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Ratgeber Wiederbelebung als Kompetenz jedes Einzelnen
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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
18:38 26.11.2019
Bei der UKL-Patientenveranstaltung im Rahmen der Herzwochen Anfang November wurde das Projekt im Paulinum der Universität vorgestellt. Quelle: Julia Kipry für UKL
Leipzig

Ab Anfang Dezember trainieren speziell ausgebildete Schauspieler sowie Mitarbeiter des Cardiac Arrest Centers (CAC) am Universitätsklinikum Leipzig Patienten und deren Angehörige in Laienreanimation. Wiederbelebung, nicht ausschließlich vermittelt von Medizinern – das ist Teil des Konzepts der „Herzretter-Initiative“, eines vom Hamburger Arzt Dr. Martin Buchholz entwickelten Kursmodells, durch das in der Hansestadt schon sehr erfolgreich mehr als 15.000 Schüler ausgebildet worden sind. Das Prinzip wird nun auch auf Leipzig übertragen. Einer der Kooperationspartner des Projekts ist das UKL. Anfang November ist der Vertrag besiegelt worden.

Das Ziel dieser Kooperation lautet, ein Bewusstsein für dieses Thema in der Bevölkerung zu schaffen und die Laienreanimations-Quote im Großraum Leipzig zu erhöhen, zum Beispiel durch den gegenseitigen Austausch fachlicher Expertise. Für Dr. Buchholz, den Hamburger Gründer der Herzretter-Initiative, steht als oberster Impuls, ein Grundwissen über die Herzrettung zur Lebenskompetenz eines jeden einzelnen Bürgers zu machen. Dazu sollen Schulen, Unternehmen, Behörden, Verbände und auch Privatpersonen angesprochen werden, um langfristig gute Erfolge in der Laienreanimation zu entwickeln.

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„Immer wieder müssen wir feststellen: Deutschland steht beim Thema Laienreanimation im internationalen Vergleich nicht gut da“, sagt Dr. Alexandra Ramshorn-Zimmer, Oberärztin in der Zentralen Notfallaufnahme (ZNA) am UKL. „Dabei sind die ersten Minuten nach einem Herzstillstand entscheidend.“ Sie und ihre Kollegen des CAC engagieren sich bereits seit etlichen Jahren beim Thema Reanimation, schulen Kollegen im Uniklinikum und Rettungssanitäter. An einem CAC können Patienten, die außerhalb des Krankenhauses einen Herzkreislaufstillstand ("Cardiac Arrest") erlitten hatten und wiederbelebt werden mussten, sehr schnell und umfassend weiterbehandelt werden.

Barrieren in Köpfen abbauen

Immer auch auf der Suche nach neuen Ansätzen, knüpft Dr. Ramshorn-Zimmer im Februar dieses Jahres während der „Bad Boller Reanimationsgespräche“ Kontakte zu Dr. Buchholz und dessen Verein „Ich kann Leben retten!“. Überzeugt vom Konzept, holt die Leipziger Ärztin die Idee in ihre Stadt. Hinter dem Gedanken, auch Schauspieler dafür zu engagieren, steckt die Erkenntnis, das nötige Grundwissen an Reanimation möglichst einfach an Laien heranzutragen, auch um Barrieren in den Köpfen abzubauen.

Unternehmen können Mitarbeiter schulen lassen

Die Schauspieler aus Leipzig und Hamburg sind fach- und leitliniengerecht ausgebildet worden und somit in der Lage, eine Laienreanimation zu vermitteln. Doch auch der akademische Nachwuchs soll früh herangezogen werden: „Ab kommendem Jahr soll es für die Leipziger Medizinstudenten eine Wahlpflichtveranstaltung geben, in der ihnen die fachlichen und didaktischen Kompetenzen vermittelt werden, selbst Laienretter gemäß des ‚Herzretter-Konzeptes‘ zu schulen und auszubilden“, erläutert Dr. Ramshorn-Zimmer. Zudem können regionale Unternehmen das Projekt fördern. Damit würden sie nicht nur die Ausbildung von Kindern und Schülern sichern, so Ramshorn-Zimmer, sondern könnten auch ihre eigenen Mitarbeiter schulen lassen oder sich selbst als „Heartsafe Company“ zertifizieren lassen.

Bei der UKL-Patientenveranstaltung im Rahmen der Herzwochen Anfang November wurde das Projekt im Paulinum der Universität vorgestellt. Quelle: Julia Kipry für UKL

Erster Kurs startet am 2. Dezember

Der erste Lebensretter-Kurs für Patienten und Angehörige am UKL beginnt am Montag, 2. Dezember, vorerst im Zwei-Monats-Rhythmus. Ein Kurs dauert ein bis zwei Stunden. „Über unser Kursangebot möchten wir eine große Anzahl Menschen erreichen“, erläutert Privatdozent Dr. Karsten Lenk aus der Klinik für Kardiologie, der an der Durchführung beteiligt ist. Für den Anfang würden unter anderem bestehende Kontakte zu Schulen genutzt. Langfristig soll ein nachhaltiges Projekt mit festen Strukturen entstehen. „Indem wir das allererste Glied in der so genannten Überlebenskette stärken und festigen, leisten wir einen wichtigen Beitrag, die gegenwärtige Situation bei der Wiederbelebung durch Laien zu verbessern“, sind sich die Notfallmedizinerin und der Kardiologe sicher.

Ziel: Die Überlebenskette gemeinsam schließen

„Wir wollen viele Menschen in die Lage versetzen zu sagen ‚Ich kann selbst etwas tun, selbst helfen‘“, umreißt Alexandra Ramshorn-Zimmer auch ihre persönliche Motivation: „Denn am Ende ist Reanimation nur dann erfolgreich, wenn alle Akteure gemeinsam die ‚Überlebenskette‘ schließen.“

Erster Herzretter-Kurs zur Laienreanimation für Patienten und AngehörigeMontag, 2. Dezember, 16 UhrUniversitätsklinikum LeipzigSeminarraum der Klinik und Poliklinik für KardiologieHaus 4, Raum F 1001Liebigstraße 2004103 Leipzig Informationen und Anmeldung über www.iklr.de 

Von Markus Bien

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