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UKL aktuell Zukünftige Augenexperten des UKL sezieren Schweineaugen
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Zukünftige Augenexperten des UKL sezieren Schweineaugen

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Universitätsklinikum Leipzig - ein Sonderthema im Auftrag des UKL
08:03 25.11.2021
Nach ersten Berührungsängsten war der Blick in das Innere eines Auges für Pasqualina Cuccarese, Alina Albrecht und Anna Jung (v.l.n.r.) eine spannende Angelegenheit.
Nach ersten Berührungsängsten war der Blick in das Innere eines Auges für Pasqualina Cuccarese, Alina Albrecht und Anna Jung (v.l.n.r.) eine spannende Angelegenheit. Quelle: Katrin Obst
Leipzig

Als zukünftige Orthoptistinnen und Orthoptisten werden wir Fachkräfte in der Augenheilkunde. Unser Aufgabengebiet ist die Prävention, Diagnostik und Therapie von Schielerkrankungen, Augenzittern, Sehschwäche sowie Augenbewegungsstörungen. Die Untersuchung dieser Erkrankungen umfasst beispielsweise die Prüfung der Sehschärfe, die Bestimmung der Augenstellung und -beweglichkeit sowie die Beurteilung der Zusammenarbeit beider Augen. Dabei stehen wir im ständigen Austausch mit den Augenärzten, sind jedoch in unserem Handeln größtenteils eigenständig.

Auch wenn wir Patienten jeden Alters behandeln, stellen Kinder und Jugendliche den Hauptanteil dar. Die Ausbildung zum Orthoptisten an der Medizinischen Berufsfachschule (MBFS), der Akademie für berufliche Qualifizierung am Universitätsklinikum Leipzig, dauert drei Jahre, wobei sich praktische Einsätze und theoretischer Unterricht periodisch abwechseln. Spätere Einsatzorte sind überwiegend größere Klinika, Augenarztpraxen oder Rehakliniken sowie Lehre, Forschung und Wissenschaft.

Im Rahmen des Anatomieunterrichts durften wir Ende September, unter Anleitung unserer Fachbereichsleiterin Katrin Obst und unseres Lehrers Philipp Kurandt, in den ersten zwei Stunden ein Schweineauge sezieren, um unser gelerntes Wissen praktisch anzuwenden.

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Zunächst bestand die Aufgabe darin, den eher „glibberigen“ Augapfel von Fett- und Hautresten zu säubern, was sich als Herausforderung erwies. Anschließend eröffneten wir die Hornhaut, um die Flüssigkeit der vorderen Augenkammer zu entleeren. In einem weiteren Schritt wurde das Auge seitlich eingeschnitten, der gelartige Inhalt (Glaskörper) samt Linse entnommen.

Nachdem wir die Linse auf ein Stück Zeitungspapier gelegt hatten, konnten wir ihre vergrößernde Wirkung sehr gut beobachten. Zum Schluss präparierten wir die Regenbogenhaut (Iris), welche sich nur mit viel Geduld entfernen ließ.

Nach anfänglichen „Berührungsängsten“ konnten die Hemmschwellen in den meisten Fällen schnell überwunden werden. Besonders spannend war der Blick in das Augeninnere, welcher sonst nur den Operateuren vorbehalten ist. Es war eine außerordentlich bereichernde Erfahrung, die uns allen eine genauere Vorstellung von den Strukturen des Auges gegeben hat.

Von Lina Beyer, Julia Müllerund Richard Sachse (Klasse O20)