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UKL aktuell Psychiater Prof. Schomerus leitet Klinik
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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
19:52 05.06.2019
Neu am UKL: Prof. Dr. Georg Schomerus leitet die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig. Quelle: Stefan Straube / UKL
Leipzig

Prof. Dr. Georg Schomerus leitet seit dem 1. Mai die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig. Der 45-jährige Sozialpsychiater tritt mit seiner Berufung auf den Lehrstuhl für Psychiatrie die Nachfolge von Prof. Ulrich Hegerl an.

Der neue Klinikdirektor wechselt aus Greifswald nach Leipzig und kehrt damit nach zehn Jahren wieder an die Klinik zurück, wo seine berufliche Laufbahn begann. Zuvor studierte der gebürtige Baden-Württemberger in Freiburg und Hannover sowie London. An diese Zeit am King‘s College erinnert er sich als an eines der lehrreichsten Jahre. „Der sehr pragmatische und effiziente Ansatz der englischen Medizin hat mich begeistert“, erzählt Schomerus. Aus dieser Zeit geblieben sind gute Kontakte, die sich zu Forschungskooperationen entwickelt haben.

Dabei gilt das wissenschaftliche Interesse von Georg Schomerus vor allem dem Umgang mit psychischen Erkrankungen, der Frage der Bewältigung ebenso wie der Einstellung der Öffentlichkeit gegenüber den Betroffenen. „Das ist aus meiner Sicht deshalb wichtig, weil psychische Erkrankungen einfach sehr häufig und damit ein Bestandteil unseres Alltags sind“, so Schomerus. Umso größere Bedeutung komme dem Umgang damit zu: „Wir sollten mit solchen Krisen, als die eine psychische Erkrankung zu sehen ist, so förderlich wie nur möglich umgehen lernen“, ist Schomerus überzeugt. Manche dieser Krisen seien gut behandelbar und blieben im Leben der Betroffenen eine einmalige Episode, aus der diese sogar gestärkt hervorgehen. Andere sind so schwer, dass sie das ganze Leben verändern. In beiden Fällen sei es wichtig, dass die Betroffenen sich rechtzeitig Hilfe holen.

„Dafür ist es nötig, psychische Erkrankungen zu enttabuisieren und Vorurteile abzubauen“, sagt Prof. Schomerus. Noch dauere es einfach oft zu lange, bis jemand zum Psychiater geht. Solchen Vorurteilen und der Frage, wie sich die aktuelle Polarisierung der Gesellschaft auf Menschen mit psychischen Erkrankungen auswirkt, widmet sich eines seiner Forschungsvorhaben. Schomerus will dazu eine Langzeitstudie fortsetzen, die einer seiner Vorgänger in Leipzig, Prof. Angermeyer, bereits 1990 begonnen hat und die Einstellungen gegenüber Menschen mit psychischen Krankheiten untersucht. Insgesamt möchte er an die große Leipziger Tradition in der Sozialpsychiatrie anknüpfen und gemeinsam mit vielen außerklinischen Partnern neue Projekte und Ideen entwickeln.

„Ich finde dazu hier beste Voraussetzungen vor, mit einem sehr engagierten und hervorragend qualifizierten Team, einem Umfeld mit hervorragenden Forschergruppen und einer sehr gut aufgestellten Klinik“, zeigt sich Prof. Schomerus begeistert. Entsprechend möchte er in der Patientenversorgung die vorhandenen Kompetenzen erhalten. „Wir werden die sehr gute Behandlung affektiver Störungen wie zum Beispiel der Depression fortsetzen und weiterentwickeln“, so Schomerus. Ein besonderes Augenmerk will er künftig zudem auf die Behandlung von Patienten mit Doppeldiagnosen legen, bei denen eine Suchtkrankheit und eine weitere psychische Störung vorliegen. Hier gelte es, beide Probleme koordiniert zu behandeln, um so den Patienten besser helfen zu können. Generell ist dem vierfachen Familienvater die ganzheitliche Betrachtung seiner Patienten ein Anliegen. „Wir als Psychiater müssen immer die Gesamtsituation all unserer Patienten in den Blick nehmen – also beispielsweise auch das familiäre und das berufliche Umfeld.“ Das mache die Arbeit spannend, vielseitig und besonders. „Individualisierte Medizin ist bei uns damit bereits Standard“, merkt Schomerus an.

Für die Zukunft sieht er die Themen Prävention und Psychiatrie im Alter als große Herausforderungen auf die Psychiatrie zukommen. Hier werde es auch darum gehen, Behandlungsangebote im häuslichen Umfeld zu schaffen, die einen stationären Aufenthalt ersetzen. Schomerus: „Das sind sehr spannende Aufgaben, und ich freue mich, dass ich diese hier an dieser tollen Klinik am UKL angehen kann.“

Von Helena Reinhardt

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