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UKL aktuell Ein Denkmal für anonyme Organspender in Leipzig
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Ein Denkmal für anonyme Organspender soll in Leipzig entstehen

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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
08:33 15.06.2021
73 Menschen haben im Jahr 2020 am UKL ein Spenderorgan erhalten.
73 Menschen haben im Jahr 2020 am UKL ein Spenderorgan erhalten. Quelle: Stefan Straube
Leipzig

73 Menschen haben im vergangenen Jahr am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) eine neue Niere, eine Leber oder eine Bauchspeicheldrüse erhalten. Die meisten von ihnen – 61 – posthum von einem ihnen unbekannten Spender oder einer Spenderin.

Diese Menschen haben mit ihrer Entscheidung über ihren eigenen Tod hinaus Leben gerettet, oft sogar mehrere, mit jedem gespendeten Organ eines. Denn ein Mensch kann nach seinem Tod bis zu sieben Organe spenden – und so sieben Leben retten oder verändern. Um diese Lebensretter mit einem Denkmal in Leipzig zu ehren, startet jetzt eine Spendenaktion.

Spender sollen sichtbar werden

Organspender schenken ihnen unbekannten Menschen Leben und neuen Mut. Und sie bleiben anonym und unsichtbar – für die Empfänger der Organe ebenso wie für die Gesellschaft insgesamt. Die Anonymität gegenüber den Organempfängern muss zwar gewahrt bleiben, aber die Unsichtbarkeit soll sich nun ändern: Eine Initiative von Leipziger Bürgern, des Netzwerkes Spenderfamilien, des Vereins Lebertransplantierte und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) will mit Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Leipzig und des UKL ein Denkmal für die anonymen Organspenderinnen und -spender errichten.

Ein künstlerisch gestalteter Gedenkort soll „einen würdigen Platz schaffen, um dankbar an die Menschen zu erinnern, die über ihren Tod hinaus Hoffnung und Freude geschenkt haben“, so die Initiatoren.

Mehr zum Vorhaben

www.uniklinikum-leipzig.de/einrichtungen/transplantationszentrum

Spendenkonto:

Sparkasse Leipzig

DE76 8605 5592 1010 0013 50

Verwendungszweck VG 5.0978.000004.0

oder

Deutsche Bank

DE60 8607 0000 0170 0111 00

Verwendungszweck VG 5.0978.000004.0

Mit diesem Memorial soll nach Möglichkeit direkt auf dem Gelände des Universitätsklinikums ein Ort zum Verweilen und Innehalten entstehen. „Wir möchten so unsere große Wertschätzung und Hochachtung gegenüber den verstorbenen Spendern und ihren Angehörigen sichtbar werden lassen, und das nicht an einer entlegenen Stelle, sondern inmitten unserer Gesellschaft, dort, wo auch die Auseinandersetzung mit der Organspende stattfindet“, beschreibt Prof. Daniel Seehofer, Leiter des Transplantationszentrums am UKL und Schirmherr der Initiative, das Anliegen.

„Es ist uns ein großes Bedürfnis, diese Idee eines Denkmals zu unterstützen und diesem einen Ort zu geben“, ergänzt Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. „An einem Klinikum wie dem unseren sterben jeden Tag Menschen, aber es werden auch an jedem Tag Leben gerettet – manchmal dank der selbstlosen und so ungeheuer wichtigen Entscheidung eines anderen Menschen für eine Organspende.“

Großzügiger Akt der Nächstenliebe

Deren Entscheidung oder die ihrer Angehörigen, einer Organspende nach dem Lebensende zuzustimmen, ist ein selbstloser und großzügiger Akt der Nächstenliebe, auf den viele Schwerkranke verzweifelt hoffen. 263 Menschen stehen allein auf der Warteliste am Universitätsklinikum Leipzig. Sie benötigen eine Niere oder eine Leber, und nur den wenigsten von ihnen kann mit einer Lebendspende durch einen Angehörigen geholfen werden.

Denn immer noch treffen zu wenige Menschen eine bewusste Entscheidung für oder gegen eine Organspende, so dass sich Angehörige in emotionalen Extremsituationen im Krankenhaus mit der Frage danach erstmals und unvorbereitet konfrontiert sehen. In diesen schwierigen Momenten stehen den Angehörigen speziell geschulte Mitarbeiter, angeleitet durch einen Transplantationsbeauftragten, zur Seite.

Psychologische Betreuung der Angehörigen

Um diese wichtige Funktion zu stärken, wurde am UKL jetzt die bisher anteilig übernommene Aufgabe des Transplantationsbeauftragten ab 1. Juni als eigenständiges, direkt dem Vorstand unterstelltes Amt etabliert. Unterstützung kommt dabei seit Kurzem auch von zwei dafür speziell ausgebildeten Psychologinnen, die sich unter anderem auch um die psychologische Betreuung der Angehörigen in dieser schwierigen Situation kümmern.

UKL aktuell

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Übernommen wird das Amt der Transplantationsbeauftragten am UKL von Svitlana Ziganshyna, die bereits seit 2019 in dieser Funktion tätig ist. Sie übernimmt eine Schlüsselrolle in der Erkennung der potentiellen Organspender, begleitet den Organspendeprozess und ist Ansprechpartnerin für die bundesweite Koordinierungsstelle der DSO.

Ihre Aufgabe: Im Fall einer möglichen Organspende den Willen des Spenders zu erkunden, diesen mit den Angehörigen zu besprechen sowie bei einer Zustimmung die DSO zu kontaktieren und alle notwendigen Schritte bis zur Organentnahme in die Wege zu leiten. Das konnte Svitlana Ziganshyna im vergangenen Jahr 13 mal erfolgreich koordinieren – 13 verstorbene Patientinnen und Patienten am UKL spendeten ihre Organe. Auch an diese Organspender soll das künftige Denkmal erinnern – finanziert durch eine Spendenaktion, die am 5. Juni, dem Tag der Organspende, startete.

Von Helena Reinhardt