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UKL aktuell Uniklinik Leipzig nimmt modernen Spektral-CT in Betrieb
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Weniger Strahlen, bessere Diagnostik - Uniklinik Leipzig nimmt modernen Spektral-CT in Betrieb

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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
07:52 13.01.2022
Der neue Computertomograph ist ab sofort am UKL im Einsatz. In ganz Deutschland gibt es nur zwei Geräte dieser Art.
Der neue Computertomograph ist ab sofort am UKL im Einsatz. In ganz Deutschland gibt es nur zwei Geräte dieser Art. Quelle: Stefan Straube
Leipzig

In ganz Deutschland sind derzeit nur zwei Geräte dieser Bauart im Einsatz, neben dem am UKL noch in Heidelberg am Deutschen Krebsforschungszentrum. Die Entwicklung der Firma Philips arbeitet mit der Spektral-Detektor-Technologie, bei der Aufnahmen von zwei verschiedenen Energieniveaus eines Röntgenstrahls gemacht werden. Sie ermöglicht bei jeder Messung einen vielfach höheren Informationsgehalt im Vergleich zur herkömmlichen Computertomographie.

Für Patienten heißt das: weniger Strahlenexposition, höhere diagnostische Aussagekraft, weniger benötigtes Kontrastmittel. Auch Untersuchungszeiten verringern sich.

Das Gerät arbeitet mit einem Dual-Layer-Detektor: Die obere Schicht absorbiert die niederenergetischen Photonen des Röntgenstrahlspektrums, die untere die hochenergetischen. So werden automatisch bei jeder Untersuchung konventionelle plus spektrale Bildinformationen erfasst.

Werden rund 15.000 Untersuchungen pro Jahr mit dem neuen Spektral-CT durchführen: Prof. Karl-Titus Hoffmann (2.v.r.), Institutsdirektor Neuroradiologie am UKL und Dr. Cordula Scherlach (re.), Geschäftsführende Oberärztin Neuroradiologie sowie die Kollegen der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie um Direktor Prof. Timm Denecke (3.v.l.), Oberarzt Dr. Sebastian Ebel (2.v.l.) und Dr. Alexis Klengel (li.). Quelle: Stefan Straube

Die spektrale Zerlegung der Röntgenstrahlen im Detektor liefert den Radiologen viele Zusatzinformationen. So werden – beispielsweise im Unterschied zu herkömmlichen Graustufenbildern – unterschiedliche Substanzen auch farblich dargestellt und Kontraste zwischen Gewebearten können verstärkt werden. Die Experten sind so in der Lage, auf diese Weise Aussagen nicht nur zu Form und Dichte des Gewebes treffen, sondern auch zu seiner stofflichen Zusammensetzung.

Der Vorteil nun bei diesem Gerät: Beide Datensätze sind, anders bei anderen Dual-Energy-CT-Techniken, immer und im vollen Untersuchungsquerschnitt verfügbar. Radiologen können also bei unklaren Befunden im Nachhinein auf einfachem Wege spektrale Analysen durchführen, ohne dass Abstriche der Untersuchungsqualität durch vorherige Einstellungen gemacht werden müssen.

„Gestochen scharfe Bilder“

„Unser neuer Computertomograph gleicht zudem individuelle Besonderheiten von Patienten besser aus, um ein optimales Ergebnis zu erzielen“, sagt Prof. Karl-Titus Hoffmann, Direktor des Instituts für Neuroradiologie am UKL. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie nutzt er das neue Gerät und seine vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten: „Wir bringen diesen CT fachlich in die Breite“, erklärt er, „so sind nun Untersuchungen aller Organe mit niedrigerer Strahlenbelastung und den wichtigen Zusatzinformationen möglich.“

„Bei Untersuchungen des Herzens entstehen wegen der hohen Rotationsgeschwindigkeit der Röntgenröhre, die sich um die Patienten dreht, auch bei Menschen mit hoher und unregelmäßiger Herzfrequenz gestochen scharfe Bilder“, ergänzt Dr. Sebastian Ebel, Oberarzt für kardiovaskuläre Bildgebung und Interventionen.

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Eingesetzt werden kann das System außerdem sehr gut für Untersuchungen des Gehirns nach einem Schlaganfall, um sehr frühzeitig therapierelevante Veränderungen zu erkennen oder die aktuelle Durchblutung des gesamten Gehirns in kürzester Zeit abzubilden.

Etwa 15.000 Untersuchungen im Jahr

„Weil die Gantry, also die ringförmige Einheit unseres neuen CT, in der die Röntgenröhre und die Detektoreinheit gegenüberliegend untergebracht sind, mit 80 Zentimetern Durchmesser groß genug ist, können wir an dem Gerät sogar minimal-invasive Eingriffe durchführen“, ergänzt Prof. Timm Denecke, Direktor der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie.

Rund 15 000 Untersuchungen im Jahr werden die Radiologen und Neuroradiologen am UKL mit dem neuen Gerät, dem ersten Spektral-CT am UKL, durchführen. „Wegen der breiten Anwendungsmöglichkeiten und dem tieferen Informationsgehalt der Messungen wird mit dem System die Arbeit der Bildauswertung nicht unbedingt leichter, sondern eher komplexer“, meint Prof. Denecke.

Von Markus Bien