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UKL aktuell Lipodystrophie-Zentrum gegründet
Thema Specials Universitätsklinikum Leipzig UKL aktuell Lipodystrophie-Zentrum gegründet
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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
17:28 05.02.2020
Dr. Konstanze Miehle, Leiterin des Lipodystrophie-Zentrums, im Therapiegespräch mit einer Patientin. Die neue Einrichtung am UKL ist bundesweit die einzige. Lipodystrophie-Syndrome gehören zu den seltenen Erkrankungen. Quelle: Stefan Straube
Leipzig

Mit einem besonderen Angebot ergänzt das Universitätsklinikum Leipzig jetzt sein Spektrum im Bereich Stoffwechselerkrankungen. Im neu etablierten Lipodystrophie-Zentrum werden die seit Jahren zur Behandlung der sehr seltenen Stoffwechselstörung Lipodystrophie geschaffenen Strukturen und Expertisen jetzt gebündelt und weiter ausgebaut. Das Zentrum ist das einzige bundesweit und versorgt Patienten aus ganz Deutschland und den Nachbarländern.  

Lipodystrophie-Syndrome gehören zu den seltenen Erkrankungen. Schätzungen gehen von maximal 500 Betroffenen in ganz Deutschland aus, was eine große zu vermutende Dunkelziffer enthält. Bei dieser Stoffwechselstörung ist Unterhautfettgewebe an Teilen des Körpers oder am gesamten Körper krankhaft vermindert. Teilweise kommt es zu einer ungleichmäßigen Verteilung mit extremem Mangel von Unterhautfett an einigen und übermäßigem Aufbau von Fettpolstern an anderen Körperregionen.

Erhöhtes Risiko für Diabetes und Fettleber

Die Betroffenen leiden stark an diesen Veränderungen ihres Äußeren. „Über diese sichtbaren Symptome hinaus ist Lipodystrophie eine schwerwiegende Erkrankung, die mit hohen Blutfettwerten, verminderter Insulinwirkung und daraus resultierenden Gesundheitsschäden einhergeht“, erklärt Dr. Konstanze Miehle, Leiterin des an der UKL-Endokrinologie beheimateten Zentrums und Expertin für das seltene Erkrankungsbild. Betroffene entwickeln ein erhöhtes Risiko für Diabetes, Fettleber, Bauchspeicheldrüsenentzündungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Das beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Lebenserwartung“ so Miehle.

Umfassendes Therapiekonzept von Spezialisten

Die Leipziger Spezialisten bieten ihren Patienten ein umfassendes Therapiekonzept mit einer individuellen Diagnostik und Behandlung, an der im Zentrum Vertreter vieler Fachgebiete beteiligt sind. Dazu gehören neben Endokrinologen und Kinderärzten auch die Humangenetiker, denn Lipodystrophie kann sowohl angeboren als auch erworben sein. Im letzteren Fall ist es häufig die Folge einer Autoimmunerkrankung.

Schneller Zugang zu neuen Erkenntnissen und Verfahren

Aktuell sind 120 Patientinnen und Patienten am Leipziger Zentrum in Behandlung, viele werden von dem interdisziplinären Team schon jahrelang begleitet. Die Ärzte sind kontinuierlich auf der Suche nach neuen Ansätzen für die Therapie und arbeiten dazu auch eng in europäischen Netzwerken mit anderen Experten für Lipodystrophie zusammen. Im Ergebnis profitieren die Patienten von einem schnellen Zugang zu neuesten Erkenntnissen und Verfahren. „Wir konnten beispielsweise unseren Patienten schon sehr frühzeitig eine Behandlung mit dem Proteohormon Leptin anbieten, das regulierend in den Stoffwechsel eingreift und so vor allem das bei der Erkrankung krankhaft gesteigerte Hungergefühl hemmt, die Empfindlichkeit des Körpers auf Insulin verbessert und die Einlagerung von Fett in innere Organe verhindern soll“, beschreibt Dr. Miehle. Das Ziel ist, die Therapie zu verbessern und den gestörten Fettstoffwechsel zu normalisieren. Trotz erster Erfolge bleibt diese extrem seltene Störung eine stetige Herausforderung.

Von Helena Reinhardt

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