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UKL-Leberexperte ruft zu Hepatitis-Screening auf

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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
14:13 12.08.2021
Die Viruserkrankung Hepatitis belastet die Leber.
Die Viruserkrankung Hepatitis belastet die Leber. Quelle: Stefan Straube
Leipzig

Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli, der das Motto „Hepatitis kann nicht warten“ trägt, ruft Privatdozent Dr. Florian van Bömmel, Oberarzt des Bereichs Hepatologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), dazu auf, verstärkt Vorsorgeuntersuchungen wie „Check-up 35“ zu nutzen, die auch ein Screening auf die häufigsten Varianten, Hepatitis B und C, beinhalten. Zwar hat die Virushepatitis aufgrund effektiver Behandlungsmöglichkeiten viel von ihrem Schrecken verloren, unerkannt und unbehandelt führen diese Infektionen aber immer noch bei vielen Menschen zu schweren Krankheitsverläufen.

Privatdozent Dr. Florian van Bömmel, Oberarzt des Bereichs Hepatologie am UKL. Quelle: Stefan Straube

Auch zählt Deutschland weiterhin zu den Staaten, in denen es kein planhaftes Vorgehen für die Beseitigung der Hepatitis-C-Epidemie gibt. Es sei jedoch ein bedeutender Fortschritt, dass die von den Krankenkassen finanzierte Vorsorgeuntersuchung „Check-up 35“ Anfang des Jahres auch das Screening dieser beiden Hepatitiskrankheiten für alle Menschen aufgenommen habe, sagte der UKL-Leberexperte. „Ziel von Ärzten und im Gesundheitssystem Tätigen muss es nun sein, die verstärkte Durchführung dieser Untersuchungen zu bewerben“, so Dr. van Bömmel. Weltweit haben sich Mediziner das Ziel gesetzt, die Hepatitis-Epidemie bis 2030 deutlich zu begrenzen.

„Es gibt Länder mit einem erfolgreichen Eliminationsplan für die Hepatitis C, wie Georgien oder Schottland“, erklärt Oberarzt van Bömmel. „Auch in Ägypten, wo mit zirka sieben Prozent Hepatitis-C-Infizierten unter den Erwachsenen eine hohe Infektionsrate besteht, konnten durch effektive Such- und Behandlungsprogramme innerhalb der vergangenen sechs Jahre etwa vier Millionen Menschen von der Hepatitis C geheilt werden“, berichtet er von einem positiven Beispiel in anderen Teilen der Welt. Voraussichtlich werde Ägypten eines der ersten Länder sein, das Hepatitis C eliminieren wird.

„Deutschland sollte von den Erfahrungen anderer Länder lernen“, meint Dr. van Bömmel. In der Zwischenzeit müsse die konsequente Untersuchung von Risikobevölkerungsgruppen im Vordergrund stehen, betonte der UKL-Experte. Dazu gehörten beispielsweise Menschen mit intravenösem Drogenkonsum, riskantem Sexualverhalten oder Menschen, die aus Gebieten mit hohen Infektionsraten stammen. „Nicht warten, sondern testen und behandeln.“

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Auch Hepatitis B tritt weiterhin weltweit auf. Noch lässt sie sich nicht endgültig ausheilen, aber gut durch Medikamente kontrollieren. Neue Behandlungsoptionen werden zurzeit geprüft und könnten nach Ansicht von PD Dr. van Bömmel in Zukunft mehr Ausheilungen möglich machen. Wie bei der Hepatitis C sei auch hier ein flächendeckendes Screening essenziell für die Behandlung Infizierter, betont er: „Doch im Unterschied zur Hepatitis C gibt es gegen die Hepatitis B eine Impfung, die weltweit durchgeführt werden sollte.“

Das Universitätsklinikum Leipzig verfügt über eine hoch spezialisierte Ambulanz, in der jederzeit sämtliche Untersuchungen zur Abklärung einer möglichen Virushepatitis durchgeführt werden können.

Spezialsprechstunde Lebererkrankungen:

Montag bis Freitag: 8 bis 15.30 Uhr

Klinik und Poliklinik für Onkologie, Gastroenterologie, Hepatologie, Pneumologie und Infektiologie

Liebigstraße 20, Haus 4, Erdgeschoss, Wartebereich 4

Telefon: 0341 / 97 12 961

Von Markus Bien

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