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UKL aktuell „Ich bin optimistisch, dass ich es schaffe“
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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
19:23 05.06.2019
Stefan Breidung wartet seit drei Jahren auf eine neue Niere. In Behandlung ist er bei Dr. Anette Bachmann vom UKL- Transplantationszentrum. Quelle: Stefan Straube /UKL
Leipzig

Zum bundesweiten Tag der Organspende am 1. Juni stehen der Dank an Organspender und die Schicksale der Menschen im Mittelpunkt, denen ein neues Leben geschenkt wurde oder die noch darauf hoffen. Im letzten Jahr standen in Deutschland 955 Organspendern 9400 Menschen gegenüber, die auf ein Organ warteten. 189 von ihnen stehen auf der Warteliste für eine Nierentransplantation am Transplantationszentrum des Universitätsklinikums Leipzig. Einer davon ist Stefan Breidung. Der 49-Jährige, der als technischer Leiter bei DHL HUB Leipzig arbeitet, wartet seit drei Jahren auf eine neue Niere.

Frage: Herr Breidung, wie geht es Ihnen?

Heute ganz gut, ich habe die Dialyse gut vertragen. Es gibt da sehr unterschiedliche Tage, und nicht immer steckt man diese fünf Stunden so einfach weg. Aber insgesamt fühle ich mich auch jetzt, nach der Umstellung von der Heimdialyse auf eine Blutreinigung hier im Zentrum am UKL, gut. Ich kann weiterhin arbeiten, auch dank der Unterstützung meines Arbeitgebers, und ich kann weiterhin Sport treiben. Das ist wichtig für mich, damit ich den Durchhaltewillen nicht verliere – ich weiß ja, dass vermutlich noch fünf Jahre Wartezeit vor mir liegen.

Das ist noch eine sehr lange Zeit.

Ja, aber ich konnte mich darauf einstellen. Ich bin schon sehr lange am Universitätsklinikum Leipzig bei Dr. Anette Bachmann in Behandlung, da konnte ein sehr gutes Vertrauensverhältnis wachsen. Und als deutlich wurde, dass meine erkrankten Nieren ihre Funktion verlieren, wurde ich von ihr gut beraten, was jetzt auf mich zukommt. Ich bin sehr optimistisch, dass ich es mit der Dialyse schaffen werde bis zu dem Tag, an dem ein neues Organ für mich da sein wird. Bis dahin gilt meine Devise „Bleibe Meister deines Lebens“. Ich musste eben lernen, mit meinem Handicap zu leben.

Was heißt das denn genau?

Ich habe meinen Alltag so organisiert, dass ich trotz der dreimal fünf Stunden Dialyse pro Woche voll arbeiten kann. Das geht natürlich deshalb gut, weil mein Arbeitgeber und mein Arbeitsbereich mir die Flexibilität geben, meinen eigenen Arbeitsrhythmus zu finden. Außerdem nutze ich auch einen Großteil der Stunden im Dialysezentrum, um zu arbeiten. Als Mitglied im Verein TransDia e.V. für Transplantierte und Dialysepatienten habe ich auch einen neuen Ort gefunden, an dem ich meine Sportbegeisterung weiter ausleben kann. Bei der aktuellen deutschen Meisterschaft am 31. Mai in Murr starte ich in Golf, Weitsprung und Ballweitwurf. Für mich ist es wichtig, dass ich fit bleibe, auch, damit ich die kommenden Jahre gut überbrücken und in einer guten körperlichen Verfassung in meine Transplantation gehen kann.

Was denken Sie über die aktuellen Diskussionen zum Thema Organspende?

Ich bin sehr begeistert über die aktuellen Initiativen, weil sich damit jetzt etwas tut. Ich hoffe, dass sich die Entwicklung in Richtung einer Widerspruchslösung bewegt, damit wir es schaffen, die großen Hürden abzubauen, die derzeit die Organspende schwierig machen. Ich denke, mit der Widerspruchslösung erreichen wir mehr Menschen, die zwar dem Thema grundsätzlich positiv gegenüber stehen, aber es nicht schaffen, sich aktiv um einen Organspendeausweis zu kümmern. Ich kann gut nachvollziehen, dass die Entscheidung für eine Organspende keine leichte ist. Als Betroffener hofft man aber natürlich, dass es viele Menschen gibt, die sich für die Spende eines Organs nach ihrem Tod entscheiden.

Von Helena Reinhardt

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