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Ratgeber Wo kommen die fiesen Zahnschmerzen her?
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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
16:37 16.05.2019
Die Uni-Zahnklinik an der Leipziger Liebigstraße. Quelle: Stefan Straube / Uniklinik Leipzig
Leipzig

„Typischerweise treten diese Schmerzen nur sehr kurz auf und verschwinden mit dem Abklingen des auslösenden Reizes sofort wieder. Dies ist zwar für den Betroffenen im wahrsten Sinn des Wortes nervend, aber mit einer schonenden häuslichen Zahnputztechnik, einer weichen Zahnbürste und desensibilisierenden Zahnpaste sowie der Meidung saurer Speisen und Getränke kann man in zwei bis drei Wochen auch ohne zahnärztliche Hilfe hier oft eine spürbare Linderung erreichen“, so Dr. Häfer.

Sollten die Beschwerden länger als der auslösende Reiz anhalten oder sogar spontan oder nachts auftreten, ist auf jeden Fall ein Zahnarztbesuch anzuraten. Hier muss ursächlich vor allem an das Vorliegen einer fortgeschrittenen Dentinkaries oder an einen entzündlichen Abbau des Zahnhalteapparates (Parodontitis) gedacht werden. Beides sind bakteriell verursachte Erkrankungen. „Je tiefer die Bakterien und deren Stoffwechselprodukte in das jeweilige Gewebe eindringen, umso umfangreicher wird das betroffene Gewebe zerstört und umso stärker können sich Schmerzen manifestieren. Deshalb kann auch kein Medikament hier sicher Abhilfe schaffen, sondern nur eine Beseitigung der Entzündungsursachen“, sagt Dr. Häfer. Bei einer Zahnfleischentzündung im Anfangsstadium kann die Ursache durch sorgfältige häusliche Mundhygiene häufig sogar selbst beseitigt werden.

Manche Patienten freilich halten auch stärkere Schmerzen für eine gewisse Zeit aus, aus welchem Grund auch immer. Im Falle eines entzündeten Zahnmarks (Pulpitis) können diese Schmerzen manchmal nach ein paar Tagen von alleine wieder verschwinden. „In aller Regel ist dann das Zahnmark abgestorben. Damit endet aber die Geschichte nicht, sie wird nur um ein neues Kapitel fortgeschrieben. Das tote und zumeist infizierte Zahnmark ist ja noch im Zahn. Sehr häufig kann dadurch eine chronische oder unter bestimmten Bedingungen auch eine sehr schmerzhafte akute Entzündung des umgebenden Gewebes einschließlich des Kieferknochens ausgelöst werden. Beides stellt besonders für Patienten mit einem geschwächten Immunsystem oder einem Endokarditisrisiko ein nicht unerhebliches gesundheitliches Risiko dar. Manchmal geht diese Entzündung mit der Bildung von Eiter einher, der sich über eine Fistel entleert oder zu einem Abszess führt.“ So kann sich unter Umständen ein „Aussitzen“ der bereits Monate oder Jahre zurückliegenden Schmerzperiode nachteilig auf die allgemeine Gesundheit auswirken.

Also: Bei Zahnschmerzen, die weit über die Dauer der Reizeinwirkung anhalten oder sogar spontan auftreten, sollte der Betroffene auf alle Fälle zum Zahnarzt gehen, damit nicht Schlimmeres entsteht. „Nur mit einer professionellen Therapie können die Ursachen adäquat beseitigt werden, das bakteriell erweichte Dentin entfernt, die entstehende Dentinwunde versorgt oder tiefe Zahnfleischtaschen gereinigt werden“, erläutert Dr. Häfer. „Bei länger bestehenden Schmerzen kann auch eine Wurzelkanalbehandlung unumgänglich sein. Sie ist dann die einzige Therapie, um den erkrankten Zahn zu erhalten.“

Übrigens: Wenn man morgens aufwacht und man hat Schmerzen an mehreren Zähnen oder an den Kiefergelenken, oder die Kaumuskulatur tut weh, kann das an nächtlichem Zähneknirschen oder -pressen liegen. Und weil wir gerade von benachbarten Geweben sprechen – auch Entzündungen der Kieferhöhle oder des Mittelohrs können Zahnschmerzen provozieren oder vortäuschen. Ehe man also zur falschen Selbstbehandlung schreitet – lieber mal den Zahnarzt nachschauen lassen. Der ist der Fachmann respektive die Fachfrau.

Von Uwe Niemann

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