den Nägeln infizieren, sodass es zur Eiterbildung kommt. „Patienten hatten aber auch schon faustgroße Hämatome“, erzählt der Leipziger Mikrobiologe. „Schlimmstenfalls kann es zu einer Blutvergiftung kommen“, warnt Dr. Wendt. Bei Weidetieren wurden durch Attacken von großen Kriebelmückenschwärmen schon ganze Herden getötet.

Tigermücken übertragen bis zu 20 Viren und Parasiten

Ebenfalls auf dem Vormarsch in Deutschland ist die asiatische Tigermücke. Sie ist auffällig schwarz-weiß gemustert und zwei bis zehn Millimeter groß. Übertragen werden von ihr, abhängig von Klima und Destination, bis zu 20 Viren und Parasiten: Vom West-Nil- über das Dengue- und Zika-Virus bis zum Hundeherzwurm.

„Diese Stechmückenart ist sehr anpassungsfähig und wurde erstmals 2007 in Süddeutschland gesichtet“, so Dr. Wendt. „Da seit 2014 auch Eier und Larven gefunden wurden, kann man davon ausgehen, dass sie sich in Deutschland etabliert hat. Vergangenes Jahr wurde bei einem Vogel im Zoo Halle das West-Nil-Virus nachgewiesen – die Tigermücke ist neben wenigen heimischen Mückenarten auch ein potenter Überträger dieses Virus.“ Es kann auch Menschen gefährlich werden: Hirnhautentzündung oder gar Gehirnentzündungen sind möglich.

Hohes Gefahrenpotential bei Stichen

Beim Dengue-Fieber, das auch unter dem Namen „Knochenbrecherfieber“ bekannt ist, stehen Fieber und starke Gelenk- und Muskelschmerzen im Vordergrund. Das Zika-Virus steht im Verdacht, in der Schwangerschaft Schäden am Kopf des Babys auszulösen. „Zum Glück sind diese Erreger in unseren Breiten noch nicht nachgewiesen worden – der Vektor, die Tigermücke, ist aber aufgrund klimatischer Veränderungen schon da.“

Von Uwe Niemann

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