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UKL-Honig: Klinikum übernimmt Patenschaft für zwei Bienenvölker

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08:12 27.04.2021
Im Schein der Morgensonne baut Imker Michael Hardt (li.) die Bienenstöcke auf dem Gelände der UKL-Gärtnerei auf. Bärbel Zimmermann, Leiterin der Gärtnerei, schaut interessiert zu. Sie war von der Idee der Bienenpatenschaft sofort begeistert.
Im Schein der Morgensonne baut Imker Michael Hardt (li.) die Bienenstöcke auf dem Gelände der UKL-Gärtnerei auf. Bärbel Zimmermann, Leiterin der Gärtnerei, schaut interessiert zu. Sie war von der Idee der Bienenpatenschaft sofort begeistert. Quelle: Stefan Straube
Leipzig

Zwei Bienenstöcke mit ungefähr 15.000 bis 18.000 der geflügelten Insekten stehen seit Anfang April auf dem Gelände der UKLeigenen Gärtnerei an der Stephanstraße. Sie gehören Dr. Michael Hardt. Für vorerst ein Jahr ist das UKL eine Bienenpatenschaft für die Tiere eingegangen.

Der Leipziger Hobby-Imker hat die Stöcke auf einem geschützten und trotzdem für ihn gut zugänglichen Teil der Klinikumsgärtnerei aufgestellt. „Zum Höhepunkt der Saison im Juni können es noch deutlich mehr Bienen werden – bis zu 60.000“, erklärt Hardt.

Ähnlich wie auch Menschen müssen sie sich in den ersten Tagen an ihre neue Umgebung gewöhnen: „Sie fliegen sich ein, orientieren sich, prägen sich Landmarken ein, um den Rückweg zu finden“, erläutert der Imker. Bis zu drei Kilometer entfernen sich die Sechsbeiner von ihrem Stock.

Nützliche Insekten in der Großstadt

Hardt ist Vorsitzender des Landesverbandes sächsischer Imker. Zu Hause sind seine Bienen in Leipzig-Wiederitzsch. Er freut sich, dass nun zwei weitere seiner Völker im Stadtgebiet Leipzigs fliegen und räumt mit einer falschen Vorstellung auf, die gerade sehr hoch unter den „Großstadt-Trends“ gehandelt wird: „Bienen müssen nicht auf Dächer. Das ist ‚modern‘, braucht es aber nicht. Sie können selbst in die Höhe fliegen“, meint er schmunzelnd.

Zudem seien sie auf dem Dach der prallen Sonne ausgesetzt. Viel lieber, so Hardt, hätten es die nützlichen Insekten einige Meter über dem Erdboden. Sowieso gehe in einer Großstadt wie Leipzig für Bienen mehr als man denke, sagt der Experte.

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Überzeugungsarbeit bei den Nachbarn

Der Standort an der UKL-Gärtnerei direkt neben einer Kleingartenanlage sei ideal. „Bienen fliegen auf alles, was Pollen trägt, derzeit etwa Haseln, Weiden, aber auch die Kornelkirsche oder die Frühblüher wie Krokusse“, sagt Bärbel Zimmermann. Sie leitet die Gärtnerei des Uniklinikums und war von der Idee der Bienenpatenschaft sofort begeistert.

„Auch unsere Nachbarn in den Kleingärten haben wir nach anfänglicher Skepsis überzeugen können und sogar fast schon eine kleine ‚Bieneneuphorie‘ ausgelöst“, berichtet Zimmermann. Die bessere Bestäubung ihrer Pflanzen bringe eben auch den Hobbygärtnern Vorteile, meint sie, das habe überzeugt.

Einmal pro Woche wird Dr. Hardt, der auch Fachtierarzt für Bienen ist, nach seinen UKL-Völkern schauen kommen. Das genüge in der Hauptsaison, sagt er. Die meiste Arbeit hätte er als Imker mit der Zucht gehabt:„Sanftmütig, schwarmträge und fleißig sollten die Bienen sein.“

Erster Honig ab Mitte Juni

Die erste Honigernte soll im Mai erfolgen. Den ersten UKL-Honig gibt es dann wohl Mitte Juni. Hardt schleudert nach eigener Aussage zwei bis drei Mal je Saison. Er rechnet mit einem Ertrag von mindestens 30 Kilogramm Honig pro Bienenvolk.

Jetzt bleibt erst einmal zu hoffen, dass sichdie Bienen mit ihrer neuen Umgebung anfreunden und genauso fleißig sind, wie es das geflügelte (!) Wort dazu verrät.

Von Markus Bien