Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
WGT News Heidnisches Dorf bringt Mittelalter-Flair nach Leipzig
Thema Specials Wave Gotik Treffen WGT News Heidnisches Dorf bringt Mittelalter-Flair nach Leipzig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
WGT
17:00 09.06.2019
Der Sklavenmarkt im Heidnischen Dorf auf dem WGT 2019 in Leipzig. Quelle: Dirk Knofe
Anzeige
Leipzig

Das Heidnische Dorf ist eine der beliebtesten Anlaufstellen beim Wave-Gotik-Treffen (WGT): Bogenschießen, Räucherstäbchengeruch, Horn- und Harfetöne sorgen für mittelalterliches Flair auf dem Markt in Dölitz.

Nachmittags findet der beliebte „Sklavenmarkt“ statt: Hier werden – mit einem Augenzwinkern und kehligen Stimmen – jungfräuliche Frauen und Männer an die Meistbietenden verkauft. Für den Rest des Tages dürfen die Käufer über ihre Beute verfügen, so die Idee. Die Sklaven können sich „freikaufen“, indem sie ihrem Besitzer etwas ausgeben, zum Beispiel ein Getränk.

Anzeige

Beliebter „Jungfrauen-Markt“

Für Falco Jäger eine willkommene Möglichkeit, sich den Tag zu versüßen – er schlägt gleich drei Mal zu. „Das mache ich jedes Jahr so“, erzählt der Leipziger mit den Vampirzähnen und der Robin-Hood-Mütze verschmitzt. „Essen und Trinken umsonst, was will man mehr.“ Dafür wandern jedoch auch Taler um Taler – respektive Euro – aus seinem purpurnen Säcklein in die Geldbeutel der Sklavenhändler.

20.000 Gäste strömen zum 28. WGT nach Leipzig. Auch das Heidnische Dorf in Dölitz empfängt tausende Besucher. Ein Einblick.

Die zeigen sich nicht zimperlich. Spurt einer der Jungfräulichen nicht, knallt schnell die Peitsche. Einer der Sklaven muss bei sommerlichen Temperaturen gar zu Liegestützen antreten – mit einer Helferin auf dem Rücken.

Erfrischungen gibt es bei Elisa Tolkemit. Die 22-Jährige verkauft aus einem Stand in Form eines Fasses Getränke. Seit drei Jahren jobbt sie beim WGT und füllt die tönernen Becher vor allem mit „Ritterbier“ (Pils). „Teufelsbier“ (Schwarzbier) hat sie auch im Angebot. Ihr Favorit ist aber das Kirschbier: „Das stammt aus Belgien und wird tatsächlich mit Kirschen gebraut“, erklärt sie.

Handgeschriebene Kontaktanzeigen

Haben sich die Besucher etwas Mut angetrunken, geben sie vielleicht ein Gesuch bei der „Kuppeley“ auf. Hier können Knechte und Mägde per handgeschriebener Anzeige nach Partnern Ausschau halten. Vor allem Zettel von Männern hängen in dem schwarzen Zelt. „Trinkfest“ ist eines der häufigsten Attribute, mit denen sich sie beschreiben.

An Selbstbewusstsein mangelt es ihnen nicht: Sie sind „Bar-erprobt“ und „außergewöhnlich anbetungswürdig“. Da fällt dieser Herr mit seiner Anzeige schon aus der Reihe: „Komm, ich zeige dir, wie man einen Elefanten-Origami faltet.“

Von Maximilian König

WGT News Segnung beim Wave-Gotik-Treffen - Zwei Gruftis sagen „Ja“
07.06.2019