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UKL aktuell Maßgeschneiderte Therapie hilft Betroffenen von Magenkrebs
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Maßgeschneiderte Therapie hilft Betroffenen von Magenkrebs

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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
08:17 24.06.2021
Professor Florian Lordick (re.), Direktor des Universitären Krebszentrums Leipzig (UCCL) am Universitätsklinikum Leipzig, hat mit Kollegen untersucht, wie die Therapie bei Magenkrebs optimiert werden kann.
Professor Florian Lordick (re.), Direktor des Universitären Krebszentrums Leipzig (UCCL) am Universitätsklinikum Leipzig, hat mit Kollegen untersucht, wie die Therapie bei Magenkrebs optimiert werden kann. Quelle: Stefan Straube
Leipzig

Bei den krebsbedingten Todesursachen steht das Magenkarzinom auf einem traurigen dritten Platz. Schuld daran sind die späte Diagnose und die rasche Ausbreitung von Tumorzellen im Körper. Experten der Leipziger Universitätsmedizin haben untersucht, wie die Behandlung verbessert sowie individualisiert werden kann und ihre Ergebnisse in der renommierten Fachzeitschrift „Journal of Clinical Oncology“ publiziert.

Forschende um Professor Florian Lordick, Direktor des Universitären Krebszentrums Leipzig (UCCL) am Universitätsklinikum Leipzig, haben in einem deutschlandweiten Konsortium untersucht, wie eine HER2-gerichtete Behandlung mit Medikamenten bei Magenkrebs optimiert werden kann. Dafür wurden Daten von 548 Patienten aus 35 Behandlungszentren gesammelt und Tumorproben in Laboren der Leipziger Universitätspathologie untersucht.

Studie über fünf Jahre

Die fünfjährige Studie leistet einen wichtigen Beitrag zur Etablierung medikamentöser Präzisionsbehandlung bei Magenkarzinomen.

Zielgenau verabreichte Krebsmedikamente eröffnen Chancen auf ein besseres und längeres Überleben. Bei metastasiertem Magenkrebs ist diese Therapie mit dem zugelassenen Medikament „Trastuzumab“ möglich.

Für die Behandlung muss die Ausprägung des „humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors“ (HER2) bei jedem Patienten nachgewiesen werden. HER2-Rezeptoren sind Bindestellen für Wachstumsfaktoren auf der Zelloberfläche von Tumorzellen. Je mehr dieser Bindestellen vorhanden sind, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Signale an den Zellkern weitergeleitet werden, die Tumorzellen schneller wachsen und länger leben lassen. Bei etwa 20 Prozent aller Magenkarzinome kommen diese HER2-Rezeptoren vermehrt vor.

Die Experten stellten bei genauer Betrachtung der Tumorproben in der Universitätsmedizin Leipzig fest, dass bei jedem vierten Patienten die Ergebnisse der HER2-Bestimmung aus den Fachpraxen und Fachkrankenhäusern in Deutschland nicht bestätigt werden konnten. Das liegt an der unterschiedlichen Ausprägung zahlreicher Tumoreigenschaften beim Magenkarzinom, so auch des HER2-Rezeptors.

Zielgenaue medikamentöse Behandlung

Die gute Nachricht der Studie: Bei exakter Diagnose des HER2-Status bekamen die Patienten eine zielgenaue medikamentöse Behandlung, von der sie wirklich profitierten. Dadurch erreichten die Betroffenen sowohl eine signifikante Verbesserung des Tumoransprechens, als auch eine erhöhte Überlebenszeit und Lebensqualität. Die präzise Diagnose bedarf keiner teuren zusätzlichen Technologien. Sie wurde mit etablierten Untersuchungsmethoden bei Magenkrebs realisiert.

Professor Lordick, Leiter des Forschungsprogramms, welches durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde, erklärt: „Die unterschiedliche Ausprägung von Tumormerkmalen steht einer wirksamen Behandlung beim Magenkrebs oftmals entgegen. Es bedarf einer präzisen Beschreibung der HER2-Ausprägung innerhalb jedes Einzelfalls, um Patienten für eine zielgenaue Behandlung auszuwählen. Wir bewegen uns weg von einer Therapie, die für jeden Patienten geeignet ist, zu auf eine personalisierte, passgenaue Krebstherapie. Voraussetzung dafür ist die differenzierte molekulare Diagnostik in jedem Einzelfall.“

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Die Studie präzisiert, welche Patienten von der HER2-Therapie profitieren können. Die Schlussfolgerung des Onkologen Lordick: Detaillierte und qualitätskontrollierte Berichte über HER2-Testergebnisse sollten in der Praxis zur Verfügung gestellt werden, um die Patienten mit Magenkar-zinom zu identifizieren, die von einer zielgerichteten Therapie gegen HER2 maßgeblich profitieren würden.

Universitäres Krebszentrum Leipzig UCCL: www.krebszentrum-leipzig.de

Von Anne Grimm