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UKL aktuell Prof. Thiery verlässt die Uniklinik Leipzig
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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
15:52 26.07.2019
Prof. Dr. Joachim Thiery, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik, verlässt das UKL . Quelle: Stefan Straube / UKL
Leipzig / Kiel

Prof. Dr. Joachim Thiery, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik, verlässt nach 19 Jahren altersbedingt das Universitätsklinikum Leipzig. In dieser Zeit stand er ab 2008 für zwei Wahlperioden als Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig vor. Bis zuletzt war er zudem Senator der Universität Leipzig. Auch nach seinem Ausscheiden am UKL erwartet ihn kein Ruhestand: Der 66-Jährige wird ab April 2020 hauptamtlicher Dekan der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Sprecher der Campusdirektion Kiel des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH). Seine Nachfolge am Leipziger Institut tritt ab 1. August 2019 Prof. Dr. Berend Isermann an, der von Magdeburg nach Leipzig wechselt.

16 lokale Standorte erfolgreich zusammengeführt

Prof. Dr. Joachim Thiery kam im Jahr 2000 vom Uniklinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität in München nach Leipzig, um die Leitung des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik zu übernehmen. „Auf mich wartete die nicht gerade leichte Aufgabe, 16 über den Klinikcampus verstreute Labore mit weit über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ohne Brüche für die Krankenversorgung in einem Institut zusammenzuführen und dann auch noch schnell wettbewerbsfähig zu werden“, blickt Prof. Thiery auf seinen Anfang in Leipzig zurück. Dennoch war der Ruf nach Leipzig damals für ihn die spannendste Herausforderung. „Es herrschte eine unglaublich mitreißende Aufbruchsstimmung. Es gab bereits erste Pläne für einen kleinen Neubau, aber hier in der Paul-List-Straße, wo die Labormedizin jetzt unter den vielleicht besten Bedingungen in Deutschland arbeiten kann, befand sich damals nur ein wilder Parkplatz, ein altes Gefahrstofflager und eine stillgelegte Baracke.“

Rund 1000 Labormethoden etabliert

Die meisten Diagnostiklabore waren damals noch den verschiedensten Kliniken und Instituten zugeordnet. „Wir mussten uns erst einmal um die Hälfte verkleinern und gleichzeitig die Krankenversorgung, Lehre und die Forschung stufenweise nach vorne entwickeln. Aufgrund der Kompetenz vor allem der technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten wir den Wandel zu einem modernen labormedizinischen Institut in relativ kurzer Zeit schaffen“, erinnert sich der renommierte Labormediziner. Heute gehört das Institut zu den modernsten und leistungsstärksten labormedizinischen Universitätsinstituten in Deutschland. Die Zufriedenheit der Kliniken mit den Leistungen des Instituts ist groß, zumal schnell auf neue Bedürfnisse der Kliniken eingegangen werden kann. Rund 1000 verschiedene Labormethoden wurden etabliert. Jährlich werden rund fünf Millionen Analysen für Patienten des Klinikums und darüber hinaus für das MedVZ vorgenommen. Zudem laufen über 100 klinische Studien über das Institut sowie das Neugeborenen-Screening der Freistaaten Sachsen und Thüringen mit Analysen für etwa 40.000 Neugeborene.

Führend bei massenspektometrischer Diagnostik

In Leipzig wurden unter Thiery die ersten Großstudien zur Genetik der Atherosklerose bei der Maus und später genomweite Analysen zur koronaren Herzerkrankung und der Blutfette durchgeführt. Heute zählt das Institut zu den führenden Standorten der massenspektrometrischen Diagnostik in Deutschland. Über 400 Publikationen in überwiegend hochrangigen Journalen sind entstanden. Nicht zuletzt ist das LIFE-Projekt unter der Ägide von Prof. Thiery entstanden. „Das heutige Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationskrankheiten erforscht mithilfe der Gesundheitsdaten und Blutproben von rund 25.000 Leipzigern und Patienten der Universitätsklinik und des Herzzentrums, was uns gegen Volkskrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz und Stoffwechselerkrankungen schützen kann; was uns schadet, wissen wir ja zumeist,“ erklärt er das Anliegen des erfolgreichen Projektes.

Neue Aufgabe in Kiel nur folgerichtig

„Die Leipziger Universitätsmedizin insgesamt hat Prof. Joachim Thiery viel zu verdanken“, betont Prof. Michael Stumvoll, kommissarischer Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. „Er hat in seiner Funktion als Institutsdirektor eine hochmoderne Laboratoriumsmedizin mit Leuchtturmcharakter weit über Leipzig hinaus aufgebaut und damit viel für die Qualität der Versorgung sowohl unserer Patienten am UKL als auch der Patienten in der Region getan“, so Stumvoll weiter. Gleichzeitig habe er mit seiner Arbeit viel zur heutigen Leistungsfähigkeit der medizinischen Forschung am Standort Leipzig beigetragen, nicht zuletzt auch in seiner Tätigkeit als Dekan. Durch Besetzung etlicher bedeutender Lehrstühle der Laboratoriumsmedizin im deutschsprachigen Raum aus seinem Institut hat er die „Leipziger Schule“ in die Welt getragen. „Es ist daher nur folgerichtig, dass Prof. Thiery sich nicht zur Ruhe setzt, sondern eine neue Aufgabe als Dekan in Kiel übernimmt“, sagt Stumvoll. „Wir bedanken uns bei ihm für seine großartige Arbeit hier in Leipzig und wünschen ihm viel Erfolg für sein neues Amt.“

Von Uwe Niemann und Helena Reinhardt

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