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Ratgeber Disziplin der Seniorenzahnmedizin soll weiterentwickelt werden
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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
10:46 18.07.2018
Prof. Dr. Sebastian Hahnel will am Universitätsklinikum Leipzig die junge Disziplin der Seniorenzahnmedizin weiterentwickeln. Quelle: Stefan Straube

„Die Zahnmedizin wird in Zukunft medizinischer werden müssen“, sagt Prof. Dr. Sebastian Hahnel, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde am Universitätsklinikum Leipzig.

„Denn der Zahnverlust hat sich immer mehr ins Alter verschoben. Da haben die Patienten dann aber nicht nur Probleme mit den Zähnen, sondern generell mit ihrer Gesundheit. Der Zahnarzt hat also mit Menschen zu tun, die oft viele Medikamente einnehmen oder vielleicht einen Herzschrittmacher haben. Das heißt: Der Zahnarzt muss mehr medizinisches Wissen haben.“

Schon Studierende darauf vorbereiten

Das betrifft nicht allein die Zahnärzte am Universitätsklinikum, sondern vor allem die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Deshalb heißt es, schon die Studierenden auf diese Situation vorzubereiten.

„Die Seniorenzahnmedizin ist eigentlich eine relativ junge Disziplin, hat aber in Leipzig schon eine lange Tradition“, so Prof. Hahnel. „Deshalb gehen wir mit den Studierenden bereits in Pflegeeinrichtungen, damit Erfahrungen mit alten Patienten gesammelt werden können.

Mir schwebt für die Studierenden aber noch mehr vor: ein Beispiel wäre ein Gero-Parcours, bestehend aus verschiedenen Stationen, auf denen die jungen Leute die Alterseinschränkungen ihrer späteren Patienten praktisch erfahren können. Da könnten beispielsweise Sinnes- und Mobilitätseinschränkungen simuliert werden. Das halte ich für eine sehr praktische Weiterentwicklung der Ausbildung.“

Mundgesundheit pflegebedürftiger Menschen

Freilich sollten die Angehörigen von ambulant oder stationär pflegebedürftigen Menschen immer auch an deren Mundgesundheit denken. „Wenn die Großmutter immer mehr Unterstützung benötigt, haben die Angehörigen viele Aufgaben, müssen den Alltag organisieren und sind auch selbst psychisch sehr belastet“, so Prof. Hahnel.

„Da muss an  Arztbesuche und Medikamenteneinnahme gedacht werden – oft werden die Zähne dann vergessen. Dabei wäre in vielen Fällen eine zahnärztliche Behandlung vor dem Einzug in eine Pflegeeinrichtung wichtig. Denn einfacher ist eine Sanierung, wenn der Patient noch mitarbeiten kann.“

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Richtigen Zahnersatz wählen

Wenn ältere Menschen umfangreichen Zahnersatz, auch mit Implantaten unterstützt, wählen, rät der Zahnarzt öfter zu abnehmbaren Konstruktionen. Nicht immer ist die festsitzende Variante die bessere.

Auch muss an die Reinigung der Zähne und des Zahnersatzes gedacht werden, oft wird diese schwieriger, da zum Beispiel die Hände ungelenkig werden, sodass dann auch die beste elektrische Zahnbürste nicht mehr ausreicht.

„Wenn aber der Zahnersatz vom Patienten immer aus dem Munde herausgenommen werden kann, ist er simpel mit einer Zahnprothesen-Bürste zu reinigen. Zudem kann eine abnehmbare Prothese besser umgebaut oder repariert werden.“

Mit Implantaten als „Pfeilern“ und mit einem Druckknopf-System zum Befestigen sitze der herausnehmbare Zahnersatz zuverlässig, so dass auch Haftcreme unnötig sei.

Forschung für die Zahnpflege

Damit es alte Menschen einfacher haben mit der Zahnpflege, dafür entwickelt nicht nur die Industrie immer neue und bessere Zahnbürsten. Auch die Ärzte und Wissenschaftler der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde forschen.

„Für Prothesen sind Werkstoffe wichtig, auf denen sich möglichst wenige Beläge bilden“, erklärt Prof. Hahnel. „Zudem soll sich die Plaque einfach entfernen lassen. Da leisten wir durchaus Grundlagenforschung. Die Herstellung der Werkstoffe und deren Verarbeitung zu Prothesen, das liegt dann aber in den Händen der Industrie und der Zahntechniker.“

Ein Tipp für Angehörige

Und noch einen dringenden Rat will der Experte den Angehörigen geben: „Auch im hohen Alter sollten regelmäßig die Zähne, Prothesen und die Mundschleimhaut kontrolliert werden. Deshalb empfehle ich, eine Pflegeeinrichtung mit Zahnarztbetreuung zu suchen. Dann kommt der Zahnarzt regelmäßig ins Haus, so dass er schon die kleinen Probleme erkennt und einschreiten kann. Und eine kleine Behandlung ist für alle Beteiligte angenehmer als eine große Maßnahme.“

Von Uwe Niemann

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